Prozess in Kiel

Irakischer Schleuser muss ins Gefängnis

Foto: Der Angeklagte musste sich vor dem Kieler Landgericht wegen des Todes von vier Bootsflüchtlingen verantworten. 

Der Angeklagte musste sich vor dem Kieler Landgericht wegen des Todes von vier Bootsflüchtlingen verantworten.

Kiel. Die Strafkammer sprach den Mann am Donnerstag wegen versuchter Einschleusung mit Todesfolge schuldig. Der Angeklagte habe gewerbsmäßig als Teil einer Bande gehandelt.

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Das mit mehr als 300 Flüchtlingen überladene Holzboot kenterte im Oktober 2015 im Mittelmeer zwischen der Türkei und Lesbos. Insgesamt starben mindestens 54 Menschen. Der Angeklagte brachte laut Anklage mit mehreren Komplizen 26 Menschen an Bord des Bootes. Für die Schleusungen soll er einen fünfstelligen Betrag erhalten haben.

Der 28-jährige Iraker, der später selbst nach Deutschland flüchtete und hier von Eltern der Opfer erkannt wurde, hatte die Vorwürfe bestritten. Seine Verteidiger forderten Freispruch und Haftentschädigung. Die Richter blieben deutlich unter dem Strafantrag der Staatsanwälte, die neun Jahre und vier Monate Haft beantragten hatten.

Von dpa

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