Noch kein Vertrag

Tierheim steht kurz vor der Insolvenz

Foto: Dr. Stephanie Jette Uhde und Mitarbeiter Volker Walden kümmern sich um die rumänischen Hunde in der Quarantänestation.

Dr. Stephanie Jette Uhde und Mitarbeiter Volker Walden kümmern sich um die rumänischen Hunde in der Quarantänestation.

Neumünster. In diesem Jahr hat der Verein nach rund zwei Jahren Pause, Zwist und Verhandlungen mit der Stadt das Tierheim wieder eröffnet. Alle Mängel, die 2016 zur Schließung geführt hatten, wurden abgestellt – mit viel Eigenleistung und viel Geld. "Wir haben fast 200.000 Euro ausgegeben, um alle Auflagen zu erfüllen. Die Bedingungen für die neue Betriebserlaubnis waren sehr hoch", sagte Stephanie Jette Uhde, die Leiterin des Tierheims.

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Als promovierte Tierärztin bringt sie Fachwissen mit – und das machte die Gespräche mit der Stadtverwaltung nicht immer leicht. Stephanie Uhde fand viele Auflagen des Veterinäramtes unnötig und zu kleinlich, aber gleichwohl seien alle erfüllt worden.

Was den Neustart aber wirklich erschwert hat, ist ein fehlender Vertrag mit der Stadt über die Unterbringung von Fundtieren. Für einen halbwegs kostendeckenden Betrieb braucht das Tierheim den aber als finanzielle Basis. Fundtiere lässt die Stadt seit 2017 in das neue Tierheim Wasbek bringen.

Der Vertragsentwurf der Stadt mit dem Neumünsteraner Tierheim kam dort erst Ende Oktober an und enthielt nach Ansicht des Vereins mehrere Passagen, die nachgebessert werden müssen. Seit ein paar Tagen liegt nun eine zweite Fassung auf dem Tisch. „Aber auch die enthält noch mehrere Regelungen, die wir so nicht akzeptieren können“, sagt die Tierheimleiterin.

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Zu allem Überfluss ist dann auch noch ein Fehler passiert, der heftige Konsequenzen hat. „Wir haben irrtümlich drei Tierschutz-Hunde aus Rumänien aufgenommen, die keinen ausreichenden Impfschutz hatten. Das war ein blöder Fehler, der in einer hektischen Situation passiert ist“, räumt Stephanie Uhde ein. Sie habe sofort das Amt informiert, die Hunde in die Quarantänestation gebracht und sie gegen Tollwut geimpft - zu spät.

Das Amt hat die Aufnahme weiterer Hunde in die Quarantäne bis Ende Januar untersagt, weil die Inkubationszeit bei Tollwut so lang sein kann. Laut Betriebserlaubnis muss aber ausnahmslos jeder neue Hund für zwei Wochen in die Quarantäne – was de facto jede Aufnahme von Hunden bis Ende Januar ausschließt.

Thorben Pries, Büroleiter von Oberbürgermeister Olaf Tauras, sagte auf Anfrage: „Wir warten jetzt auf Rückmeldung vom Tierschutzverein zum zweiten Entwurf des Kooperationsvertrags. Wir möchten ihn gern abschließen.“

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