Erinnerung an Befreiung Leningrads

Kieler Muthesius-Studentin konzipiert Raum-Klang-Installation

Hat eine Raum-Klang-Installation für die aktuelle Ausstellung im Flandernbunker geschaffen: Muthesius-Studentin Roma-Nastasia Nebel.

Hat eine Raum-Klang-Installation für die aktuelle Ausstellung im Flandernbunker geschaffen: Muthesius-Studentin Roma-Nastasia Nebel.

Kiel. Das Thema war alles andere als leicht. Unter dem Titel „Traum und Trauma“ hat Roma-Nastasia Nebel (23) einen ganz besonderen Beitrag zur aktuellen Ausstellung im Flandernbunker geschaffen. Die Studentin der Kieler Muthesius Kunsthochschule entwickelte eine Raum-Klang-Installation, die den Krieg und damit verbundene Albträume vermitteln soll. „Je mehr ich mich mit der Hungerblockade in Leningrad beschäftigt habe, desto betroffener wurde ich“, sagt die Raumstrategin. Sie habe keine Großeltern, die vom Zweiten Weltkrieg berichten könnten. „Vieles wusste ich deshalb vorab überhaupt nicht.“

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Ein „Soundwalk“ mitten in der Ausstellung im Kieler Flandernbunker

Für ihre Installation nahm Roma-Nastasia Nebel mit dem Handy Menschenstimmen, Schritte, Vogelgezwitscher und Ähnliches auf, verfremdete dies, spielte Effekte dazu und mischte alles dramaturgisch zusammen. Dazu entwickelte sie einen eigenen Raum mit Fliegengittern. „Eine Art Soundwalk mit verschiedenen Lichtern ist so entstanden“, sagt sie. Dank des fast transparenten Materials nimmt der Betrachter die Ausstellung wahr, allerdings leicht verfremdet. „So schaffe ich einen komplett neuen Blick.“

Vor zwei Wochen traf Roma-Nastasia Nebel das erste Mal Ilja Zuckermann, der zusammen mit der Jüdischen Gemeinde Kiel und Region die eigentliche Ausstellung entwickelt hat. „Ich hatte großen Respekt vor ihm“, sagt sie. Sie war tief beeindruckt von dem Treffen. „Ich und unsere nachfolgenden Generationen haben die Verantwortung, die Geschichte aufzuarbeiten und es besser zu machen.“

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Auch die 7. Sinfonie von Schostakowitsch spielt bei der Installation eine Rolle

Die Klang-Installation von Roma-Nastasia Nebel ist ihre Bachelor-Arbeit und wird in Dauerschleife während der Ausstellung zu hören und dank der Lichteffekte auch zu sehen sein. Eine Rolle spielt auch die 7. Sinfonie des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch, deren erste Sätze der noch im belagerten Leningrad geschrieben hatte, sowie das Tacken eines Metronoms. „Ilja Zuckermann hat mir erzählt, dass das Metronom im Radio immer vor den Luftschutzwarnungen zu hören war.“ Eine Kommilitonin hat zudem ein Theaterstück zur Ausstellung konzipiert, das am 8., 11., 12. und 13. Februar jeweils um 19 Uhr aufgeführt wird (Karten: info@kriegszeugen.de).

„Niemand wird vergessen und nichts wird vergessen“, Ausstellung im Flandernbunker zum 78. Jahrestag der Befreieung Leningrads. Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Kiel und Region sowie der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Eröffnung ist am Mittwoch, 26. Januar, 18 Uhr. Geöffnet ist bis zum 17. April täglich von 10 bis 17 Uhr. Am Donnerstag, 27. Januar, 17 bis 20 Uhr, beteiligt sich der Flandernbunker mit Lichtern und warmen Getränken an der Aktion „Licht zeigen“ zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Mehr zum Thema: www.mahnmalkilian.de

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