Kiel, Altenholz und Kronshagen

Weiterführende Schulen: Infoabende in Präsenz fallen aus

Jens-Peter Meißner, Rektor der Max-Planck-Schule in Kiel und Sprecher der Gymnasien der Stadt, wird die Eltern von Viertklässlern das zweite Jahr in Folge nicht zum Schnuppern in die Klassenräume einladen können.

Jens-Peter Meißner, Rektor der Max-Planck-Schule in Kiel und Sprecher der Gymnasien der Stadt, wird die Eltern von Viertklässlern das zweite Jahr in Folge nicht zum Schnuppern in die Klassenräume einladen können.

Kiel. Die Frage, auf welche weiterführende Schule sie ihre Kinder schicken sollen, dürfte viele Eltern von Viertklässlern aktuell umtreiben. Ende Februar steht die Anmeldung an. Die Entscheidung müssen sie in diesem Jahr erneut treffen ohne die Möglichkeit, sich bei einem Infoabend vor Ort ein Bild von der Schule machen zu können.

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"Die elf Gymnasien in Kiel, die Gymnasien in Kronshagen und Altenholz sowie die Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe in der Stadt haben sich gemeinsam darauf geeinigt, dieses Jahr auf die Infoveranstaltungen in Präsenz zu verzichten", sagt Jens-Peter Meißner. Der Schulleiter der Max-Planck-Schule ist zugleich Sprecher der Kieler Gymnasien. "Bei den derzeitigen Corona-Inzidenzen fänden wir es fahrlässig, so viele Eltern von verschiedenen Grundschulen in unseren Gebäuden aufeinandertreffen zu lassen", begründet er die Entscheidung. Die Eltern, die sich bereits nach Terminen erkundigt haben, hätten dafür Verständnis gezeigt.

Die Schulen wollen sich über ihre Internetseiten und Broschüren präsentieren. "Die Infos sind überall sehr gut und umfangreich", so Meißner. Da die Informationsveranstaltungen im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie schon einmal ausfallen mussten, haben viele Schulen damals Videovorstellungen gedreht, die sich die Familien zu Hause anschauen können. Zudem soll es Online-Sprechstunden für die Eltern geben, deren Termine jeweils auf den Homepages der weiterführenden Schulen zu finden sein werden.

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Eltern fehlte es, die Atmosphäre der Schule zu spüren

„Bei diesen Infoabenden ist die Zeit oft gedrängt, und es prasseln viele Informationen nacheinander auf die Eltern ein. Der Vorteil der digitalen Variante ist sicherlich, dass man sich alles in Ruhe durchlesen oder ein Video mehrfach anschauen kann“, glaubt Meißner. „Aber die Atmosphäre der Schule zu spüren, das hat schon vielen gefehlt.“ Die Erfahrung aus 2021 habe allerdings gezeigt, dass es trotz der fehlenden Präsenz-Elternabende keine Unwuchten bei den Anmeldungen unter den verschiedenen Schulen gegeben habe.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie eine bestimmte Schule tickt, rät Meißner den Eltern, sich mit Nachbarn und Freunden auszutauschen, deren Kinder dort schon hingehen. „Zu hören, wie sie die Schule erleben, kann sehr hilfreich sein.“ Auch ein Spaziergang oder eine Radtour zur Schule, um sich das Gebäude und den Schulhof zumindest von außen anzuschauen, könne bei der Entscheidungsfindung helfen.

Ministerium und Schulamt verbieten Infoabende nicht

Ob die Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe ihre Türen für interessierte Eltern öffnen, ist vielerorts noch unklar. Zwar hatten einige schon Info-Abende in der Sporthalle oder Aula für Mitte Februar angedacht, die Schulleiter sind sich aber noch unsicher, ob sie so stattfinden können. Das Kieler Schulamt hat nach eigenen Angaben keine Anweisung dazu gegeben, dass die Schulen von Infoveranstaltungen in Präsenz absehen sollten. Wie gut sich so etwas unter Pandemiebedingungen umsetzen lasse, hänge ganz von den Gegebenheiten in den Gebäuden ab.

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„Vor Ort kann entschieden werden, ob man ausschließlich auf digitale Formate setzt“, sagt eine Sprecherin des Bildungsministeriums. Für die vorausschauende Planung sei es aber für alle Beteiligten entlastend, sich auf die verpflichtend vorgesehenen Informations- und Beratungsangebote für Eltern zu konzentrieren und darüber hinaus auf bewährte Formate aus dem vergangenen Pandemie-Jahr zurückzugreifen.

Eltern müssen ihr Kind zwischen dem 21. Februar und dem 2. März 2022 an einer weiterführenden Schule anmelden. Ob die Frist dafür wie im vergangenen Jahr verlängert wird, um Termine zu entzerren, ist laut Ministerium noch nicht entschieden.

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