Einstellungsoffensive

Stadt Kiel will freie Stellen füllen

Foto: Stadtrat Christian Zierau legt der Ratsversammlung am kommenden Donnerstag sein Programm „Personal stärken“ vor.

Stadtrat Christian Zierau legt der Ratsversammlung am kommenden Donnerstag sein Programm „Personal stärken“ vor.

Kiel. Das Programm sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, mit denen die Stadt dem Fachkräftemangel begegnen und als Arbeitgeber attraktiver werden will. Im Zentrum des elfseitigen Personalpapiers stehen drei Beschlüsse, um die der Stadtrat die Ratsversammlung ersucht:

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Eigentlich gilt immer noch Einstellungsstopp

Aufhebung des Einstellungsstopps von 2002, an den die Stadt sich sowieso schon lange nicht mehr hält. Sie hat Ausnahmen davon längst zur Regel gemacht.

Neubewertung der Dienstposten von Beamten: Sie werden immer noch nach einem Gutachten der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) von 1982 (!) bewertet. Zierau möchte in Kiel künftig die Neufassung des Gutachtens von 2009 anwenden. Andere Kommunen, auch in Schleswig-Holstein, tun das längst.

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Höherer Zuschlag für Feuerwehr-Anwärter

Anhebung des Sonderzuschlags für Feuerwehr-Anwärter von 35 auf 100 Prozent. Der Grundbetrag beträgt nach Zieraus Angaben 1134,60 Euro. Er würde mit der neuen Zulage auf 2269,20 Euro verdoppelt. Das werde die Stadt 650 000 Euro im Jahr kosten, rechnet der Kämmerer Zierau vor. Als Feuerwehrdezernent weist er darauf hin, dass die Feuerwehr auch finanziell attraktiver werden müsse. Von 24 Ausbildungsplätzen zum Februar 2019 hätten nur 14 mit geeigneten Bewerbern besetzt werden können.

Über alle weiteren geplanten Maßnahmen setzt Zierau die Ratsversammlung nur in Kenntnis. Zum Beispiel sollen alle Beschäftigten im Brandschutz und im Rettungsdienst künftig zunächst gemeinsam drei Jahre lang zu Notfallsanitätern ausgebildet werden. Für Feuerwehrleute im Brandschutz schließt sich erst dann ein zweijähriger Vorbereitungsdienst an.

Künftig weniger "KW-Vermerke"

Befristete Arbeitsverhältnisse in der Stadtverwaltung werden regelmäßig entfristet – selbst wenn zum Beispiel ein Projekt ausläuft. So sollen Beschäftigte Planungssicherheit gewinnen. Zierau: „In der Regel brauche ich jeden Menschen.“ Nach seinen Angaben waren Ende 2017 in der Kernverwaltung 659 Stellen befristet und 3658 unbefristet. Auch die Zahl der KW-Vermerke („kann wegfallen“) soll verringert werden. Im Haushaltsplan 2019 stehen noch 459 KW-Stellen. „Das demotiviert“, sagt Zierau.

Zusätzlich zum etablierten dualen Studiengang „Public Administration“ an der Fachhochschule für Verwaltung in Altenholz wird ab 1. August 2019 ein dualer Studiengang Bauingenieurswesen an der Fachhochschule Kiel angeboten, ab 1. August 2020 soll dort ein dualer Studiengang Architektur hinzukommen. Absolventen müssen sich auf fünf Jahre bei der Stadt Kiel verpflichten.

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Gleichzeitig interne und externe Ausschreibungen

Vakante Planstellen werden jetzt gleichzeitig intern und extern ausgeschrieben. Auf Verwaltungsstellen sollen sich künftig auch Quereinsteiger aus verwaltungsähnlichen Berufen bewerben können, zum Beispiel Anwaltsgehilfen. Die Stadt schaltet Unternehmensprofile auf den Internetportalen Xing, LinkedIn, Facebook und Instagram. Sie verstärkt ihre Präsenz auf Jobmessen. Sie erweitert ihr Personalmarketing gezielt um technische Berufe. Im Online-Bewerbungsportal der Stadt können Initiativbewerber ihre Unterlagen einstellen, ohne sich konkret um eine ausgeschriebene Stelle zu bewerben.

Zierau will beim Krankenstand "genau hinschauen"

Der Fehlzeitenstand von etwa neun Prozent ist dem Personaldezernenten ein Dorn im Auge. Das sind 29,5 Krankheitstage im Jahr pro Beschäftigtem. Zierau will künftig "genau hinschauen", in welchen Ämtern der Krankenstand besonders hoch ist, und die Führungskompetenz von Führungskräften stärken. Außerdem soll das Vorsorge- und Gesundheitsmanagement ausgebaut werden.

Was die Personaloffensive kostet, lässt der Kämmerer jetzt ausrechnen. Den Entwurf des Stellen- und Haushaltsplans 2020 will er bis Anfang Oktober den Ratsfraktionen, den Fachausschüssen und dem Finanzausschuss vorlegen. Das ist deutlich früher als zuletzt. Im Gegenzug erwartet Zierau, dass die Ratsleute die Herbstferien nutzen, um sich das Zahlenwerk zu Gemüte zu führen. Danach soll es gründlich beraten und am 12. Dezember im Rat beschlossen werden.

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