Debatte um Klimanotstand

Leser reagieren ironisch und ablehnend

Foto: Die Ratsversammlung Kiel wird am Donnerstagabend absehbar den Klimanotstand ausrufen.

Die Ratsversammlung Kiel wird am Donnerstagabend absehbar den Klimanotstand ausrufen.

Kiel. Das Ausrufen des Klimanotstandes in Kiel sorgt für reichlich Gesprächsbedarf bei den Lesern der Kieler Nachrichten. Dirk Gehlhar fragt sich etwa: "Heißt das, dass jetzt keine Kreuzfahrtschiffe mehr in Kiel starten, gewartet werden oder ablegen?" Daniel Beisert sagt: "Ist heute der erste April?"

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Kiel als Vorreiter in Sachen Klimanotstand

Andere sind jedoch gespannt darauf, welche Veränderungen ein ausgerufener Klimanotstand mit sich bringen wird. "Das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung", sagt Andrea Frahm. "Und Kiel als Vorreiter - das ist echt cool."

Als erste deutsche Stadt hatte vor zwei Wochen Konstanz den Klimanotstand ausgerufen. Vorbilder sind etwa Los Angeles, London und Basel.

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Niklas Hielscher sagt: "Das ist gut, dass Kiel vorprescht. Noch besser wäre es, wenn das wie in Großbritannien auch auf nationaler Ebene passieren würde." Er hofft, dass im Bundesverkehrswegeplan der Ausbau des Schienennetzes für Personen- und Güterverkehr die nötige Priorität bekommt - vor dem Autobahnbau.

Lokale Wirtschaft könnte ins Abseits gedrängt werden

Sorgen machen sich einige Leser hingegen über die Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. "Investoren werden sich zweimal überlegen, ob sie in Kiel investieren", schreibt Nikolai Donitzky. Auch Tom Andersen äußert Bedenken. "Die Geschäftsleute wird es freuen, es wird bald genügend leere Parkplätze für Kunden in Kiel geben." Jan Boye sagt: "Symbolik sollte mit konkreten und wirkungsvollen Maßnahmen Hand in Hand gehen." Für ihn sei etwa eine Landstromanlage ohne Abnahmepflicht aufgrund des hohen Strompreises noch wirkungslos.

Der Antrag zur Ausrufung des Klimanotstandes kommt von der Mehrheitskooperation aus SPD, Grünen und FDP. Wie beim „sicheren Hafen“ für Flüchtlinge handelt es sich beim Bekenntnis zum Klimanotstand um mehr als einen symbolischen Akt. So wird die Stadtverwaltung aufgefordert, Maßnahmen aus dem Green-City-Plan und aus dem Masterprogramm „100 Prozent Klimaschutz“ vorzuziehen.

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