Meimersdorf in Kiel

Rätsel um die Wagengruppe im Moor

Foto: Als "schönen neuen Platz im grünen Meimersdorfer Moor" bezeichnen die Aktivisten ihren Standort seit einer Woche.

Als "schönen neuen Platz im grünen Meimersdorfer Moor" bezeichnen die Aktivisten ihren Standort seit einer Woche.

Kiel. "Sie schreien nur herum", so die Einschätzung. Die Wagengruppe selbst gibt an, vor Ort keinerlei Gefahr darzustellen, weder für eine nahe Bahn-Baustelle noch für die Natur, konkret Kreuzottern. Und es gibt weitere Rätsel vor Ort.

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Bundespolizei sprach zunächst Platzverweis aus

Denn wie diese Zeitung erfuhr, war noch ungeklärt, ob die so auftretenden Eigentümer tatsächlich im Besitz der Fläche sind. Aufgrund der nahen Bahnstrecke kam zunächst einmal die Bundespolizei an Ostern vor Ort zum Einsatz, hatte auch einen Platzverweis ausgesprochen, wie Sprecher Gerhard Stelke bestätigte.

Eigentum und Besitz werden geprüft

Im Zuge dessen sei allerdings auch die Frage aufgekommen, wem das dortige Areal eigentlich genau gehöre – daher habe die Bundespolizei beschlossen, das zunächst einmal in aller Ruhe zu prüfen. Da die Bundespolizisten "keine unmittelbare Belästigung von Arbeiten" feststellen konnte, sei zunächst einmal "kein Einsatz geplant", erläuterte Stelke.

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KN-Informationen zufolge war das Gelände ursprünglich im Besitz der DB Netz AG, offenbar läuft aber derzeit ein Verkaufsprozess. "Wir kennen den Fall", sagte Deutsche-Bahn-Unternehmenssprecher Egbert Meyer-Lovis. "Der neue Besitzer ist in der Verantwortung, wird aber von uns unterstützt." Die Wagengruppe ruft ihre Unterstützer bei Facebook dazu auf, neue Meldungen abzuwarten. Wie die lauten könnten, ist aber offen.

Das ist die Wagengruppe Schlagloch

Im April 2017 hatte die Wagengruppe Schlagloch erstmals für Aufsehen gesorgt, als die Aktivisten eine Möbel-Kraft-Ausgleichsfläche besetzten. Erst im Zuge eines Polizeieinsatzes zogen sie nach mehreren Wochen wieder ab. Es entwickelte sich ein Kontakt zur Stadt und Verhandlungen mit dem Büro des Oberbürgermeisters über einen dauerhaften Standort. Die Aktivisten warben für ihr alternatives Wohnen in den Wagen und kritisierten die aus ihrer Sicht Investoren-freundliche Politik der Stadt. Nach einer Winter-Übergangsstellfläche an der Edisonstraße in Kiel-Wellsee waren Plakate der Wagengruppe auch Gegenstand eines mutmaßlichen Brandanschlags auf den linken Szenetreff Li(e)ber Anders in Gaarden im Dezember 2018. Über den jüngsten Winter kamen die Aktivisten an der Werftbahnstraße, wo künftig das "Kool-Kiel"-Hotelprojekt entstehen soll. Nicht nur diesbezüglich sind die jungen Wagenbewohner anderer Meinung.

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