Filmpremiere "Die Wiese"

Ganz großes Kino mit 3500 Besuchern

Foto: Ganz großes Kino: Rund 3500 Zuschauer strömten am Freitagabend in die Sparkassen-Arena, um bei der Publikumspremiere des neuesten Films von Jan Haft dabei zu sein.

Ganz großes Kino: Rund 3500 Zuschauer strömten am Freitagabend in die Sparkassen-Arena, um bei der Publikumspremiere des neuesten Films von Jan Haft dabei zu sein.

Kiel. Eigentlich ist Jan Haft ein ruhiger Typ. Muss er als Naturfilmer mit viel Geduld für seine meist schreckhaften tierischen Stars auch sein. Doch beim Anblick der fast 3500 Besucher, die am Freitag zur Publikumspremiere seines neuesten Films in die Sparkassen-Arena strömten, schlug der Puls dann doch schneller als sonst hinter der Kamera.

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Was er den Besuchern zu zeigen hatte, klang erst mal unspektakulär. War es aber nicht. Denn sein Film „Die Wiese – Ein Paradies nebenan“ zeigte das scheinbar Vertraute als ebenso faszinierendes wie bedrohtes grünes Kleinod.

Kinopremiere: Die Kieler Nachrichten zeigen "Die Wiese - ein Paradies nebenan" von Jan Haft

Da war selbst Filmemacher Jan Haft überwältigt. Über 3000 Zuschauer besuchten die Kinopremiere von seinem Film "Die Wiese - ein Paradies nebenan" in der Sparkassen Arena in Kiel.

Fast 1000 Stunden verharrte Jan Haft im Tarnzelt

Um es filmisch zum Funkeln zu bringen, musste sich Jan Haft mit einigen Unterbrechungen drei Jahre lang in naturbelassenen Wiesen auf die Lauer legen. Allein rund 1000 Stunden verbrachte er im Tarnzelt, um zum Beispiel die selten gewordene Feldlerche in ihrem Nest zu beobachten.

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„Das war echt kompliziert“, berichtete Jan Haft vor der von Kieler Nachrichten in Zusammenarbeit mit Green Screen und Deutscher Wildtierstiftung veranstalteten Premiere: „Denn Feldlerchen sind Trickser und Täuscher.“ So landeten die Vögel nie in der Nähe ihrer Nester, schlichen wie Diebe mit eingezogenem Kopf durchs Gras zu ihren manchmal weit entfernten Behausungen – bestens getarnt durch ihr Kopfgefieder, das aussehe wie Heu.

Wiese ist eben nicht gleich Wiese

Doch dem vielfach preisgekrönten Dokumentarfilmer und seinem Hauptfinanzier geht es nicht nur um solche selten gewordenen Naturszenen. "Es geht darum, den Menschen vor Augen zu führen, dass Wiese nicht gleich Wiese ist, auch wenn sie alle so schön grün aussehen", erklärte Michael Miersch, Mit-Geschäftsführer der Deutschen Wildtierstiftung, die den Film mit einem höheren sechsstelligen Betrag zu 65 Prozent finanzierte. Denn das Aussterben von Wildbienen, Schmetterlingen oder manchen Vogelarten hänge unmittelbar mit dem Verschwinden der Naturwiesen zusammen.

Erstes großes Wiesenerlebnis bei der Bundeswehr

Diese Botschaft hatten viele Besucher wohl auch schon vor der Premiere zumindest geahnt. „Die ganzen Insekten und Blumen, die ich als Kind an Feldrändern oder Tümpeln entdeckte, sehe ich heute fast gar nicht mehr“, berichtete Astrid Abelmann-Brockmann (62), die mit ihrem Mann Christian zur Premiere kam.

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Der hatte sein erstes großes Wiesenerlebnis schon vor mehr als 40 Jahren – ausgerechnet bei der Bundeswehr. „Wenn wir uns beim Kommando ,Stellung’ ins Gras werfen mussten, wunderte ich mich damals schon, was da so alles direkt vor meiner Nase krabbelte.“

Grünes Paradies vor der Haustür

Silke Dieck (54) hat nicht nur als Fan des Green-Screen-Festivals eine enge Beziehung zur Natur, sondern ein kleines grünes Paradies direkt vor der Haustür: großer Garten mit Feucht- und Trockenwiese plus Teich. „Mir ist bewusst, wie stark uns die Artenvielfalt abhanden zu kommen droht. Deshalb freue ich mich auf diesen Film, der uns das noch einmal vor Augen führt.“

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