Stadtbahn-Debatte

Gutachter empfehlen eine Tram für Kiel

Wie in Toulouse empfehlen die Gutachter auch für Kiel ein System mit eigener Trasse. Ob es auch Schienen haben soll, ist aber noch offen.

Wie in Toulouse empfehlen die Gutachter auch für Kiel ein System mit eigener Trasse. Ob es auch Schienen haben soll, ist aber noch offen.

Kiel. Gleichzeitig empfehlen die Experten, die insgesamt fünf mögliche Verkehrssysteme untersucht haben, aber auch, für Kiel ein bahnähnliches, schienenfreies Bus-Rapid-Transit-System (BRT) zu prüfen. "Es geht um eine Entscheidung, die für Jahrzehnte Kiels Mobilität prägen wird", sagte Kämpfer, der einen ergebnisoffenen Prozess verspricht. "Dafür bürge ich als Oberbürgermeister." Bei sämtlichen Planungs- und Entscheidungsschritten sollen Vertreter der Bevölkerung, der Kaufmannschaft und des Gewerbes einbezogen werden. Der Startschuss für die Information und Beteiligung der Stadtgesellschaft ist im Rahmen der Digitalen Woche im September geplant.

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Bau einer Tram in Kiel wäre teuer, Betrieb später aber günstig

Das BRT-System, bei dem die Busse wie bei einer Tram auf einer eigenen Spur fahren, wäre mit derzeit geschätzten knapp 186 Millionen Euro (netto) Investitionskosten deutlich günstiger als eine schienengebundene Variante (412 Millionen Euro). Die Systeme sind nach Angaben der Stadt jedoch mit mindestens 75 Prozent der Investitionskosten durch Zuschüsse von Land und Bund in hohem Maße förderbar. Für eine Tram spricht laut Gutachten langfristig unter anderem die deutlich geringeren Personalkosten. Außerdem könne sie mehr Menschen befördern, sie sei zudem deutlich klimafreundlicher. Die Stadt will nun die Trassenplanung, die für beide Varianten gelten würde, einleiten und bis Ende 2022 abschließen. Technisch wäre in jedem Fall auch ein Anschluss des Kieler Umlands möglich. Dafür fehlt bislang aber der politische Wille. Die Ratsversammlung, mit deren Auftrag die Verwaltung das Gutachten bestellt hat, hatte sich im März 2019 gegen die Idee ausgesprochen, nur eine Variante ohne Schiene zu prüfen.

Entscheidung über Trassenverlauf soll erst 2022 erfolgen

Erst mit dem Abschluss der Trassenplanung im Jahr 2022 müsste die Entscheidung getroffen werden, ob in Kiel wieder Schienen verlegt werden sollen oder nicht. Prognosen, wann das neue System erstmals einsatzbereit sein könnte, fehlen bislang. In Kiels Partnerstadt Aarhus vergingen zwischen dem Zeitpunkt des Beschlusses im Jahr 2012 und der Eröffnung der ersten Strecke mehr als fünf Jahre.

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Nach Darstellung der Gutachter stößt das aktuelle Kieler Busnetz bereits jetzt zum Teil an seine Grenzen, "so dass die Attraktivität aufgrund von hoher Stauanfälligkeit, Verspätungen und Überfüllung stark geschmälert wird".

Lesen Sie auch: So fühlt man sich als Busfahrer in Kiel

Mit zehn Prozent liegt der Anteil des öffentlichen Nahverkehrs an der Verkehrsmittelwahl in Kiel deutlich unter dem von vergleichbaren Städten in Deutschland. Geplant ist, den Anteil bis 2035 auf 17 Prozent zu erhöhen. Die Stadt hat auf ihrer Website einen umfangreichen Frage- und Antwortkatalog zu dem Thema vorbereitet.

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