Wegen Personalmangels

Kiel baut erst mal nicht mehr

Foto: Stadtbaurätin Doris Grondke zieht sich den Unmut der Selbstverwaltung zu.

Stadtbaurätin Doris Grondke zieht sich den Unmut der Selbstverwaltung zu.

Kiel. Doris Grondke streckt die Waffen: Mit einer einstweiligen Bankrotterklärung ihrer Immobilienwirtschaft überrascht die Baudezernentin die Ratsfraktionen.

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In einer Beschlussvorlage für den Bauausschuss am kommenden Donnerstag begehrt die Stadträtin die Zustimmung der Politik dafür, dass das Amt Neu-, Um- und Erweiterungsbauten auf der Prioritätenliste einstweilen nach hinten schiebt und sich zunächst auf die Sicherung und den Betrieb vorhandener Gebäude konzentriert. Begründung: Personalmangel. Nur bereits verabredete Baumaßnahmen könnten noch in Angriff genommen werden - wenn überhaupt.

Entscheidende Stellen sind derzeit nicht besetzt

Nach Auskunft von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer sind in der Immobilienwirtschaft derzeit 20 von 300 Stellen unbesetzt - und zwar entscheidende: Techniker, Ingenieure, Planer. Laut Grondke sind allein fünf von neun Projektleiter-Stellen unbesetzt. Unter den vier vorhandenen seien zwei ausschließlich mit den Projektleitungen fürs Hörnbad und das Kieler Schloss gebunden.

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Die Opposition ist wegen der Beschlussvorlage auf den Barrikaden, aber auch die Kooperation ist nicht begeistert.

Kruber: Totaler Offenbarungseid

CDU-Fraktionschef Stefan Kruber spricht von einem "totalen Offenbarungseid" und nennt ihn skandalös. "Es fehlt jegliches strukturiertes Vorgehen." Grondke mache das Schulbauprogramm zur Farce. "Haushaltstitel liegen seit Jahren vor, aber die wollen ja gar nichts mehr bauen", sagt Kruber. Seine Fraktion werde die Beschlussvorlage ablehnen.

Für die SPD sagt ihr schulpolitischer Sprecher Tobias Friedrichs: "Wir wollen die Priorisierung erst prüfen und uns darüber auch mit dem Schulamt austauschen." Seine grüne Kollegin Andrea Hake nennt Grondkes Vorlage unambitioniert. Sie vermisst "eine Perspektive".

Kämpfer: Müssen Prioritäten setzen

Die Stadträtin bekommt indes Rückendeckung von ihrem Vorgesetzten. "Wir müssen uns ehrlich machen", sagt Ulf Kämpfer, "und Prioritäten setzen." Es gehe um das Machbare.

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Grondke selbst verweist auf den Fachkräftemangel. "Der Markt bei Ingenieuren ist begrenzt", sagt sie. Die Stadt verstärke ihre Bemühungen um Fachpersonal massiv mit Ausschreibungen. Es würden sogar Kandidaten gezielt angesprochen und Litfaßsäulen mit Stellenangeboten beklebt.

Mehr zum Thema:Michael Kluth zum Kieler Immobilienamt

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