Plastikfreie Alternative

Pappe für den Hundeschiet

Foto: Die beiden Studentinnen Mona Bangemann (links) und Sarai Quezada möchten die Stadt Kiel und ihre Hundebesitzer animieren, beim Entfernen von Hundeschiet auf Pappe umzusteigen.

Die beiden Studentinnen Mona Bangemann (links) und Sarai Quezada möchten die Stadt Kiel und ihre Hundebesitzer animieren, beim Entfernen von Hundeschiet auf Pappe umzusteigen.

Kiel. Ziel des Projektes „Grüner Schiet“ ist, die Anzahl von rund vier Millionen Hundeschietbüdeln jährlich in Kiel zu minimieren. Sie stehen den Haltern von derzeit 8100 gemeldeten Hunden an 306 Automaten kostenfrei zur Verfügung und sollen helfen, den Kot hygienisch zu entsorgen. Die Hinterlassenschaften fallen schwer ins Gewicht: Knapp 400 Tonnen Hundekot jährlich sammelt die Kieler Straßenreinigung lose über die Kehrmaschine und rund 200 Tonnen tütenweise aus Mülleimern ein.

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Hundeschiet als Ressource

Beim Spazierengehen mit Hund Gota hat Sarai Quezada die überquellenden Mülleimer entdeckt und nach Lösungen gesucht. Die 25-jährige Environment-(Umwelt-)Manager-Studentin dachte sich: „Man könnte den Hundekot doch als Ressource betrachten und in Kompost verwandeln.“ In Mona Bangemann, die ihren Master of Science Sustainability, Society and the Environment machen möchte, fand sie eine Mitstreiterin für den Zukunftswettbewerb, der nachhaltige und sozialunternehmerische Projekte und Gründungen mit Startkapital unterstützt.

Testphase beginnt im Schrevenpark

„Mit dem Startkapital wollen wir ab April den Poopick an Hundehalter im Schrevenpark kostenlos verteilen und testen lassen, rund 100 Stück in der Woche“, beschreibt Bangemann. Der Poopick ist ein kompostierbares Produkt aus recyceltem Papier und Möbeln und wird in drei unterschiedlichen Größen bereits in Deutschland hergestellt. Er wird zusammengefaltet und funktioniert wie eine Klappe, mit der man den Kot ohne Berührung aufnehmen kann. „Wir haben uns den Schrevenpark ausgesucht, weil es hier viele Hundehalter gibt und rund 500 Plastikschietbüdel wöchentlich zum Einsatz kommen“, so Quezada. Zudem wollen sie die Poopicks in speziellen Behältern sammeln und probieren, den Kot über eine Thermal-Kompostierungsmethode in Humus umzuwandeln. Denn auf gewöhnliche Komposthaufen darf Hundekot nicht, weil darin für Menschen gefährliche Parasiten und Krankheitserreger sein können. „Der aus Hundekot produzierte Humus könnte aber in städtischen Parkanlagen eingesetzt werden“, sagt Bangemann.

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Interesse bei Hundehaltern und Stadt?

Die Frage ist, ob Hundehalter und die Stadt Kiel anbeißen. Die beiden Master-Studentinnen sind guten Mutes und hoffen auf ein gutes Ergebnis beim Wettbewerb, für den man online abstimmen kann. „Kiel möchte Zero-Waste-Stadt werden. Da wären kompostierbare Poopicks doch eine gute Idee, die wirklich Veränderung schafft“, sind sie überzeugt.

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