Landesfunkhaus Schleswig-Holstein

NDR Kiel: Führungskräfte werden nach Vorwürfen versetzt

Im Landesfunkhaus des Norddeutschen Rundfunks (NDR) in Kiel gibt es personelle Veränderungen.

Im Landesfunkhaus des Norddeutschen Rundfunks (NDR) in Kiel gibt es personelle Veränderungen.

Kiel. Die Vorgänge beim NDR in Kiel haben nun dauerhafte personelle Konsequenzen. Politikchefin Julia Stein und Chefredakteur Norbert Lorentzen werden künftig nicht mehr im Landesfunkhaus arbeiten, teilte Landesfunkhausdirektor Volker Thormählen am Mittwoch mit. „Wegen des verloren gegangenen Vertrauens habe ich beiden heute früh mitgeteilt, dass ich nicht weiter mit ihnen zusammenarbeiten werde.“ Stein und Lorentzen sollen nun neue Aufgaben außerhalb des Landesfunkhauses beim NDR erhalten.

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Thormählen selbst wurde von NDR-Intendant Joachim Knuth darum gebeten, seine Arbeit als Direktor nach Beendigung des unbezahlten Urlaubs wieder aufzunehmen und zu skizzieren, wie er die identifizierten Probleme im Landesfunkhaus in den Griff bekommen will, hieß es in einer Pressemitteilung des Senders.

NDR Kiel will mit Neuanfang beginnen

Der NDR sieht sich seit Wochen schweren Vorwürfen ausgesetzt. Die handfeste Krise hatte ein interner Bericht des Redaktionsausschusses ausgelöst, in dem von einem „politischen Filter“ und einem „Klima der Angst“ im Kieler Funkhaus die Rede war. Die Führungskräfte, so berichteten ungenannte Mitarbeiter darin, würden „wie die Pressesprecher“ der Ministerien agieren. In einer internen Untersuchung, für die zwei NDR-Redakteure im Sender recherchierten, wird der zentrale Vorwurf der politischen Einflussnahme nicht betätigt. Belege für einen „politischen Filter“ habe man nicht gefunden.

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Aus dem 43-seitigen Bericht, der am Dienstag veröffentlicht wurde, wird aber scharfe Kritik an Stein und Lorentzen deutlich. Als wesentliches Problem wird unter anderem das Redaktionsklima identifiziert. Im Fernsehbereich des Landesfunkhauses habe es offensichtlich große Probleme in der Zusammenarbeit gegeben, die auch Auswirkungen auf die journalistische Arbeit hatten.

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„Heute weiß ich – es hat in Teilen eine Kultur geherrscht, die nicht akzeptabel ist, die mit meinen Prinzipien nicht vereinbar ist und gegen die ich hätte früher vorgehen müssen. Mehr Druck oder gar Angst darf nicht sein“, erklärte Thormählen. Laut NDR beginnt der strukturelle und kulturelle Neuanfang im Landesfunkhaus Schleswig-Holstein unverzüglich, bereits ab Donnerstag starten dafür intern die ersten Gesprächsrunden.

Beendet ist die Aufklärungsarbeit damit allerdings noch nicht. Unabhängig vom eigenen Prüfbericht steht noch eine externe Untersuchung der Vorwürfe durch ein Prüf- und Beratungsunternehmen aus, die der Landesrundfunkrat Schleswig-Holstein auf den Weg gebracht hat.

Auch in Hamburg gibt es Probleme

NDR-Intendant Joachim Knuth hat zudem noch eine weitere Baustelle im NDR-Funkhaus Hamburg. Dort steht die Kollegin von Thormählen in der Kritik. Funkhaus-Direktorin Sabine Rossbach wird Vetternwirtschaft vorgeworfen. Sie hat inzwischen erklärt, dass sie den Weg für einen Neuanfang freimachen will.

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