Immer mehr Pendler

Langer Arbeitsweg ist Gesundheitsrisiko

Foto: Auch wer auf die Bahn umsteigt, kann oft nicht stressfrei den Arbeitsweg bewältigen - durch Verspätungen, Zugausfälle oder Überfüllung.

Auch wer auf die Bahn umsteigt, kann oft nicht stressfrei den Arbeitsweg bewältigen - durch Verspätungen, Zugausfälle oder Überfüllung.

Kiel. 487 000 Einwohner pendeln regelmäßig über die Kreis- oder Landesgrenze hinweg zu ihrem Arbeitsplatz aus. 381 000 Menschen pendeln aus anderen Kreisen und Bundesländern zum Arbeiten ein.

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Kiel ist das Pendlerzentrum

Die größte Pendlerstadt im Land ist Kiel. Fast 61 000 Menschen kommen aus anderen Kreisen oder Bundesländern zum Arbeiten in die Fördestadt. Fast 2000 davon wohnen in Hamburg, weitere 1000 in Mecklenburg-Vorpommern, zeigt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit von 2018. Gleichzeitig verlassen mehr als 27 000 Kieler die Stadt, weil sie irgendwo in Schleswig-Holstein oder in anderen Bundesländern ihr Geld verdienen.

Interaktive Grafik: Anzahl der Aus- und Einpendler in Schleswig-Holstein

Die Grafik zeigt die Anzahl und Verteilung der Aus- und Einpendler aus den Regionen Schleswig-Holsteins und Hamburgs. Die Auspendler stehen auf der linken, die Zahl der jeweiligen Einpendler finden Sie auf der rechten Seite.

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Eine Ursache: zu teure Wohnungen

Kiel zieht damit wie Neumünster, Lübeck und Flensburg mehr Pendler an als auspendeln. In den Landkreisen ist es umgekehrt. Die Ursachen für das Pendeln sind vielfältig: Zu wenig und zu teurer Wohnraum in Städten, die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt, befristete Arbeitsverträge, das Häuschen auf dem Land, das man nicht aufgeben möchte, der Partner, der einen Job vor Ort hat…

Pendler haben erhöhtes Risiko

Pendeln erhöht das Risiko für Erkrankungen und die Unzufriedenheit. Vor allem das Sozialleben leidet. Vor allem Fernpendler haben das Gefühl, immer auf der Achse zu sein, nicht mehr zur Ruhe zu kommen. Die Initiative Gesundheit und Arbeit (Iga) hat herausgefunden, dass die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit stark ansteigen, wenn eine Wegstrecke länger als 45 Minuten dauert. Auch Autofahrer, die regelmäßig und lange im dichten Verkehr unterwegs sind, fühlen sich danach oft fremdbestimmt.

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Der Stress ist messbar

Doch was man selbst nicht ändern kann, macht Stress – Staus und Baustellen zum Beispiel. Züge, die zu spät kommen oder ausfallen. Die körperliche Reaktion darauf ist Pendlern messbar. Denn unter Stress schüttet der Körper vermehrt die Botenstoffe Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol aus. Der Puls rast, der Blutdruck steigt. Das kann über einen längeren Zeitraum zu Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen, Sodbrennen und Entzündungen führen.

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