Stadtwerke Kiel

So üben Einsatzfahrer für Stromausfälle

Foto: Frank Schäfer am Steuer: Der ADAC- Fahrsimulator kann die Fahrweise des Stadtwerke-Transporters gut nachstellen, so Trainer Jens Pfeiffer.

Frank Schäfer am Steuer: Der ADAC- Fahrsimulator kann die Fahrweise des Stadtwerke-Transporters gut nachstellen, so Trainer Jens Pfeiffer.

Kiel. Mit einem Mausklick kann Cheftrainer Pfeiffer den Simulator von Tageslicht auf Nacht, von Sonnenschein auf Schnee und Nebel umstellen. Warum das wichtig ist? Weil die Entstörungsmonteure der Stadtwerke bei jedem Wetter ausrücken müssen, sollte irgendwo ein Gas-, Strom- oder Wassernotfall eintreten. Und das üben sie am Simulator in Boksee, zwar am ADAC-Verkehrsübungsplatz, allerdings digital.

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"Das Gerät mit der Software ist einmalig", beschreibt ADAC-Sprecher Ulf Evert. Zuletzt habe der Automobilclub damit vier Wochen in Bremen gastiert. Auch Feuerwehrleute oder andere Interessenten polierten damit ihr Können auf. Denn: Eine Einsatzfahrt mit unvorhersehbaren Situationen und Reaktionen der Verkehrsteilnehmer lässt sich eben schwer nachstellen.

Stadtwerke üben am Fahrsimulator

Die Stadtwerke-Entstörungsmonteure üben derzeit am ADAC-Fahrsimulator den Ernstfall, die Blaulicht-Anfahrt zu einem Einsatz.

Der Simulator kann das: Kinder laufen plötzlich auf die Straße, Autos weichen anders aus als erhofft, und woher kommen diese Wildschweine? "Das war jetzt eine Ui-ui-ui-Bremsung", sagt Pfeiffer zu Frank Schäfer nach der Fahrt. Ein weiterer Vorteil des Simulators: Im Nachhinein können sich Trainer und Fahrer die brenzligen Situationen gemeinsam in der Zeitlupe und mit Daten über Bremsintensität und Co. anschauen. Begleitet wird das Ganze vom Seminar: Was darf ein Fahrer mit Sonderrechten überhaupt?

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Nach der Gewöhnung, dem ersten Einsatz und der Fahrt unter verschärften Bedingungen und ohne Licht zieht Jannik Schümann ein Fazit: "Es fühlt sich lehrreich an, wenn auch etwas langsamer. Ich denke, dass ich in Zukunft mit Blaulicht auch dadurch besser geschult bin." Er ist in jedem Fall angetan von der Kooperation, die für insgesamt 24 Stadtwerke-Fahrer derzeit ein Training bereit hält. Der Kontakt kam übrigens zwischen ADAC-Sprecher Evert und Stadtwerke-Sprecher Sönke Schuster zustande. "Bisher sind die Fahrer ja nur im Fahren des Autos geschult", sagt der. "Aber jetzt haben wir innerhalb von sechs Wochen dieses Training organisiert."

Das passiert bei einem Stromausfall

Wenn nichts mehr geht, kommen sie: Der Entstörungsdienst der Stadtwerke Kiel rückt bei allen Versorgungsausfällen von Strom, Gas und Wasser im eigenen Gebiet aus – und die Spezialisten müssen sich nicht nur richtig gut mit allen Netzen auskennen, sondern auch schnell vor Ort sein. Dafür stehen das Blaulicht auf den Wagen und die Nutzung von Sonderrechten im Straßenverkehr.

Mittelspannungsring an der Kirchhofallee

Mittelspannungsring an der Kirchhofallee

Meist ist es dann ein Ausfall im Mittelspannungsnetz, ein defektes Kabelverbindungsstück, eine sogenannte Muffe, die dem Versorger zu schaffen macht. Anhand eines Mittelspannungsrings (Umspannwerk an der Kirchhofallee, "Kir 5" und "Kir 13") schildern wir das Vorgehen: Fällt irgendwo ein Kabel aus, beispielsweise zwischen Lüdemann- und Calvinstraße, kann die Trennstelle (Saarbrückenstraße) geschlossen und dadurch der Stromfluss von "Kir 13" bis zur Lüdemannstraße erweitert werden.

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Der Entstörungsmonteur fährt zu einer mittigen Netzstation auf der Ausfallstrecke, etwa zwischen Berufsschule/Westring und Schützenwall. Dort helfen ihm Kurzschlussanzeiger, den Ort des Ausfalls zu finden. So kann er sich dem fehlerhaften Stück nähern und schließlich die beiden Netzstationen um den Fehler aktivieren. Es assistieren die Kollegen der Leitwarte. Zumeist ist das in einer Stunde abgeschlossen.

Letztlich hilft ein Kabelmesswagen, den exakten Fehlerstandort zu finden. Das Kabel wird nach Priorität sofort (A, Beispiel: Krankenhaus), in ein bis zwei Tagen (B) oder nach wenigen Tagen (C) repariert.

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