Newsletter „Kiel mittendrin“

Stadtbahn: Wochen der Entscheidung

Liebe Leserinnen und Leser,

das Thema liegt schon so lange auf dem Tisch, dass einige Kielerinnen und Kieler nicht mehr an eine Entscheidung glauben - doch in den nächsten Wochen wird die Stadtbahndebatte wieder sehr konkret. Am Wochenende fährt eine Delegation der Stadt nach Skandinavien, um sich dort Beispiele für „hochwertige ÖPNV-Systeme“ anzuschauen, wie moderne Straßenbahnen und Busrapidsysteme gerne genannt werden. Nächste Woche dann wird im Rathaus die offizielle Empfehlung der Gutachter präsentiert, die ihre detaillierte Trassenstudie für die Landeshauptstadt fertiggestellt haben. Vieles spricht dafür, dass die Experten ein schienengebundenes System für Kiel bevorzugen, denn das entscheidende Argument hat inzwischen auch die CDU akzeptiert: Die Kosten für eine Tram würden zu etwa 90 Prozent vom Land und vom Bund übernommen werden. Bei einem Bussystem wäre dies nicht der Fall.

Die Animation zeigt die Stadtbahn auf Schienen auf dem Vinetaplatz in Kiel-Gaarden.

Die Animation zeigt die Stadtbahn auf Schienen auf dem Vinetaplatz in Kiel-Gaarden. Ob es tatsächlich eine Schienen-Variante geben wird, ist aber noch nicht entschieden.

Das letzte Wort hat am Ende die Ratsversammlung, die ihr Votum dazu am 17. November abgeben wird. Sicher jedoch ist: Anders als einst bei der gescheiterten Stadtregionalbahn ist inzwischen ein Planungs- und Entscheidungsstadium erreicht, das eine Realisierung dieses Megaprojekts sehr wahrscheinlich macht. Auch in der stadtgesellschaftlichen Debatte wurde mit dem Ja der Geschäftsleute aus der Holtenauer Straße eine wichtige Etappe genommen. Wenn sich Kaufleute wie Jan Christoph Kersig (Kersig-Immobilien), der die Nöte von Händlern, Investoren, Autofahrern und Kunden stets wortgewaltig beschreibt, derart begeistert äußern, ist den Planern viel Überzeugungsarbeit gelungen.

Bis zur vollständigen Umsetzung werden gleichwohl noch Jahrzehnte vergehen. Im günstigsten Fall könnte 2032 die sogenannte erste Ausbaustufe mit einer Linienführung von der CAU vorbei am Bahnhof über die Gablenzbrücke bis nach Wellingdorf starten. Die Zeit der Baustellen würde natürlich wesentlich früher beginnen, da sind die Kielerinnen und Kieler jedoch Kummer gewohnt.

Den Wochenauftakt in Kiel haben die Grünen nachrichtlich dominiert - vermutlich waren sie selbst am meisten darüber überrascht. Aber der Beschluss auf ihrem Wahlprogrammparteitag am vergangenen Sonntag, einen neuen Anlauf für die Schließung des Flugplatzes Holtenau zu unternehmen, löst natürlich Emotionen aus. Dass diese Grundsatzfrage vier Jahre nach dem Bürgerentscheid wieder auf den Tisch kommt, ist völlig unnötig. An den Grundsatzargumenten hat sich nichts geändert - und das Votum der Kielerinnen und Kieler ist mit 71,3 Prozent für den Erhalt mehr als eindeutig gewesen. Die scharfen Reaktionen der anderen Parteien sind daher nachvollziehbar. Und es stellt sich die Frage: Wo waren auf dem Kreisparteitag die erfahrenen Kräfte in den eigenen Reihen, die den Nonsens-Vorstoß vielleicht hätten verhindern können?

 

Bauprojekt der Woche

Diese schweren Unfälle blieben nicht folgenlos: Die Kieler Werftstraße wird umgebaut, um die Sicherheit zu erhöhen. Juristisch ist ein Unfall noch lange nicht aufgeklärt. Ein Raser steht in Kiel bald vor Gericht, auch wenn sich der Auftakt verzögert hat.

 

Gastro-Tipp der Woche

Auch die Gastro-Szene hat es schwer in diesen Tage. Da freut es uns besonders, wenn trotz der schwierigen Gesamtsituation neue Projekte an den Start gehen - so wie seit dem Sommer am Alten Markt. Mein Kollege Oliver Stenzel hat probiert.

 

Zitat der Woche

Wir haben noch nie eine Krawatte gemacht oder ein Bieretikett.

Dirk Laucke, Designer des neuen Kieler-Woche-Plakats

 

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Meine Kieler Lieblingsgeschichte

Der Begriff Lieblingsgeschichte passt in diesem Zusammenhang nur, wenn er sich auf die Bedeutung eines Themas bezieht. Meine Kollegin Rieke Beckwermert hatte die Chance, im Kieler Frauenhaus mit einer 20-Jährigen zu sprechen, die ihren Lebensweg beschreibt, ehe sie dort Schutz gefunden hat. Es ist ein beeindruckendes Lesestück geworden:

 

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