Ukraine-Krieg

Kiel: So wird die Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine organisiert

Alexandra Hebestreit ist Leiterin des Ehrenamtsbüros Nette Kieler. Sie will Hilfsangebote zusammen mit der Stadt Kiel und der Stadtmission bündeln.

Alexandra Hebestreit ist Leiterin des Ehrenamtsbüros Nette Kieler. Sie will Hilfsangebote zusammen mit der Stadt Kiel und der Stadtmission bündeln.

Kiel. Der Krieg in der Ukraine macht fassungslos, aber nicht hilflos. Die Nachfrage nach Möglichkeiten, etwas für die Menschen in der Ukraine zu tun, ist auch in Kiel und der Umgebung groß. In den sozialen Netzen fragen Menschen nach Abgabeorten in der Nähe, auf Instagram sammelt beispielsweise die Kieler Influencerin Johanna Brüggemann Anlaufstellen und Suchanfragen, die ihr zugetragen werden.

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Auch bei der Stadt bildet sich ein Knotenpunkt. Das Ehrenamtsbüro Nette Kieler steht mit der Stadtmission und der Stadt Kiel in Kontakt, um die Hilfsangebote in Kiel zu bündeln und Anlaufstellen mit Spenderinnen und Spendern zu vernetzen. Wenige Tage nach dem Beginn der russischen Angriffe auf die Ukraine sind viele Hilfsorganisationen in Kiel aber noch dabei, sich zu koordinieren und Angebote auf die Beine zu stellen.

Ukraine-Krieg: Stadt Kiel richtet Bürgertelefon ein

Die Stadt selbst hat ein provisorisches Bürgertelefon eingerichtet, bei dem sich sowohl Hilfssuchende als auch Menschen melden können, die helfen möchten. Es ist im Amt für Migration angesiedelt und täglich zwischen 8 und 16 Uhr telefonisch unter 0431/901-4750 oder per E-Mail unter referat-migration@kiel.de erreichbar. Wer also beispielsweise kostenlosen Wohnraum für Geflüchtete zur Verfügung stellen möchte, kann dies an die Stadt melden, wo die Angebote gesammelt werden.

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Bisher sind laut Stadtsprecherin Kerstin Graupner zwei Menschen aus der Ukraine in Kiel angekommen, die gut untergekommen und versorgt sind. Weil sich bisher keine weiteren Geflüchteten angekündigt haben, nimmt die Stadt derzeit keine Sachspenden an. „In der Phase sind wir noch nicht“, sagt Graupner. Noch gebe es dafür keinen Bedarf in Kiel, eine provisorische Lagerung würde sich als schwierig erweisen.

Auch Alexandra Hebestreit, Leiterin des Ehrenamtsbüros, bittet darum, nicht einfach drauflos zu spenden. Die letzte große Flüchtlingsbewegung ab 2015 habe gezeigt, dass Spenderinnen und Spender erst einmal schauen sollten, was gebraucht wird und welche Stellen was sammeln, als blind zu spenden. „Die Hilfsorganisationen können die Massen sonst nicht bewältigen“, sagt Hebestreit.

Gewerkschaften in Kiel wollen Sachspenden an die Grenze fahren

Die Kieler Gewerkschaften wollen derweil in Rücksprache mit der deutsch-ukrainischen Gesellschaft Sachspenden direkt an die polnisch-ukrainische Grenze transportieren. Bis Donnerstagabend sammeln sie für die Menschen in der Ukraine.

Benötigt werden unter anderem Medikamente wie Schmerzmittel, Erste-Hilfe-Kästen, nicht verderbliche Getränke und Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Kleidung und Technik, beispielsweise Taschenlampen und Batterien. Wer spenden möchte, kann sich unter 0170/8385202 beim DGB-Vorsitzenden für die Region Kiel, Frank Hornschu, melden. Die Abgabe der Sachspenden ist nach terminlicher Vereinbarung in der Legienstraße 22 in Kiel möglich.

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Die Stadt möchte außerdem ihre Kapazitäten für Geflüchtete weiter erhöhen. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) hatte in der vergangenen Woche bereits angekündigt, dass Kiel per sofort 100 Geflüchtete in den Unterkünften im Schusterkrug und der Arkonastraße aufnehmen könne. Am Dienstag will die Stadt nun eine deutliche Aufstockung der Kapazitäten beschließen.

Von Jonas Bickel Johanna Lehn

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