Hilfsaktion

Maxi (3) von Fehmarn hat Blutkrebs: Ostholstein sucht passenden Stammzellenspender

Der kleine Maxi (3) leidet unter Blutkrebs. Zusammen mit seiner Mutter Ann-Katrin Kröger steht er derzeit die zweite Chemotherapie durch. Bei einer DKMS-Aktion auf Fehmarn sollen mögliche Stammzellenspender für ihn gesucht werden.

Der kleine Maxi (3) leidet unter Blutkrebs. Zusammen mit seiner Mutter Ann-Katrin Kröger steht er derzeit die zweite Chemotherapie durch. Bei einer DKMS-Aktion auf Fehmarn sollen mögliche Stammzellenspender für ihn gesucht werden.

Fehmarn. Gerade erst hatte der kleine Maxi aus Lemkendorf seinen dritten Geburtstag. Er konnte ihn nicht feiern. Maxi sollte diesen Herbst auch seinen ersten Kindergartentag haben. Er durfte ihn noch nicht erleben. Der kleine Fehmaraner hat Blutkrebs. Sein Lebensmittelpunkt ist das UKSH in Kiel. Dort steht der tapfere Junge gemeinsam mit seinen Eltern bereits zum zweiten Mal eine Chemotherapie durch. Doch diese allein wird sein Leben nicht retten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Kleine Einblutungen an den Beinen

Der Tag, der das Leben der Familie Kröger komplett verändert, ist der 30. Mai 2021. Eigentlich ist Maxi ein Draufgänger. Er schmeißt sich ins Getümmel, wenn seine drei größeren Brüder Elias (5), Noah (7) und Leon (11) toben. „Deswegen habe ich mich nicht gewundert, dass er blaue Flecken hatte“, erzählt Mutter Ann-Katrin Kröger. Doch in den letzten Tagen ist ihr Sohn seltsam unmotiviert, er ist müde, möchte viel auf den Arm. Die 30-Jährige denkt zunächst an die Zähne, doch als sie dann plötzlich kleine Einblutungen an den Beinen ihres Sohnes entdeckt, beschließt sie sicherheitshalber zum Kinderarzt zu gehen. Dieser stellt zusätzlich einen harten Bauch und eine vergrößerte Milz fest. Seinen schrecklichen Verdacht behält er noch für sich, um die Familie nicht zu beunruhigen. Doch er überweist Maxi unmittelbar zur Abklärung in die Klinik nach Eutin.

Diagnose Leukämie

Die Mutter packt nur schnell eine Tasche, bringt die anderen Kinder zu den Großeltern und bricht auf. Vater Christopher, der gerade auf Montage in Hamburg ist, setzt sich ins Auto und fährt ebenfalls direkt nach Eutin. Sie sind gerade erst zehn Minuten auf der Kinderstation, als schon das Ergebnis vom Blutbild da ist. „Wir sollten uns setzen, dann wurde uns gesagt, dass unser Sohn an Leukämie erkrankt ist“, erinnert sich die Mutter.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

DKMS-Aktion: So können Sie helfen

Unter dem Motto „Wir alle für Maxi“ appellieren die Initiatoren der Registrierungsaktion, sich am Sonnabend, 3. Dezember, von 11 bis 15 Uhr im Haus des Gastes in Dänschendorf, Schlagsdorfer Straße 9, auf Fehmarn für die Knochenmarkspenderdatei registrieren zu lassen. Die Spender müssen gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt sein.

Die Registrierung geht schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung führen die Spender einen Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durch, damit Ihre Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können.

Die Registrierung wird auf digitalem Wege stattfinden, daher werden alle gebeten, ein Smartphone mitzubringen. Zudem ist das Tragen einer medizinischen Maske notwendig.

Personen mit Grippesymptomen und akuten Atemwegserkrankungen sollten nicht zur Aktion kommen. Sie können sich aber genau so wie alle anderen, die an diesem Tag verhindert sind, online unter www.dkms.de registrieren.

Spender, die sich bereits in der Vergangenheit in der Datei registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung.

Da die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft im Kampf gegen Blutkrebs Spendengelder benötigt, wird um finanzielle Unterstützung gebeten. Allein für die Registrierung eines Spenders entstehen Kosten in Höhe von 40 Euro. DKMS-Spendenkonto, IBAN DE68700400608987000416, Verwendungszweck: MVW 001/ Maxi

Nur zwei Tage später beginnt in der Kinderklinik Kiel die Chemotherapie. Die Therapie wird für acht Monate den Alltag der Familie bestimmen und jegliche Normalität verbannen. Kindergeburtstage, Treffen mit Freunden, all das gibt es nicht mehr. Stattdessen fährt die Mutter oder der Vater teilweise bis zur 30 Tage lang täglich nach Kiel. Wochen auf der Station wechseln sich mit kurzen Aufenthalten zu Hause auf Fehmarn ab. Und immer wenn Maxi wieder nachts zu fiebern beginnt, müssen sie sofort los in die Klinik. Die Behandlung ist für den kleinen Jungen extrem hart. Einmal hat er durch das Cortison so viel Wasser eingelagert, dass er sich nicht mehr bewegen und nicht mehr reden kann. Er weint stumm, als die Schmerzen zu groß werden.

Der Krebs schien schon besiegt

Im Februar dieses Jahres scheint es, als würde der große Kampf des kleinen Jungen belohnt. Die Chemo ist beendet, und Maxis Krebs gilt als besiegt. Er bekommt noch regelmäßig Medikamente und wird untersucht, doch endlich soll das normale Leben wieder beginnen. „Die Haare sind wieder gewachsen, er konnte wieder spielen. Es war ganz normal, als wäre er gesund“, sagt Ann-Katrin Kröger rückblickend.

Ein bisschen Normalität: Als Maxi gesund war, konnte er einen Tierpark besuchen.

Ein bisschen Normalität: Als Maxi gesund war, konnte er einen Tierpark besuchen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Doch vor wenigen Wochen, Ende September, dann der schreckliche Rückschlag. Maxi und seine Mutter sind nach der Untersuchung gerade im Parkhaus und wollen wieder nach Hause fahren, als das Telefon klingelt. Der Arzt ist dran. Der Krebs ist zurück. Die Chemotherapie beginnt wieder von vorne. "Doch dieses Mal ist klar, die Chemo allein kann Maxi nicht heilen. Wir brauchen unbedingt einen Stammzellenspender", sagt seine Mutter. Die ersten Abfragen in den Datenbanken der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) sind ernüchternd. "Ich habe am Wochenende die Nachricht bekommen, dass es in Deutschland bisher keinen passenden Spender gibt", sagt Ann-Katrin Kröger im Telefonat mit den LN. Ob sich im Ausland eventuell ein Spender finden lässt, ist noch unklar.

Fehmarn sucht einen Stammzellenspender

Die Insulaner wollen alles tun, um Maxis Leben zu retten. Familie, Freunde, die Jugend- und die Kinderfeuerwehr, in der auch Maxis Brüder sind – sie alle organisieren zusammen mit der DKMS eine große Registrierungsaktion auf Fehmarn. Unter dem Motto „Wir alle für Maxi“ werden alle Ostholsteiner, Einheimische und Urlauber gebeten, sich am Sonnabend, 3. Dezember, zwischen 11 und 15 Uhr im Haus des Gastes in Dänschendorf, Schlagsdorfer Straße 9, auf Fehmarn registrieren zu lassen.

Maxis Mutter weiß, dass die Chance, gerade bei dieser Aktion einen passenden Spender zu finden, nicht groß ist. „Wir fühlen uns aber auch mit den vielen anderen Kindern verbunden, die an Blutkrebs erkrankt sind. Für sie alle suchen wir an diesem Tag nach Spendern.“ Doch auch die Hoffnung einen Spender für Maxi zu finden, egal ob auf Fehmarn oder am anderen Ende der Welt, ist da. „Es gibt keine Alternative zur Stammzellentransplantation“, sagt Maxis Mutter. „Wir haben nur noch diese eine Chance. Mehr haben wir nicht.“

Mehr aus Ostholstein

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken