Selent

20 Millionen Euro für neue Privatklinik

Geschäftsführer Nikolai Bastmayer freut sich, dass die Klinik „Blomenburg - Mental Health Center“ in der kommenden Woche eröffnet wird.

Geschäftsführer Nikolai Bastmayer freut sich, dass die Klinik „Blomenburg - Mental Health Center“ in der kommenden Woche eröffnet wird.

Selent. Für die Selenter Blomenburg ist eine neue Verwendung gefunden. Nachdem das Technologiezentrum dort 2009 Insolvenz angemeldet hatte und die Blomenburg seit 2015 leer stand, wird kommende Woche im Jagdschloss die „Blomenburg – Medical Health Care“ eröffnen, eine Privatklinik, die vor allem auf stressbedingte Erkrankungen spezialisiert ist. Dafür hat der Träger Asklepios 20 Millionen Euro in die Sanierung und Renovierung investiert und 55 Arbeitsplätze geschaffen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Blomenburg stand lange leer

In dem alten Herrenhaus, das Mitte des 19. Jahrhunderts für Graf Otto von Blome erbaut wurde, sind 69 Zimmer entstanden, die mehr an ein Hotel erinnern, als an eine Klinik, heißt es. Die Zimmer sind mitunter nur durch die Notfall-Knöpfe in der Nähe von Lichtschaltern von einem Hotelzimmer zu unterscheiden. Die in drei Kategorien eingeteilten Räume – mit unterschiedlichen Größen –, sind vor allem für Privatpatienten und Selbstzahler geschaffen – die gesetzliche Krankenkasse deckt einen Aufenthalt nicht ab.

Am Empfang steht ein Concierge statt eines Pflegers. Trotz des Komforts möchte Geschäftsführer Nicolai Bastmeyer die Einrichtung nicht als Hotel verstanden wissen, der Fokus liege auf der Therapie. Dafür wurden Angebote geschaffen, die als ganzes Konzept gesehen „als Blaupause für die Burnout-Therapie der Zukunft“ dienen können, so Bastmeyer.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Therapeutisches Boxen und Bogenschießen

Neben den klassischen Gesprächstherapien ist auch therapeutisches Boxen und Bogenschießen im Angebot. Ursula Brinkmann ist Psychotherapeutin und hat den Sport privat kennengelernt und bald die therapeutischen Vorteile gesehen: „Der Kopf muss loslassen. Für einen sicheren Schuss muss man einen leeren Kopf haben“, erklärt die 55-Jährige. Während gerade Patienten mit wenig Selbstvertrauen sich anfangs kaum trauten, den Bogen in die Hand zu nehmen, sei schon nach einer Stunde ein sicherer Schuss möglich – und damit mehr Selbstvertrauen für den Patienten erreicht. Die großen, runden Platten, auf die geschossen wird, sind blank. Brinkmann hadert mit sich, Zielscheiben anzubringen: „Die könnten den Leistungsgedanken fördern, dabei geht es vor allem um den meditativen Aspekt.“

Eine bekanntere Therapieform ist die Musiktherapie – dort geht es jedoch nicht ums Musizieren. Auch geht es nicht darum, beruhigende Musik zu hören und sich zu entspannen, sondern die Patienten „sollen sich kennenlernen“, wie Musiktherapeutin Anna Stiny erklärt. Während bei Therapien sonst oft geredet wird, sollen die Patienten hier „ins Handeln kommen“. „Musik ist viel ursprünglicher, direkter, mittelbarer“, erklärt die 32-Jährige. Es ginge nicht darum, eine Melodie zu spielen, sondern sich nonverbal und ungewohnt auszudrücken.

Ähnlich ist es bei der Kunsttherapie. Dabei sollen keine Kunstwerke geschaffen werden, sondern die Patienten sollen sich anders ausdrücken. Die Farben werden ohne Pinsel, nur mit den Fingern, direkt auf Papier gebracht. Außerdem wird mit der ungeübten Hand gemalt – Linkshänder nehmen die rechte Hand, Rechtshänder malen mit der linken. „Der Patient schafft sich so ein Gegenüber, soll so Kraft zurückbekommen“, erklärt Diplom-Kunsttherapeutin Janka Hexel.

Erste Patienten ziehen bald ein

Noch ist das mehr Theorie als Praxis – die Patienten, die auch Gäste genannt werden, ziehen erst nach der Eröffnung kommende Woche ein. Die Renovierung ist soweit abgeschlossen, man sei „aufnahmefähig, und die Infrastrukturen sind geschaffen“, sagt Geschäftsführer Bastmeyer. Ein Aufenthalt würde im Schnitt vier Wochen dauern, auch um die Nachsorge werde sich gekümmert: „Online gestützte Verfahren können den Therapeuten zwar nicht ersetzen – sollen sie auch nicht –, aber sie können unterstützen“, erklärt Bastmeyer.

Mehr aus Plön

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen