Bekannt aus der Aktion „Licht zeigen“

Im Stadtmuseum Kiel dreht sich bald alles um das Chanukka-Foto

Das Kieler Stadtmuseum konzipiert rund um dieses ikonenhafte Foto von Rahel Posner eine ganze Ausstellung.

Das Kieler Stadtmuseum konzipiert rund um dieses ikonenhafte Foto von Rahel Posner eine ganze Ausstellung.

Kiel. Auf dem Fensterbrett der Chanukka-Leuchter, auf der anderen Straßenseite hängt am Gebäude die Nazi-Flagge: Das ikonenhafte Foto von Rahel Posner, der Ehefrau des letzten Kieler Rabbiners vor dem Holocaust, aus dem Jahr 1931 stand im Zentrum der Aktion „Licht zeigen“ von Kieler Nachrichten und dem Freundeskreis Yad Vashem.

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Das Echo auf den Sticker zum Aufkleben war gewaltig, bundesweit fotografierten sich Menschen zusammen mit dem Abziehbild – darunter auch viele Prominente, allen voran Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Nun kommt das Foto von Rahel Posner und seine Geschichte sogar ins Museum.

Ab dem 18. September widmet sich eine Ausstellung des Kieler Stadtmuseums dem Bild. Ganz komplett ist die Ausstellung „Kiel, Chanukka 1931. Rahel Posners Foto erzählt“, die unter anderem zahlreiche historische Dokumente wie Fotos und Briefe zeigt, noch nicht: Deshalb ruft Museumsleiterin Sonja Kinzler die Leserinnen und Leser der Kieler Nachrichten zur Mithilfe auf.

Sie sucht historisches Material zu der Kieler Rabbinerwohnung mit der Adresse Sophienblatt 60 sowie zu dem gegenüberliegenden Gebäude im Sophienblatt 35. Dort, in der Tonhalle – auch Geisterhalle genannt –, hatte gerade die NSDAP einige Räume bezogen, als das Bild entstand. Gesucht werden ebenso Fotos wie auch Dokumente, sagt Kinzler: „Eine Spur gibt es: Ein Plan zeigt, dass die Gebäude 1902 auf beiden Seiten der Straße der Germaniabrauerei gehörten.“

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Stadtmuseum Kiel zeichnet Karriere des Fotos nach

Zum einen soll in der Ausstellung die Karriere des berühmten Fotos nachgezeichnet werden: wie es zunächst nach Kiel kam und danach durch die Welt gezogen ist, in den 70er-Jahren nach Kiel zurückkehrte und schließlich durch die Aktion „Licht zeigen“ 90 Jahre nach dem Entstehen erneut für großes Aufsehen gesorgt hat.

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Dank einiger Details aus den Akten des Stadtarchivs und dem Nachlass des Rabbis Posner, der die Geschichte der Kieler jüdischen Gemeinde dokumentiert hat, lasse sich auch nachverfolgen, wie die Handlungsspielräume der damals hier lebenden Juden immer kleiner wurden, berichtet Kinzler. „Das Foto von Rahel Posner wird in der Ausstellung öfter zu sehen sein, immer aus unterschiedlichen Blickwinkeln.“ Denn auch der andere Teil der Geschichte dieses Fotos soll in der Ausstellung seinen Platz haben: die Sicht auf die Täter und die Geschehnisse im Gebäude gegenüber der Wohnung der Rabbi-Familie.

Stadt Kiel erforscht eigene Geschichte vor und während des Nationalsozialismus

Die Ausstellung wird vom 18. September 2022 bis zum 12. März 2023 im Kieler Stadtmuseum zu sehen sein. Doch auch darüber hinaus will die Stadt ihre Geschichte im 20. Jahrhundert und speziell vor sowie während des Nationalsozialismus näher erforschen: Wie berichtet, soll ein eigens dafür gegründetes Institut im kommenden Jahr zusammen mit dem Stadtarchiv ins Neue Rathaus, Hopfenstraße 60, ziehen. Zudem führte die Aktion „Licht zeigen“ dazu, dass derzeit auf politischer Ebene geprüft wird, ob womöglich eine Straße oder ein Gebäude in Kiel nach der Familie Posner benannt werden kann.

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Wissen Sie mehr? Haben Sie Fotos oder Dokumente, die mehr über die beiden damaligen Gebäude im Sophienblatt 35 und 60 verraten? Zudem würde sich das Museum über aktuelle oder bereits erstellte Fotos von unseren Leserinnen und Lesern mit dem Sticker der Aktion „Licht zeigen“ freuen. In beiden Fällen melden Sie sich bitte bis zum 17. Juni bei Sonja Kinzler vom Kieler Stadtmuseum per E-Mail an museum@kiel.de.

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