Glühwein, Mandeln, Karussell

Weihnachtsmarkt in Kiel: Händler ziehen nach erster Woche Bilanz

Wenn Wichtel Kilian über den Kieler Rathausplatz schwebt, strömen viele Eltern mit ihren Kindern auf den Weihnachtsmarkt.

Wenn Wichtel Kilian über den Kieler Rathausplatz schwebt, strömen viele Eltern mit ihren Kindern auf den Weihnachtsmarkt.

Kiel. Es ist noch Luft nach oben, doch nach der ersten Weihnachtsmarkt-Woche in Kiel zeigen sich die Standbetreiber zufrieden. Während am Wochenende auf Rathaus-, Asmus-Bremer- und Holstenplatz viele Menschen auf den Beinen sind, geht es auf dem Bernhard-Minetti-Platz an der Holtenauer Straße deutlich ruhiger zu als zur Premiere im Jahr 2019.

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Ruhe herrscht am Sonnabendnachmittag bei Toni Schleifer nicht. Der Inhaber des fast 120 Jahre alten Karussells auf dem Rathausplatz sitzt mit Zylinder, Mantel und rot-weißem Schal in seinem Kassenwaggon. Ein kleiner Heizlüfter füllt den Raum mit Wärme. Und ein Chip nach dem anderen klackert über den Verkaufstresen in die Hände kleiner Besucher und Besucherinnen und ihrer Eltern. „Zwischen 16 und 18 Uhr ist hier bei uns am meisten los“, sagt Schleifer, der seit 2016 aus der Eifel ins Kieler Weihnachtsdorf kommt.

Zahlreiche Kinderhände winken dem Kieler Weihnachtswichtel Kilian zu

Viele Familien steuerten den Weihnachtsmarkt an, wenn Wichtel Kilian mit seiner Kogge in den Startlöchern stehe. Es ist jetzt kurz vor 16 Uhr. Gleich beginnt die erste Fahrt. „Das Dorf ist jetzt voll, was will man mehr“, sagt der Karussell-Betreiber. Nach knapp einer Woche Weihnachtsmarkt sei er zufrieden. „Ich denke, wir sind auf dem Niveau von 2019.“ Insgesamt sei die Stimmung entspannt. „Wir fühlen uns hier immer gut aufgehoben. Die Kielerinnen und Kieler sind umgängliche Menschen“, sagt Schleifer in seinem warmen Waggon.

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Draußen in der nassen Kälte geht es jetzt los. Eltern nehmen ihre Kinder auf die Schultern. Wichtel Kilian schwebt über den Markt in Richtung Rathausturm, dessen Spitze heute von Nebel umgeben ist. Kleine Kinderhände winken dem Wichtel zu, während dieser seine Geschichte erzählt.

Auch Benedikt Ricken, Leiter des Weihnachtsdorfes, ist aus seinem kleinen Büro am Rand des Marktes gekommen. Er ist täglich im Gespräch mit den Händlern. „Wir sind sehr zufrieden. Montag hatten wir einen sehr guten Start. Es schien so, als hätten die Leute die Zeit herbeigesehnt“, sagt Ricken. Und auch der Freitagabend sei gut besucht gewesen.

Gezählt werden können die Besucherinnen und Besucher nicht. Aber man entwickle mit der Zeit ein Gefühl für den Menschenstrom. Und natürlich gebe es eine Rückmeldung über die Einnahmen der Händler.

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Einer von ihnen ist Cesur Yeni, Betreiber des Wichtelwalds und des Feuerzangenbowle-Stands. „Der Wichtelwald ist eingeschlagen wie eine Bombe“, sagt Yeni. Die offenere Gestaltung im Vergleich zu den Vorjahren komme an. Man habe am Freitag wohl auch von den „Black Friday“-Angeboten in den Geschäften profitiert, die Menschen in die Innenstadt lockten.

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Nach den vergangenen Corona-Jahren sieht Yeni nun wieder Menschen, "die sich ohne Angst zusammensetzen. Ich wünsche mir, dass wir alle weiter so entspannt bleiben". Neben dem klassischen Glühwein gehe vor allem eine Variante bislang auffällig oft über den Tresen: Der Weißwein- werde durch den Rosé-Glühwein abgelöst.

Händlerin: Viel Trinkgeld trotz schwerer Zeiten auf dem Kieler Weihnachtsmarkt

Bei Kathrin Fuchs auf dem Asmus-Bremer-Platz sind traditionell andere Waren begehrt: gebrannte Mandeln oder Zuckerwatte. „Ich bin eigentlich ganz zufrieden. Die Menschen geben viel Trinkgeld trotz der schweren Zeiten“, sagt Fuchs. Inflation oder Energiekrise hätten bislang keine Auswirkung auf das Kaufverhalten. Während sie sich in Kiel um die Mandelhütte ihres Mannes kümmert, ist dieser mit dem Riesenrad auf dem Weihnachtsmarkt in Wismar. Dort sei bislang weniger los, sagt Fuchs.

Manfred Jipp betreibt unter anderem nebenan die Weihnachtspyramide. "Die erste Woche ist etwas ruhiger gewesen. Das höre ich aber auch von anderen Märkten im Norden. Der Start am Montag war gut, und auch der Freitag ging richtig ordentlich. Insgesamt sind wir nicht unzufrieden", sagt Jipp.

Verhaltener Start auf dem Weihnachtsmarkt an der Holtenauer Straße

Wer am Sonnabend den Trubel in der Innenstadt meiden will, steuert den Weihnachtsmarkt auf dem Bernhard-Minetti-Platz an der Holtenauer Straße an. Hier geht es ruhiger zu. Zu ruhig? „Die Resonanz ist im Vergleich zur Premiere im Jahr 2019 viel verhaltener“, sagt Jana Kling, die das Kinderkarussell und die Weihnachtspyramide betreibt, und noch zwei weitere Stände vermietet. Ob es an der damaligen Neugier oder der noch fehlenden Weihnachtsstimmung liegt?

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„Wir wissen es noch nicht. Aber wir sind froh und dankbar über jeden, der kommt. Schließlich darf man nicht vergessen, was aktuell los ist in der Welt“, sagt Kling.

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