Blitzkritik

Funny van Dannen auf der Krusenkoppel

Foto: Liedermacher Funny van Dannen begeisterte die rund 900 Zuschauer auf der Krusenkoppel bei der Gewaltig-Leise-Konzertreihe auf der Kieler Woche 2019.

Liedermacher Funny van Dannen begeisterte die rund 900 Zuschauer auf der Krusenkoppel bei der Gewaltig-Leise-Konzertreihe auf der Kieler Woche 2019.

Der erste Eindruck

Funny van Dannen kam direkt mit einem lockeren Spruch auf die Bühne. "Gebt mir noch zwei Minuten für den technischen Aufbau", bat er das Publikum, nur um sich dann direkt am Mikrofon zischend eine Bierflasche zu öffnen. Doch das war alles nur Show. "Ich kann auf der Bühne kein Bier trinken, dann muss ich aufstoßen", so der Kommentar des Liedermachers.

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Anschließend befestigte er umständlich seine Notenblätter am Ständer - gegen den Wind hatte sich Rheinländer Wäscheklammern mitgebracht. Erster Song der Setliste: "Gutes tun". Textprobe gefällig? "Gutes ist gar nicht schwer. Man kann so viel Gutes tun, zu Hause und im Kreisverkehr."

Das Programm

Gleich zu Beginn kündigte van Dannen an, sowohl alte als auch neue Songs zum Besten zu geben. Daran hielt er sich. Von seinem 2018er Album "Alles gut, Motherfucker" spielte er Beispielsweise "Halbnackter Mann" und  "Jemand blutet". Bei älteren Songs wie "Bonobo" aus dem Jahr 2002 oder "Eurythmieschuhe" wurde mitgesungen. Mit seiner Songauswahl bewegte sich der 61-Jährige zwischen Albernheit, Sozialkritik und mit feiner Ironie versehenen Alltagsbeobachtungen, alle auf der Akustikgitarre begleitet.

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Das Publikum

Rund 900 Zuschauer hatten sich auf den Stufen der Freilichtbühne eingefunden. Dabei waren von der jungen Frau mit Dreadlocks bis zum älteren Herren im Sakko alle Gruppen vertreten. Einige Eltern hatten sogar kleine Kinder mit übergroßen Ohrenschützern dabei. Von Anfang an wurde bei van Dannens teilweise überraschenden Textwendungen laut gelacht, bei einigen älteren Liedern wurde lauthals mitgesungen. Dafür belohnte van Dannen die Zuschauer mit zwei langen Zugabeblöcken.

Im zweiten trauten sich sogar einige Zuschauer, vor der Bühne zu tanzen. "Ich bin schwer begeistert", sagte Tobias Neumann nach dem Konzert. "Ich hatte Angst, dass er nur Lieder vom neuen Album spielt. Aber es war alles dabei, was ich mir gewünscht hatte." Dem konnte sich Christiane Lorenz nur anschließen. "Es hat mir sehr gut gefallen", sagte sie. "Vor allem die Texte, die Ironie." Ähnlich ging es Charlotte Hegge. "Ich kenne Funny van Dannens Musik schon von so vielen unterschiedlichen Begebenheiten, dass sie Erinnerungen weckt", sagte sie.

Das bleibt in Erinnerung

Die Atmosphäre auf der Krusenkoppel war einzigartig. Das von Bäumen umsäumte, enge Rund der Freilichtbühne, der laue Abend, die untergehende Sonne und Lichterketten an den Mauern, dazu noch entspannte Singer-Songwriter-Musik mit intelligenten Texte - viel besser kann man einen Sommertag auf der Kieler Woche nicht ausklingen lassen.

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