Marinestützpunkt Kiel

Segelschulschiff „Gorch Fock“ ist zurück im Heimathafen

Angetreten zur Begrüßung: Die Besatzung des Segelschulschiffs "Gorch Fock" steht an Deck beim Anlegen im Marinestützpunkt Kiel-Wik.

Angetreten zur Begrüßung: Die Besatzung des Segelschulschiffs "Gorch Fock" steht an Deck beim Anlegen im Marinestützpunkt Kiel-Wik.

Kiel.  Die letzten Meter waren die schwersten. Mit dem Heck voran musste Kommandant Nils Brandt die Bark an die „Gorch Fock-Mole“ bringen. Aber auch dieses Manöver klappte so, als wäre es hundert Mal geübt. Das Vorzeigeschiff der Flotte ist wieder da.

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Die 8000 Seemeilen sah man dem Schiff kaum an. Nur ein paar hauchzarte Rostfähnchen waren vorn an der Ankerkette zu erahnen. „Das Schiff hat sich bewährt “, sagt Brandt stolz.

Die Sache mit den Segeln liegt ihm aber auf der Seele. „Wir haben längst noch nicht das volle Potenzial des Schiffes ausschöpfen können, weil wir recht wenig Besatzung hatten“, so Brandt.

Alle Segel der „Gorch Fock“ gesetzt: Nils Brandts Traum blieb unerfüllt

Den großen Traum nach sechs Jahren Werft konnte er sich nicht erfüllen. „Natürlich wäre ich gern unter Vollzeug gefahren. Leider hat es mit der Zertifizierung der Segel nicht geklappt“, sagt Brandt. Der Grund war die Corona-Erkrankungen bei den Prüfern. „Wir hatten am Dienstag schon einen Hubschrauber für Fotos mit allen Segeln bestellt. Mussten wir aber wieder abbestellen“, so der Kommandant.

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Deshalb war bislang nur die Fahrt mit reduzierter Segelfläche erlaubt. Sechs bis acht der 23 Segel durfte Brandt setzen lassen. „Dabei hat das Schiff gezeigt, dass es sich hervorragend fährt. Wir haben ein Etmal von 231 Seemeilen geschafft“, so der Kommandant. Ein Etmal ist die zurückgelegte Strecke auf See in 24 Stunden.

Einlaufen der „Gorch Fock“

Einlaufen der „Gorch Fock“ nach der ersten Reise nach der Werftüberholung.

Für den Einsatz der vollen Takelage mit den 23 Segeln auf See braucht er auch Personal. 100 bis 110 Soldaten mit Enterbefähigung sind da erforderlich. Auf der Fahrt hatte er nur 80 Soldaten mit der Erlaubnis zum Aufentern in die Masten dabei.

„Da kann mein Nachfolger weitermachen und mit dem Schiff die nächsten Schritte gehen“, so Brandt. Die nächsten Wochen sind eng getaktet. „Im April müssen ein paar Garantiepunkte aufgearbeitet werden, deshalb verlegt das Schiff an die Instandsetzungspier, damit wir dort kurze Wege haben“, so Brandt.

„Gorch Fock“ ist bei der Windjammerparade zur Kieler Woche 2022 dabei

Im Mai und Juni stehen dann jeweils eine Woche Seefahrt an. Dabei soll sich die Besatzung dann mit den Segeln weiter befassen. „Und dann freut sich die Besatzung auf die Kieler Woche und die Windjammerparade“, so Brandt.

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Die nächsten Ausbildungsreisen stehen im Sommer an, wenn es zur Hanse Sail geht. Im Herbst soll das Schiff dann nach Flensburg verlegt werden und an der Marineschule Mürwik für eine Zeit liegen. „Das wollen wir machen, damit die neuen Kadetten sich noch besser mit dem Schiff vertraut machen können“, so Brandt.

Die Offizieranwärter starten ihre Ausbildung traditionell im Juli. Nach der Grundausbildung beginnen sie ab September mit der seemännischen Ausbildung. Die klassischen Ausbildungsfahrten soll es dann in Zukunft im Frühjahr geben.

Bei der Rückkehr standen gestern rund 500 Angehörige auf der Pier. Darunter auch Theo und seine Mutter Anja aus Klütz. „Ich freue mich so auf Papa“, sagte der Junge und umklammerte einen Heliumballon, der kunstvoll als Segelschiff „Gorch Fock“ verziert war.

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Vater Monty Voss ist Heizer auf der „Gorch Fock“. Der Stabsbootsmann hatte viel zu tun. Er gehört zu den Heizern an Bord, die sich um die Maschine kümmern. „Er kommt meist als einer der letzten. Das kennen wir schon“, scherzte die Frau.

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Soldaten verließen schnell die „Gorch Fock“

Da das Schiff zwei Tage auf Reede lag, durften nach dem Anlegen auch alle schnell an Land und heimwärts. Bereits eine Stunde nach de Festmachen verschwanden die ersten Soldaten mit den Seesäcken ins Wochenende.

Die „Gorch Fock“ macht wieder in Kiel fest.

Die „Gorch Fock“ macht wieder in Kiel fest.

Mit an Bord des Segelschulschiffes auf der kurzen Überfahrt vom Liegeplatz in der Heikendorfer Bucht war am Freitag Landtagsvizepräsidentin Annabell Krämer (FDP): Der Dreimaster ist das Patenschiff des Landtages.

Krämer würdigte den Einsatz der Soldatinnen und Soldaten und des Kommandanten Brandt. „Sie haben die „Gorch Fock“ im wahrsten Sinne des Wortes durch Höhen und Untiefen gesteuert, haben um ihre Existenz gekämpft und waren erfolgreich“, sagte sie ihm.

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