Lindenau-Werft

Schwimmdock wird zum Problemfall

Foto: Das Schwimmdock 1 (li.) vor der Lindenau-Werft wird auf Anordnung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Lübeck überprüft. Dabei werden auch Taucher eingesetzt. Derzeit sei die Lage stabil, sagte eine Sprecherin der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt.

Das Schwimmdock 1 (li.) vor der Lindenau-Werft wird auf Anordnung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Lübeck überprüft. Dabei werden auch Taucher eingesetzt. Derzeit sei die Lage stabil, sagte eine Sprecherin der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt.

Kiel. Nur ein Großeinsatz von Feuerwehr und Einsatzkräften hatte es möglich gemacht, die Anlage über Wasser zu halten. Dabei soll das mehrere Tausend Tonnen schwere Dock niemandem mehr gehören. Völlig unklar war zunächst auch, was mit ihm passiert und wer für möglichen größeren Schaden verantwortlich ist. Das laut Handbuch der Werften 85 Meter lange, 12,64 Meter breite und 3,4 Meter tiefe Dock 1 hat der Lindenau-Werft über Jahrzehnte treue Dienste geleistet. Doch als die Werft 2008 Insolvenzantrag stellte, hatte auch seine letzte Dienststunde geschlagen. „Das Dock ist damals freigegeben worden“, beschreibt Insolvenzverwalter Jan H. Wilhelm in der Rückschau.

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Dock war nicht zu verkaufen

Was heißt das? „Es ist grundsätzlich möglich, dass der Insolvenzverwalter eine Sache freigibt, weil eine Veräußerung nicht möglich oder nicht gewinnbringend ist“, sagt Tim Otto, Richter am Amtsgericht Kiel. Das heißt: Im Verfahren versuchte Wilhelm, Bestandteile der Werft zu verkaufen, um den Gläubigern möglichst viel zahlen zu können. „Das Dock ist aber nicht mit veräußert worden“, so Wilhelm, „das war finanziell nicht zu rechtfertigen.“ Es wollte niemand einen Stahlkoloss kaufen, der auch noch arg sanierungsbedürftig war.

WSA fordert Verantwortliche auf, das Dock zu sichern

Doch dabei soll es nicht bleiben. Das WSA habe zusätzlich die die Lindenau-Werft GmbH und die German Naval Yards als Verantwortliche schriftlich aufgefordert, die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung des Docks einzuleiten, so die Sprecherin. Jetzt wird es kompliziert: Große Teile der historischen Lindenau-Werft werden inzwischen zwar von einer Gruppe um die German Naval Yards betrieben – doch das Dock sei bei der Übernahme im Zuge der historischen Lindenau-Insolvenz explizit ausgeklammert worden, teilte ein Sprecher der German Naval Yards mit.

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