Bauprojekt in Kiel

Erste Sozialwohnungen auf Marthas Insel fertig

Fertig: Die Stadt Kiel hat die ersten Schlüssel für 54 Sozialwohnungen auf Marthas Insel von der Big-Bau erhalten. Dutzende weitere sollen in den kommenden Monaten folgen.

Fertig: Die Stadt Kiel hat die ersten Schlüssel für 54 Sozialwohnungen auf Marthas Insel von der Big-Bau erhalten. Dutzende weitere sollen in den kommenden Monaten folgen.

Kiel. 28 Monate nach dem Spatenstich ist es soweit: Am Mittwochmorgen hat die Stadt Kiel die Schlüssel für die 54 ersten Sozialwohnungen auf Marthas Insel vom Unternehmen Big-Bau erhalten. Das Projekt ist deshalb so wichtig, weil es ein Musterbeispiel dafür sein kann, wie Privatwirtschaft und Staat Hand in Hand wirtschaftliche und soziale Fortschritte erzielen können.

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Und so überschlugen sich die Beteiligten gegenseitig mit Begeisterungsbekundungen: "Das ist ein Pionierprojekt und ein Novum für die Stadt Kiel", sagte Baudezernentin Doris Grondke. "Die Verhandlungen waren kurz und knackig", erinnerte sich Big-Bau-Chef Marc Weinstock, der auch für die private Wirtschaft eine Verantwortung formulierte bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

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Insgesamt 240 Wohnungen entstehen auf Marthas Insel

Auf Marthas Insel funktioniert das über die Gesamtplanung eines gemischten Quartiers. Auf 1,4 Hektar entstehen rund 240 Wohnungen. Neben insgesamt 100 Sozialwohnungen für die Stadt kann die Big Bau die anderen Apartments auf dem freien Markt vertreiben. So rechnet sich das Gesamtprojekt für beide Seiten. Für drei Baukörper mit insgesamt 45 Wohnungen konnte aufgrund eines Rechtsstreits allerdings noch kein Startschuss erteilt werden.

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Unabhängig davon herrschte am Mittwochmorgen gute Stimmung: „Hier kann man den Wohnungen von außen nicht ansehen, wo Menschen mit wenig Geld wohnen“, lobte Grondke. Vertraglich ist Stillschweigen vereinbart über den Preis, den die Stadt Kiel für die 100 Wohnungen zwischen 40 und 80 Quadratmeter zahlt. Darunter sind sechs barrierefreie und zehn rollstuhlgerechte Wohnungen.

„Wir können gerne so weitermachen“, sagte Grondke. Die Planungen ab 2017 für 35 bis 40 Millionen Euro Gesamtinvestitionen haben sich über die Jahre allerdings mehrfach verändert und in die Länge gezogen.

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Sozialwohnungen können sich wirklich sehen lassen

Und doch: Von innen machen die Sozialwohnungen jetzt einiges her. Optisch hell harmonieren sie mit der Gesamtoptik im Quartier. Auch die Sozialwohnungen haben bodentiefe Fenster, Balkone und Fußbodenheizungen. Detlef Struve und das Büro AX5 Architekten zeichnen für Entwurf und Ausführungsplanung verantwortlich und versprechen „trotz des geringen Volumens Großzügigkeit“.

Darum heißt das Gebiet Marthas Insel

Das Areal südwestlich der Hörn trug im Kieler Volksmund eigentlich den Namen Krim – vielleicht aufgrund seiner Abgeschiedenheit. Seit Jahrzehnten war es für eine Bebauung vorgesehen, doch bis in die 2010er-Jahre dominierte Brachland westlich der Bahngleise, weil die Eigentümerstruktur zerklüftet war. Dann 2017 die Einigung zwischen Eigentümern, Stadt und Big-Bau und die Entscheidung für einen Projektnamen: Marthas Insel knüpfte an die nördlich gelegene Marthastraße an. Die erhielt ihren Namen nach der Frau des Bauunternehmers Johannes Ströh, der Ende des 19. Jahrhunderts dort ein Baugeschäft eröffnet hatte.

„Jetzt haben Sie die Wohnungen. Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“, sagte Weinstock mit einem Augenzwinkern in Richtung von Grondke und Kiwog-Chef Markus Reutershan und übergab die Schlüssel, ein süßliches Brot, Salz und einen Schnaps. Zugute kommen die Wohnungen dem Bedarfskreis über jene städtische Kieler Wohnungsgesellschaft (Kiwog): Auf 350 Einheiten soll deren Bestand 2023 inklusive Marthas Insel wachsen.

Die Kiwog muss viele Interessenten in Kiel bedienen

Reutershan bezeichnete das schlüsselfertige Abnehmen als einen von mehreren Bausteinen der Gesellschaft neben dem Entwickeln eigener städtischer Grundstücke und dem Ankauf von Wohnungen. „Der schlüsselfertige Bau und Kauf hier war sicher die richtige Entscheidung: Man muss immer wieder gucken, was wie und wo geht.“ Die Interessentenliste der Menschen mit Wohnberechtigungsschein beim städtischen Amt für Wohnen sei bereits lang – doch Anfragen seien über die Kiwog und die Stadt weiterhin jederzeit möglich.

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Grundsätzlich gehen die Arbeiten auf Marthas Insel damit für rund zwei Drittel der Bauten in die finale Phase. Bis zum Jahresende sollen die restlichen der insgesamt 100 Wohnungen an die Stadt übergeben werden, auch die weiteren Wohnblocks sollen 2023 bezogen werden können. „Der Druck auf dem Wohnungsmarkt ist nach wie vor da“, sagte Weinstock. Weiter wogt lediglich der Rechtsstreit für drei Häuser im Nordosten. Hier ruht der Bau.

Insgesamt geplant für den freien Markt sind 137 Mikroapartments, Miet- und Eigentumswohnungen, unterteilt in sogenannte Dünen- und Kliffhäuser. Die Dünenhäuser beinhalten 88 Wohneinheiten, worunter auch die Mikroapartments fallen. Die Kliffhäuer umfassen 50 Wohneinheiten. Optischer Höhepunkt, wenn das innenstadtnahe Quartier einmal fertig ist: Die Gründächer sollen in als Dünenlandschaft gestalteten Gärten zwischen den Gebäuden Fortsetzung finden. Für den Dezember ist bereits ein 400 Quadratmeter großer Spielplatz angekündigt.

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