Diskussion über Vonovia

Kieler Mieter hadern mit Betriebskosten

Foto: Viel Ärger kam zum Vorschein, als 80 Besucher in der Räucherei über ihre Erlebnisse mit der Wohnungsgesellschaft Vonovia berichteten.

Viel Ärger kam zum Vorschein, als 80 Besucher in der Räucherei über ihre Erlebnisse mit der Wohnungsgesellschaft Vonovia berichteten.

Kiel. Nachdem im Jahr 2015 in Friedrichsort ein Komplex mit 120 Einheiten der Wohnungsgesellschaft Sr. Georg von der Vonovia übernommen wurde, staunten die Mieter nicht schlecht: Von 10.400 auf fast 22.000 Euro im Jahr stiegen die Ausgaben für Versicherungen, für den Hausmeister wurden statt 250 mehr als 14.000 Euro veranschlagt, die Kosten für Hausreinigung vervierfachten sich auf mehr als 4600 Euro. In Gaarden ist derweil ein Mieter der Verzweiflung nahe, weil er für seinen Ein-Personen-Haushalt 320 Kubikmeter Wasser im Jahr verbraucht haben soll – mithin das Achtfache des Durchschnittsverbrauchs eines Singles. Fast allein aufgrund dessen haben sich die Vorauszahlungen auf die Betriebskosten um 110 Euro im Monat erhöht. Die Reklamation des Gaardeners läuft schon seit fast einem Jahr, „aber die reagieren einfach nicht“, klagt er.

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Nach der Eingangsbestätigung passiert lange nichts

Weit weniger gravierend sind andere mögliche Unstimmigkeiten, die am Dienstagabend in der Räucherei moniert wurden. Mal geht es um unterschiedliche Kosten für die Prüfung der Rauchmelder in exakt gleich großen Wohnungen, mal um zu hoch erscheinende Posten für Gartenarbeiten und ähnliche Dinge. Durchweg gibt es dabei Kritik am Beschwerdemanagement der Vonovia. Auf einen Widerspruch folge zwar prompt eine Eingangsbestätigung, danach passiere aber sehr lange überhaupt nichts.

Kieler Bündnis: Da steckt System dahinter

Dass System dahinter steckt, vermutet Andreas Meyer vom Kieler Bündnis für bezahlbaren Wohnraum. Die Betriebskosten seien die „größte Gewinnmaschine“ des Unternehmens, das bundesweit knapp 400.000 und in Kiel ungefähr 11.000 Wohnungen besitzt. Meyer zitierte den immer wieder erhobenen Vorwurf, wonach die Vonovia sehr häufig eigenes Personal zur Reinigung, Objektbetreuung und für handwerkliche Arbeiten einsetze, um dafür den Mietern überhöhte Ausgaben in Rechnung zu stellen. Bei Nachprüfungen in anderen Städten hätten sich erwiesenermaßen Tagessätze von 900 bis 1000 Euro für Hausmeister ergeben, betonte Meyer.

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Vonovia-Sprecher weist Verdächtigungen zurück

Nils Bartels von der Vonovia in Kiel weist solche Verdächtigungen jedoch zurück. Bei Dienstleistungen an Gebäuden werde fürs eigene Personal nicht mehr berechnet, als fremde Firmen nehmen würden, versichert er: „Das muss ja gerichtsfest sein.“ Zudem sei die Vonovia nach der zuletzt laut gewordenen Kritik „sehr sensibilisiert“ fürs Thema Betriebskostenabrechnungen, könne Fehler aber „leider nicht immer vermeiden“. Andererseits betrage die Reklamationsquote für diesen Bereich in Kiel weniger als zwei Prozent und bewege sich damit auf einem Niveau wie bei allen anderen Wohnungsgesellschaften auch.

Ein weiteres Mietertreffen gibt es am Dienstag, 22. Januar, um 19 Uhr in der Galerie „OnSpace“, Iltisstraße 10 (Ecke Medusastraße).

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