Baltic Dev Days

Schleswig-Holstein will Programmierer anlocken

Virtual Reality hat seine Wurzeln in der Gaming-Branche, ist aber längst in der Industrie angekommen. Das Potenzial von Spielenentwicklung für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein ist ein Thema bei den Baltic Dev Days.

Virtual Reality hat seine Wurzeln in der Gaming-Branche, ist aber längst in der Industrie angekommen. Das Potenzial von Spielenentwicklung für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein ist ein Thema bei den Baltic Dev Days.

Kiel. Christian Haja und Boris Zander wissen um das Potenzial ihres Berufszweigs, 2017 lag der Umsatz alleine in Deutschland bei 3,3 Milliarden Euro. Bei der Firma Seal Media aus Kiel entwickeln Haja und Zander Online-Spiele und setzen sich dafür ein, dass die Gaming-Industrie in Schleswig-Holstein mehr Beachtung findet. Deshalb richtet Seal Media bei der Digitalen Woche die Baltic Dev Days aus, eine Konferenz, bei der Spieleentwickler, Grafiker, Unternehmer und Studenten ins Gespräch kommen.

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Baltic Dev Days: Breites Spektrum an Experten

Gelingen soll das, indem bei der Konferenz am 12. und 13. September im Hotel Atlantic ein breites Themenfeld abgedeckt wird. "Die Spiele-Industrie ist stark interdisziplinär aufgestellt und bietet alternative Berufsfelder", sagt Christian Haja, der Projektverantwortliche für die Baltic Dev Days. Deshalb kommen zu der Konferenz nicht nur Programmierer, sondern auch Experten aus dem Marketing oder dem Personalmanagement. Neben Vorträgen und Workshops wird es am ersten Abend der zweitägigen Veranstaltung ein Netzwerk-Treffen geben, bei dem ein zwangloser Austausch möglich sein soll. Zu Gast sind unter anderem Vertreter von Google, dem Verband der deutschen Games-Branche oder den Entwickler-Firmen Kolibri Games und Unreal Engine.

Der Einfluss der Gaming-Branche auf die Industrie

Die Spiele-Branche hat nicht nur Einfluss auf die Gamer selbst, sondern nimmt auch eine Rolle als Ideengeber für die Wirtschaft ein. Viele Technologien, die für Spiele entwickelt wurden, haben längst den Weg in den Alltag gefunden. Auch dieser Aspekt soll bei den Baltic Dev Days Beachtung finden und der Frage nachgehen, wie die Industrie von Gaming-Prozessen profitieren kann.

"Es gibt viele Schnitt- und Anknüpfungspunkte", sagt Christian Haja. Als Beispiel nennt er Virtual und Augmented Reality, die Teil der Digitalisierung geworden sind oder Grafikkarten, die ursprünglich für Spiele entwickelt und immer leistungsstärker wurden und mittlerweile auch in jedem Privat-Computer Anwendung finden. Auch die Automobilbranche ist an einem engen Austausch mit Spieleentwicklern interessiert. So beschäftigt sich beispielsweise Mercedes mit der Frage, wie sich Insassen von autonom fahrenden Pkw in Zukunft ihre Zeit vertreiben und ob die Möglichkeit besteht, Spielekonsolen in die Fahrzeuge einzubauen.

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Werbung für den Standort Schleswig-Holstein

Die Baltic Dev Days sollen aber weit mehr sein als ein reines Kontakte-Knüpfen. "Wir sehen die Konferenz als Standort-Marketing", sagt Boris Zander, einer der Gründer von Seal Media. Bei der Non-Profit-Veranstaltung – sämtliche Redner reisen auf eigene Kosten an und zahlen ihre Unterkunft selbst – geht es deshalb vor allem darum, junge Menschen, die in der Gaming-Branche Fuß fassen oder ein Unternehmen gründen wollen, zu überzeugen, sich in Schleswig-Holstein niederzulassen. Schließlich hat der Berufszweig enormes Potenzial, wie die Wachstumsraten von 15 Prozent (2017) zeigen. Von dieser Wirtschaftskraft könnte auch die Region profitieren.

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"Schleswig-Holstein ist noch relativ klein aufgestellt", bedauert Boris Zander, dass es in Schleswig-Holstein noch keine lizensierte Spieleförderung wie in anderen Bundesländern gibt. Berlin, aber auch Nordrhein-Westfalen wissen um die Chancen, die die Ansiedlung von Gaming-Unternehmen mit sich bringen und locken Start-Ups gezielt mit finanzieller Unterstützung. "Wir werden kein Berlin oder Köln werden", sagt Zander. "Aber wir haben in Schleswig-Holstein Platz für viele Firmen und das Potenzial, ein großer Standort zu werden." Zander und Haja würden sich wünschen, dass sich Gründer hier willkommen fühlen und mit ihren Projekten offene Türen einrennen.

Schleswig-Holstein lockt Interessenten

Und das Interesse und die Bereitschaft von jungen Menschen, in den Norden zu ziehen, seien da. Das merken die Seal-Media-Chefs an den vielen Initiativ-Bewerbungen, die sie aus der gesamten Republik erhalten. Deshalb ist das Programm der Baltic Dev Days auch stark auf Schüler und Studenten ausgerichtet. Einige Vorträge stellen die verschiedenen Berufsfelder vor oder erklären, was bei einer Unternehmensgründung beachtet werden muss.

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Um die angehenden Kollegen auf die Konferenz zu locken, zahlen Studenten für beide Tage 25 Euro, zudem gibt es ein kostenloses Kontingent an 50 Tickets ohne die Networking-Veranstaltung am ersten Abend. Am Freitagnachmittag können 75 Schüler gratis die Baltic Dev Days besuchen. Der reguläre Kartenpreis liegt für beide Tage zusammen bei 175 Euro, inklusive des Netzwerk-Abends und kostenlosem Catering. Die Tickets und das Programm gibt es auf der Homepage der Baltic Dev Days.

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