Käfer im Rampenlicht

Weltberühmte Fabricius-Sammlung im Fokus

Foto: Ein großer Schatz von weltweiter Bedeutung lagert in den Archivräumen des Zoologischen Museums Kiel. Am Freitag stellten Museumsleiter Dr. Dirk Brandis (rechts), Uni-Präsident Prof. Lutz Kipp (Mitte) und Insektenforscher Prof. Michael Kuhlmann einige der Exponate  vor.

Ein großer Schatz von weltweiter Bedeutung lagert in den Archivräumen des Zoologischen Museums Kiel. Am Freitag stellten Museumsleiter Dr. Dirk Brandis (rechts), Uni-Präsident Prof. Lutz Kipp (Mitte) und Insektenforscher Prof. Michael Kuhlmann einige der Exponate vor.

Kiel. Kleine Krabbeltiere ganz groß: Das Zoologische Museum eröffnete am Freitagabend mit einem Festakt und vielen Gästen die weltberühmte Fabricius-Sammlung. Hinter dem Begriff verbergen sich 200 bis 250 Jahre alte Insekten und Krebstiere, die von unschätzbarem Wert sind.

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Rund 11.000 Einzelstücke gehören zur Sammlung

Sie bilden nicht nur ein Fenster in die Vergangenheit, sondern können uns auch bei den Problemen der Jetztzeit helfen. Rund 11.000 Einzelstücke gehören zur Sammlung. „Die Ausstellung ist ein Juwel“, schrieb Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU) zur Eröffnung.

Im 18. Jahrhundert wurde die Insekten weltweit zusammengetragen

All diese Käfer hat der Kieler Johann Christian Fabricius (1745-1808) einst zusammengetragen und zum ersten Mal wissenschaftlich beschrieben. „Dank seiner vielfältigen Kontakte nach London, Paris und Kopenhagen kam Fabricius auch an Exemplare aus den entlegensten Winkeln der Welt“, so Insektenforscher Prof. Michael Kuhlmann.

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Auch Käfer von Captain James Cooks Wektumseglung 1768 dabei

So gehören auch Käfer zur Sammlung dazu, die während James Cooks erster Weltumseglung ab 1768 entdeckt wurden oder in den kleinen dänischen Kolonien in Indien oder dem heutigen Ghana. Im Museum gibt nun ein Multimedia-Konzept Einblicke in die Geschichte der Sammlung, die naturkundlichen Netzwerke des 18. Jahrhunderts und Fabricius’ Wirken in Kiel. So können Besucher Erzählungen lauschen unter anderem über das Eheleben des berühmten Forschers, oder sie können unter dem Motto „Insekten auf den Mund geschaut“ die neu entwickelte Methode zur Bestimmung von Verwandtschaftsverhältnissen bei Insekten anhand der Mundwerkzeuge selbst erkunden – ganz so, wie es einst Fabricius gemacht hat.

Das Gedächtnis der Insekten

Die Fabricius-Sammlung ist damit so etwas wie das Gedächtnis oder das Archiv der Insekten. „Damit können wir unter anderem die Klimageschichte in bestimmten Regionen rekonstruieren, und wir erhalten Aufschluss über den Zustand der Artenvielfalt in Vergangenheit und Gegenwart“, sagt Kuhlmann, der vom Londoner Natural History Museum extra nach Kiel wechselte, um diese einzigartige Sammlung hier zu betreuen. Auch für die Zukunft bergen die Tierchen viel Potenzial.

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