Krise

Stadtwerke kommen nicht zur Ruhe

Foto: Mathias Stolten war zehn Jahre Vertriebsleiter bei den Stadtwerken. Nun wurde er fristlos vor die Tür gesetzt.

Mathias Stolten war zehn Jahre Vertriebsleiter bei den Stadtwerken. Nun wurde er fristlos vor die Tür gesetzt.

Neumünster. Die SWN-Geschäftsführer Thomas Junker und Tino Schmelzle haben sich nach der Marketing- und der kaufmännischen Leiterin nun auch vom Vertriebsleiter Mathias Stolten getrennt. Er wurde vor ein paar Tagen fristlos nach Hause geschickt. Stolten will juristisch dagegen vorgehen. Zuvor hatten bereits der Bereichsleiter Telekommunikation und jüngst der Pressesprecher das Unternehmen verlassen, offenbar mehr oder weniger freiwillig.

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"Diese Personalie fällt denen noch auf die Füße"

Der Maschinenbau-Ingenieur Mathias Stolten war seit 2001 bei SWN beschäftigt und seit 2008 für den Vertrieb verantwortlich. Im Haus und bei vielen Kunden ist er sehr beliebt. „Das kann hier keiner verstehen. Diese Personalie fällt denen noch auf die Füße“, sagt ein langjähriger Mitarbeiter von Stolten. „Denen“ – damit sind Junker und Schmelzle gemeint, die Anfang 2017 als Tandem bei SWN angefangen haben.

"Statt flott loszulegen, mussten wir uns erst mit der Vergangenheit beschäftigen", sagten sie im Mai bei der Vorstellung der katastrophalen Bilanz. Dort verkündeten sie für 2017 einen Verlust von 5,5 Millionen Euro. Im Stromvertrieb klaffte eine Riesenlücke; noch übler sah es bei Glasfaser aus.

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Erst bei 60.000 Kunden kann die Sparte Gewinne machen

Die aktualisierten Planungen für 2018 gehen beim Bau der Glasfasernetze zwar wieder von einem Gewinn aus, aber nicht beim Betrieb: 30.000 Kunden sind am Netz, 6000 weitere unter Vertrag, aber noch nicht angeschlossen. Erst bei 60.000 Kunden kann die Sparte Gewinne machen.

Bis Ende September sollte darum das Glasfaser-Geschäft analysiert und ein neuer Wirtschaftsplan gemacht werden – um dann über die Zukunft der Sparte zu entscheiden. "Der Businessplan ist fertig und wird nun intern und extern geprüft, bevor er voraussichtlich im November dem Aufsichtsrat präsentiert wird", sagte Sprecher Niklas Grewe.

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