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Kreis Altholstein

Der Kirche gehen die Pastoren aus

Foto: Propst Stefan Block aus Neumünster macht sich Gedanken über ein Konzept gegen den Pastorenmangel.

Propst Stefan Block aus Neumünster macht sich Gedanken über ein Konzept gegen den Pastorenmangel.

Neumünster. Von derzeit 1700 Pastoren in der Nordkirche (Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern) gehen in den kommenden zwölf Jahren rund 900 in den Ruhestand. Gleichzeitig werden aber voraussichtlich maximal 300 junge Leute ihr Theologiestudium beendet haben.

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Das Problem gibt es auch im Kirchenkreis Altholstein, der sich über Kiel und Neumünster sowie Teile der Kreise Rendsburg-Eckernförde und Segeberg erstreckt. „Bei uns ist es aber nicht ganz so schlimm. Es bewerben sich mehr Pastoren als beispielsweise in Dithmarschen oder in Ostdeutschland“, sagt Propst Stefan Block aus Neumünster. Gleichwohl werden auch in Altholstein von jetzt 115 Stellen bis zum Jahr 2030 nur noch 71 besetzt sein, weil die geburtenstarken Jahrgänge in das Pensionsalter kommen. Im Stadtgebiet von Neumünster gehen in diesem Zeitraum 7 von 20 Pastoren in den Ruhestand. Das sind alles Zahlen ohne Berücksichtigung von normaler Fluktuation (Umzug, Berufswechsel, Sterbefälle).

Zentrales Steuerungsmodell

Nicht alle Stellen werden wieder besetzt werden können, und darum wird in der Kirche an einem zentralen Steuerungsmodell gearbeitet, um eine gerechtere Verteilung der Pastoren auf die Regionen zu erreichen. Es wird Besetzungssperren geben, und Versetzungen könnten erschwert werden. „Auch wir in Altholstein werden aus Solidarität innerhalb der Nordkirche Rücksicht nehmen müssen“, sagt Propst Block.

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In vielen Konferenzen, bei denen alle 53 Kirchengemeinderäte in Altholstein informiert und angehört wurden, haben die Pröpste und das Landeskirchenamt die Gläubigen auf Veränderungen vorbereitet. Propst Block: „Der Tenor war: ,Sie werden Ihre Nachbarn brauchen, keiner kann es allein lösen’.“ Das heißt nicht, dass Gemeinden fusionieren sollen, aber sie sollen sich Gedanken über Zusammenarbeit machen.

So werden sich Pastoren deutlich stärker als bisher gegenseitig vertreten müssen. Um das zu erleichtern, sollen die Gemeinden ihre Pastoren von Arbeit entlasten, Aufgaben streichen oder wegorganisieren (Stichwort Kirchenpool). Muss der Seelsorger beispielsweise wirklich den Gemeindebrief selber schreiben, häufig auch noch den Verwaltungskram erledigen? „Mehrere Gemeinden könnten sich zusammentun und ein gemeinsames Sekretariat finanzieren. Auch der Konfirmandenunterricht oder die Pfadfinder können zusammengelegt werden“, nennt Block weitere Beispiele.

Neue Partnerschaften

In Neumünster sind beispielsweise die Innenstadtgemeinden in ähnlicher Weise bereits eng zusammengerückt, ohne ihre Identität zu verlieren. Bugenhagen und Gartenstadt sind seit Jahren enge Partner, ebenso die beiden Tungendorfer Gemeinden oder Wittorf und Boostedt. „Warum sollen sich nicht auch ein paar Gemeinden zusammentun und einen eigenen Kirchengemeindeverband gründen und beispielsweise gemeinsam einen Jugenddiakon einstellen? Es gibt viele Möglichkeiten“, so Block.

Bis zum Jahr 2030 wird er den Wandel übrigens nicht mehr an vorderer Stelle begleiten können, denn auch er gehört zur „Alterskohorte“ und wird dann im Ruhestand sein.

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