Fazit nach Schultour

Kinderrechte: Das wünschen sich die Kinder und Jugendlichen in Kiel

Was wünschen sich die Jugendlichen für ihre Schulen? Dilay Yardim, Jaane Menning (vorn von links), Flemming Kagerer, Lasse Jarno Strauß, Tom Daubmann, Lovis Eichhorn (dahinter von links) im Ratssaal des Kieler Rathauses.

Was wünschen sich die Jugendlichen für ihre Schulen? Dilay Yardim, Jaane Menning (vorn von links), Flemming Kagerer, Lasse Jarno Strauß, Tom Daubmann, Lovis Eichhorn (dahinter von links) im Ratssaal des Kieler Rathauses.

Kiel. Sie wollen gerne bei den Corona-Regeln mitreden, lieber später zur Schule gehen und mehr Zeit mit ihren Eltern: Was Bürgermeisterin Renate Treutel auf ihrer „Schultour für Kinderrechte“ von den Kindern und Jugendlichen hörte, gibt einen tiefen Einblick in die Wünsche der jungen Generation – und soll in Zukunft auch Einfluss auf die lokale Politik haben.

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Die Bildungsdezernentin besuchte auf ihrer Tour zehn Klassen aus Grundschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien sowie die Schülervertretung eines Förderzentrums. Am Dienstag traf sie sich zum Abschluss mit Schülervertretern im Kieler Rathaus. Treutels Fazit ihrer Stippvisiten: „Ich habe noch nirgends so viele, sehr konkrete Vorschläge zu den Abläufen und Rahmenbedingungen an Schulen gehört, wie von den Schülerinnen und Schülern selbst.“

Auch Schüler Lovis Eichhorn gehörte am Dienstag zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Er findet: „Es wird in vielen Veranstaltungen etwas für Kinder getan – allerdings muss man dort als Kind oder Jugendlicher auch hingehen.“ Er würde sich wünschen, dass die Politik und die Verantwortlichen auch einen Schritt auf Kinder und Jugendliche zugehen. „Es ist etwas ganz anderes, ob jemand zu dir kommt oder ob man selbst den ersten Schritt machen muss“, sagt der 15-Jährige. Das tat Treutel nun.

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Schultour: Aufklärung über Kinderrechte gewünscht

Bei den Besuchen kamen jede Menge konkrete Wünsche auf: Die einen wünschten sich durchgängig geöffnete Spielplätze, andere, dass die Schule in der Pandemie nicht mehr schließen. Wieder andere legten Wert auf saubere Quartiere und mehr Mülleimer. Für Schüler Younes El-Hamadi (19) vom Hans-Geiger Gymnasium ist eine Sache am wichtigsten: „Aufklärung. Viele Kinder wissen einfach nicht, dass sie Rechte haben – die UN-Kinderrechtskonvention regelt aber genau das.“ Wenn Kinder mehr darüber Bescheid wüssten, könnten sie ihre Rechte auch besser einfordern, so El-Hamadi. Schülerin Jennifer Akpu ergänzt, dass Kinder mit Migrationshintergrund und Behinderung besser gehört werden müssen: „In der Landesschülervertretung gibt es zum Beispiel niemanden mit Migrationshintergrund. Dabei müssten sie mehr einbezogen werden.“

Bürgermeisterin Renate Treutel will Kreisschülerversammlung in Kiel auf den Weg bringen

Im Rathaus drehte sich alles um die Frage, wie die junge Generation an politischen Entscheidungen beteiligt werden können: Ganz konkret wurde hier die Möglichkeit besprochen, eine Kreisschülerversammlung (KSV) in Kiel zu etablieren. Dafür gab es von allen Seiten großen Zuspruch: „Demokratie zeichnet sich durch die Beteiligung aller Bevölkerungsschichten aus – das heißt, Kinder und Jugendliche müssen genauso gefragt werden. Eine Kreisschülerversammlung wäre ein weiterer Schritt in genau diese Richtung“, wirbt Lasse Jarno Strauß, 1. Vorsitzender des Jungen Rats, für die KSV.

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In der Landesschülervertretung der Gymnasien in Schleswig-Holstein sind ungefähr 100 Schulen vertreten, allerdings nur elf Personen im Vorstand, sagt Vorstandsmitglied Tom Daubmann: „Regionale Projekte lassen sich da schwer bis gar nicht umsetzen. Mit einer Kreisschülerversammlung wäre das möglich.“

Für die anwesenden Schülerinnen und Schüler war die Sache nach einer halbstündigen Diskussionsrunde klar: Auch sie hätten gerne eine Kreisschülerversammlung. Renate Treutel sah dies als Auftrag: Bevor dieses Gremium allerdings gegründet wird, müssen zunächst die rechtlichen und organisatorischen Fragen geklärt werden. Zum Beispiel müsse ein Wahlprozedere entwickelt werden. Bürgermeisterin Treutel ist zuversichtlich: „Noch vor der Sommerpause wird es eine Kreisschülerversammlung geben.“

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