MiSch 2022

Von Langschläfern und Fake News: Das hat die 3b über den Lokaljournalismus gelernt

Die 3b der Grundschule Holtenau mit dem Holtenau-Schild, das sie im Rahmen des MiSch-Projekts selber gebastelt haben, posiert für das Foto, das ihre Mitschülerin schießt.

Die 3b der Grundschule Holtenau mit dem Holtenau-Schild, das sie im Rahmen des MiSch-Projekts selber gebastelt haben, posiert für das Foto, das ihre Mitschülerin schießt.

Kiel. „Schreiben Sie doch, dass wir die beste Klasse der Welt sind“, schlagen Mats, Maja und Lotte aus der 3b der Grundschule Holtenau vor. Das würde sich in der Zeitung doch gut machen, finden sie. Warum das nicht einfach so geht, erklärte KN-Volontärin Greta Weber beim Redakteursbesuch im Rahmen des MiSch-Projektes den Schülerinnen und Schülern.

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Zweimal im Jahr laden Kieler Nachrichten und Segeberger Zeitung zu dem Projekt „MiSch – Medien in der Schule“ ein, bei dem Schüler den Umgang mit Medien lernen sollen. Dabei geht es einerseits um den Konsum von Nachrichten, andrerseits dürfen die Schüler auch selber aktiv werden. Außerdem erhält jede teilnehmende Klasse die Möglichkeit, von einem Redakteur besucht zu werden. Das nahm auch die 3b aus Holtenau gerne in Anspruch – und lernte dabei vier wichtige Lektionen des Lokaljournalismus.

Ist die 3b der Grundschule Kiel-Holtenau die beste Klasse der Welt?

Erstens: In der Zeitung darf nicht einfach irgendwas behauptet werden. „Könnt ihr denn beweisen, dass ihr die beste Klasse seid?“, fragt die Reporterin zurück. Na, ihre Lehrerin Frau Radtke habe das gesagt, erklärt die Klasse. Aber auch Annika Radtke kann diese Aussage leider nicht belegen: „Ich kenne ja nicht jede Klasse auf der Welt.“ Dann müsse wohl noch nach Beweisen recherchiert werden, beschließt die Klasse.

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Zweitens: „Ungefähr von 10 bis 18 Uhr“, ist die Antwort auf die Frage nach den regulären Arbeitszeiten der Redakteure. Das würde den Grundschülern auch gefallen, zur ersten Stunde müssen sie schließlich viel früher aufstehen – 10 Uhr klingt nach Ausschlafen. Doch die Beschwichtigung folgt sogleich: Es gibt natürlich einige Ausnahmen. Für viele Termine müssen Journalisten früher aufstehen oder abends länger arbeiten.

Von Osdorf bis zum Holstein-Stadion: Lokaljournalisten sind überall

Drittens: Lokaljournalismus ist gar nicht weit weg von der eigenen Lebenswelt der 3b. Über die meisten Themen, für die sich die Schüler interessieren, berichtet die Zeitung bereits. Holstein Kiel zum Beispiel, Segeln auch und neulich war eine Mitschülerin auf einem Hobby-Horsing-Turnier – da war auch jemand von den KN.

Viertens: Ohne Foto ist ein Artikel nicht komplett. Wie kann die Geschichte über die 3b am besten bebildert werden? „Wir könnten Überschriften aus der Zeitung ausschneiden“, schlägt Lotte vor. „Oder wir legen uns in der Form von K und N hin“, ist Jonnas Idee. Doch die Zeit ist zu knapp. Die Stunde ist fast rum, die Reporterin muss weiter, die Kinder in die Pause. Stattdessen geht es auf das Klettergerüst auf dem Schulhof. Dass Reporter nicht nur schreiben, sondern auch mal fotografieren, kann die Drittklässler nicht schockieren: Eine Schülerin kriegt das Handy der Lehrerin und schießt gleich selber ein paar Fotos.

MiSch-Eroberer: Anmeldung noch bis 17. Juni möglich

Das Projekt MiSch teilt sich in zwei Kategorien: Im Frühjahr sind die Entdecker dran, das sind Grundschüler der 3. und 4. Klassen und Förderschüler der 5. bis 7. Klassen, im Herbst die Eroberer, also Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 10 sowie 7. Klassen an Gymnasien.

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Für die Eroberer geht es in diesem Jahr am 19. September los, dann werden drei Wochen lang die Printzeitungen an die Schulen geliefert, ein Zugang zu den digitalen KN- und SZ-Produkten wird bis zum 10. Dezember gestellt. Anmeldungen sind noch bis zum 17. Juni 2022 möglich. Die Entdecker sind ab dem 6. Februar 2023 wieder dran. Anmeldungen sind bis zum 4. November 2022 möglich. Alle Informationen dazu gibt es unter blog.kn-misch.de.

MiSch-Gewinner der 3b wollen eigene Zeitung produzieren

Für die 3b aus Holtenau ist die Zeitungs-Reise noch nicht vorbei: Im kommenden Schuljahr wollen sie ihre eigene Abschlusszeitung produzieren. Dass ihnen solche Projekte liegen, haben sie bereits bewiesen. Im Rahmen des MiSch-Projekts schrieben sie im Frühjahr einen Reiseführer über ihren Stadtteil. Unter dem Motto "Komm, wir finden einen Schatz in Holtenau" ging es auf Entdeckungsreise. Das wurde bei der MiSch-Preisverleihung im April mit dem Preis in der Kategorie "Vermischtes" belohnt.

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