Bilanz 2021

In der Sparkasse Südholstein herrscht wieder Ruhe

Sparkasse Südholstein: Vorstandsvorsitzender Eduard Schlett (links) und sein Stellvertreter Martin Deertz.

Sparkasse Südholstein: Vorstandsvorsitzender Eduard Schlett (links) und sein Stellvertreter Martin Deertz.

Neumünster. Das Jahr 2021 hat bei der Sparkasse Südholstein in weiten Teilen noch der frühere Vorstandsvorsitzende Andreas Fohrmann verantwortet. Das neue Vorstandsduo Eduard Schlett und Martin Deertz stellte die Bilanz am Donnerstag trotzdem selbstbewusst und souverän vor.

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Beide Männer waren auch vor dem plötzlichen Rauswurf des Chefs im August schon an Bord. „Es herrscht längst wieder Ruhe im Haus. Wäre es anders, hätten wir nicht so gute Zahlen erwirtschaftet“, sagte Deertz, seit gut drei Wochen in Neumünster der neue Vize-Chef im Haus.

Andreas Fohrmann (und seine Assistentin) waren unter ungewöhnlichen Begleitumständen von einem Tag auf den anderen gefeuert worden; die wahren Ursachen sind bis heute nicht öffentlich. Fohrmann hatte sich anschließend mit dem Haus auf Abfindungsmodalitäten geeinigt; er nimmt im Sommer bei der Sparkasse Zwickau die Arbeit auf.

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Seit August leiten Fohrmanns Vorstandskollegen Schlett und Deertz die Sparkasse allein. Der Verwaltungsrat bestellte Schlett am 1. März zum Vorstandschef und Deertz zum Stellvertreter. Diese Arbeitsteilung hatten die beiden Männer übrigens selbst vorgeschlagen. "Da waren wir uns einig", sagte Deertz.

Angesichts der Rahmenbedingungen des zweiten Corona-Jahres zeigten sich Schlett und Deertz zufrieden mit den Ergebnissen des Geschäftsjahres 2021. „Wir konnten das Betriebsergebnis vor Bewertung erneut steigern und verzeichnen vertrieblich eines der besten Jahre in unserer Geschichte“, sagte Eduard Schlett. 41,2 Millionen Euro blieben am Jahresende als Betriebsergebnis vor Bewertung hängen, so viel wie noch nie. Das ist das Ergebnis des operativen Geschäfts nach Abzug der Kosten.

Die Bilanzsumme stieg um 5,8 Prozent auf 6,416 Milliarden Euro. Haupttreiber war das Kundengeschäft: Auf der einen Seite gab es erneut erheblichen Zufluss an Kundeneinlagen (plus 7,3 Prozent). Auf der anderen Seite stiegen auch die Kredite deutlich um 5,6 Prozent. „Kredite an Unternehmen und Selbstständige sind ein sehr wichtiges Geschäft“, sagte Eduard Schlett.

Aber auch bei den Baufinanzierungen verzeichnete die Sparkasse deutliche Zuwächse. Darlehen von fast 257 Millionen Euro wurden 2021 neu abgeschlossen, das sind rund 33 Millionen mehr als 2020. 1145 Kunden verwirklichten ihren Traum vom Eigenheim.

Trotz Niedrigzinsphase verdiente das Institut am Zinsüberschuss immer noch 96,1 Millionen Euro (plus 0,3 Prozent). Provisionen spülten 44 Millionen ins Haus (plus 4,5 Prozent). Die Inflation bringt immer mehr Kunden dazu, ihr Geld anzulegen: Insgesamt konnte die Sparkasse den Wertpapierabsatz um rund 53 Prozent auf 450 Millionen Euro steigern.

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Das Geschäft in Investmentfonds wuchs dabei um stolze 61 Prozent. „Immer mehr Kunden ist dabei wichtig, dass sie ihr Geld nachhaltig anlegen, oft ist das sogar wichtiger als Rendite. Etwa ein Drittel aller Anlagen wurde 2021 nach unseren Nachhaltigkeits-Kriterien investiert“, sagte Deertz.

So stellen sich die Architekten die künftige Sparkasse im ehemaligen Karstadt-Haus vor. Vorn ist Gastronomie zum Teich hin geplant.

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Auf der Baustelle der künftigen Zentrale des Kreditinstituts im ehemaligen Karstadt-Haus Neumünster geht es gut voran. Zig Tonnen Schutt und Schadstoffe wurden schon aus dem alten Gemäuer abtransportiert, derzeit wird die Fassade demontiert.

Ende 2024 soll aus dem alten Kaufhaus eine moderne Sparkasse mit Arbeitsplätzen für 300 bis 400 Menschen geworden sein – sowie der neue Standort für die Stadtbücherei und für eine besondere Gastronomie mit Blick auf den Tech, mitten in der Innenstadt.

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Der Mietvertrag im jetzigen Sparkassensitz an der Kieler Straße läuft noch bis Ende 2025. „Es steht noch nicht fest, wann wir umziehen. Wir haben jedenfalls einen zeitlichen Puffer“, sagte Deertz. Was danach in der markanten Immobilie passieren soll, wissen die Sparkassenleute nicht. Sie sind selbst seit vielen Jahren nur noch Mieter, hatten den Bau schon vor etlicher Zeit verkauft und zurückgemietet. Die Immobilie gehört einem Fonds.

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Zwei Dinge sind auf absehbare Zeit bei der Sparkasse Südholstein nicht geplant. Zum einen soll keine der noch 28 Filialen geschlossen werden. „Vielleicht nehmen wir mal einen Geldautomaten weg, wenn der immer weniger genutzt wird, aber bei den Filialen haben wir keine Pläne“, sagte Schlett.

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Und die Gremien des Hauses sind nicht auf der Suche nach einem Fusionspartner. Vier Monate lang hatten die Neumünsteraner mit der Sparkasse Holstein (Bad Oldesloe und Eutin) verhandelt, bevor sie die Gespräche im Oktober 2021 plötzlich für beendet erklärten.

„Wir waren noch im Prüfstadium, und dabei stellte sich heraus, dass es doch nicht so gut passt“, sagte Schlett. Man sei auch allein gut aufgestellt und werde sich allein weiterentwickeln.

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