Demo in Kiel

Hunderte fordern sichere Fluchtwege

Foto: Für eine Unterstützung der Seenotrettung von Flüchtlingen setzten sich die Demonstranten in Kiel ein.

Für eine Unterstützung der Seenotrettung von Flüchtlingen setzten sich die Demonstranten in Kiel ein.

Kiel. Begonnen hatte die Veranstaltung um 17 Uhr mit einer Versammlung vor dem Kieler Hauptbahnhof. Zwischen 300 und 500 Menschen fanden sich hier ein, die den ersten Worten von Phillip Kranemann vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein zuhörten. Er ging mit der europäischen Grenzpolitik hart ins Gericht und betonte, eine Fortführung der derzeitigen Flüchtlingspolitik werde "zu mehr Toten und Vermissten im Mittelmeer führen". Kranemann forderte "Schutz für Flüchtlinge in einem solidarischen Europa".

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Über die Andreas-Gayk-Straße zum Rathausplatz

Vom Bahnhofsvorplatz zog die Demonstration mit inzwischen rund 700 Teilnehmern über die Andreas-Gayk-Straße, Fabrikstraße, Hafenstraße und den Asmus-Bremer-Platz zum Rathausplatz, wo die Abschlusskundgebung geplant war, und sich noch etwas mehr Menschen einfanden. Hier erläuterte Stephanie Schmoliner, Geschäftsführerin der IG Metall Kiel-Neumünster, warum auch die Gewerkschaft zu den Organisatoren der Demonstration gehörte: "Wir wollen die gleichen Bedingungen für alle. Und ein gutes Leben für alle." Für sie sei dafür wichtig, konsequent gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in den "Wohlstandsgesellschaften" Europas einzutreten.

"Nicht mit der Menschenwürde vereinbar"

Auch der Landtagsbeauftragte für Flüchtlings-, Zuwanderungs- und Asylfragen, Stefan Schmidt, zeigte sich erzürnt: Er glaube ein "Déjà-Vu" zu erleben. Wie in der jüngeren Vergangenheit über Seenotrettung im Mittelmeer gesprochen werde, glaubte er bereits mit einer öffentlichen Debatte im Jahr 2003 lange hinter sich gelassen zu haben, so Schmidt. "Was sich jetzt abspielt, ist nicht mit der Menschenwürde vereinbar." Damit kritisierte er das Handeln der neuen italienischen Regierung, nachdem die vorherige gut mit Nicht-Regierungsorganisationen im Mittelmeer zusammengearbeitet habe. Auch Schmidt forderte, die Entkriminalisierung der Seenotrettung auf dem Mittelmeer, bevor die Veranstaltung unter dem Applaus der Hunderten um kurz nach 18 Uhr beendet wurde.

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Die Seebrücke ist eine internationale Bewegung, die sich für sichere Fluchtwege einsetzt. Mit dem Sprachspiel wollten die Veranstalter die Flüchtlingspolitik des Innenministers Horst Seehofer (CSU) kritisieren.

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