"Rudern gegen Krebs"

Jubiläumsregatta auf der Kieler Förde

Die 70 Teams gaben in ihren Doppelvierern alles beim Rudern gegen Krebs.

Die 70 Teams gaben in ihren Doppelvierern alles beim Rudern gegen Krebs.

Kiel. Etwa 70 Teams wetteiferten auf der 300-Meter-Strecke vor der Anlage des Ersten Kieler Ruder-Clubs von 1862 bei allerbestem Wetter um möglichst gute Platzierungen im Doppelvierer. Und nicht nur um das: Sofern es sich nicht um Schüler- oder Patientenboote handelte, zahlte jedes Team 300 Euro Startgeld, von denen 200 direkt in den Fördertopf für Sporttherapie kamen. Die Stiftung „RSH hilft helfen“ und die Kieler Niederlassung der dänischen Sydbank waren zudem als Großsponsoren mit jeweils 10000 Euro dabei, dazu mehr als 20 überwiegend regionale Unterstützer wie Textilservice Wulff, die Firma Buchner oder die Vater Unternehmensgruppe.

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"Rudern gegen Krebs" brachte knapp eine halbe Million zusammen

Das läppert sich, wie es so schön heißt. Bei den ersten neun Regatten kamen exakt 494500 Euro zusammen, damit Krebskranke kostenlos oder zu stark vergünstigten Beiträgen Sport machen können. Und auch wenn die Abrechnung noch eine Weile dauern wird, darf für die jetzige Jubiläumsregatta locker wieder mit einer Summe von 50000 bis 60000 Euro kalkuliert werden.

Geld, das gut angelegt ist, wie Astrid Schulz betont. Die Sportwissenschaftlerin und Physiotherapeutin betreut als Kooperationspartnerin der Stiftung Leben mit Krebs das Sportprogramm für Krebspatienten im Städtischen Krankenhaus und erlebt es fast jeden Tag: „Sport hat unheimlich viele positive Effekte.“ Der Muskelaufbau geht schneller voran, der Stoffwechsel kommt in Fahrt, oftmals wird die Chemotherapie besser vertragen, und nicht zuletzt profitiert die Psyche. Dabei zu sein in einer Gruppe, ohne Leistungsdruck Spaß an Bewegung zu haben, das ist für Astrid Schulz mithin genauso wichtig wie die rein körperliche Wirkung von Sport.

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Völlig oder fast kostenlose Sportangebote für Krebspatienten

Bestätigen können das Woche für Woche 60 bis 80 Patienten des Städtischen Krankenhauses und anderer Kliniken. Sie alle nehmen völlig oder fast kostenlos an den verschiedenen Sportangeboten teil, am beliebtesten ist dabei die funktionelle Gymnastik, die den ganzen Körper im Visier hat. Ebenfalls sehr gefragt ist tatsächlich das Rudern, das einmal in der Woche in Kooperation mit der Rudergesellschaft Germania vonstatten geht.

Spaß an Bord hatten am Sonnabend auch zahlreiche Promis. Während es Sozialminister Heiner Garg (FDP) als Vertreter des verhinderten Schirmherrn Daniel Günther (CDU) bei Grußworten an Land beließ, stieg Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) gemeinsam mit Astrid Schulz sowie Roland Ventzke und Thomas Wesselowski vom Städtischen Krankenhaus tatsächlich ins Boot und gewann seinen Vorlauf mit Glanz und Gloria.

Ob es danach nicht mehr so gut lief, weil der OB zu einem anderen Termin musste, weiß man nicht genau. Bei den Einsteigern siegte jedenfalls im Finale die Stryker Trauma GmbH, deren Team den irreführenden Namen „No Talent“ trug. In der Wertung der Experten siegte dann das Team Fassaden-Exen der Firma „Fassad-Ex“. Einen Preis für den nettesten Namen hätte sich aber auch das Städtische Krankenhaus verdient. Seine Mannschaft war als „Die schnellen Bazillen“ angetreten.

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