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Lütjenburg

Der Hüter der alten Gräber

Foto: Bernd Oldewurtel kümmert sich auch um die Steinzeitgräber auf dem Ruserberg bei Futterkamp, die zu den größten Anlagen ihrer Art in Schleswig-Holstein gehören.

Bernd Oldewurtel kümmert sich auch um die Steinzeitgräber auf dem Ruserberg bei Futterkamp, die zu den größten Anlagen ihrer Art in Schleswig-Holstein gehören.

Lütjenburg. Die ersten Grabanlagen in dem Blekendorfer Wald dürften aus der Steinzeit stammen. Auch spätere Kulturen in der Bronze- und Eisenzeit bestatteten hier ihre Toten. Es ist nur einer von 170 Plätzen im Raum Lütjenburg, um die sich Bernd Oldewurtel kümmert, wenn auch einer der eindrucksvollsten. Oldewurtel ist der Hüter der Bodendenkmale. Er wandert sie einmal im Jahr zu Fuß ab. Schaut, wie gut sie noch erhalten sind, oder ob Raubgräber ihr Glück versucht haben. Das kommt vor. Doch dank guter Vernetzung mit der Jägerschaft werden ihm schnell illegale Sondengänger gemeldet.

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Marineoffizier statt Archäologe

Eigentlich habe er Archäologe werden, sagt der 73-Jährige, der dann aber Karriere bei der Deutschen Marine machte. Unter anderem diente Oldewurtel als Kommandeur der Marineunteroffiziersschule in Plön. Seiner Leidenschaft für alte Dinge blieb er treu. Als Heinrich Oelerich als archäologischer Vertrauensmann vor drei Jahren sein Amt abgab, übernahm Oldewurtel die Aufgabe. Mit Leidenschaft.

Gräber älter als die Pyramiden

Unter Oldewurtels Aufsicht stehen auch die drei großen Megalithgräber auf dem Ruserberg bei Futterkamp. Die Steinreihen sind zwischen 27 und 56 Meter lang. Sie sind schätzungsweise 6000 Jahre alt und zählen zu den ältesten Zeugnissen der Steinzeitkultur an der Hohwachter Bucht. Oldwurtel: „Die sind älter als die Pyramiden in Ägypten.“

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Turmhügelburg ubei Högsdorf

Ebenfalls tief im Wald bei Högsdorf verborgen ruhen die mächtigen Reste einer Turmhügelburg. Sie dürften etwa 800 Jahre alt sein. Der künstlich aufgeschüttete Hügel, auf dem die Anlage einst ruhte, ist ein vielfaches größer als der des Nachbaus im Lütjenburger Nienthal. Zu erkennen sind noch die Gräben und Wälle, die die den Verteidigungsturm der ersten deutschen Siedler umgaben. Auch die Vorburg, der Platz, wo die Wohnhäuser und Werkstätten standen, ist noch zu erkennen.

Spurrillen über den Grabhügeln

Sorgen bereiten Oldewurtel Zerstörungen, die immer wieder vorkommen. Wenn Forstarbeiter-Kolonnen ihre Arbeit verrichten, zählt für sie Zeit, nicht das Kulturgut im Boden. Immer wieder zerfurchen die schweren Maschinen den Boden und hinterlassen tiefe Spurrillen an den Grabhügeln. In solchen Momenten fühlt sich Oldewurtel eher als Verwalter des Niedergangs, denn als Hüter der Schätze. Er wünscht sich ein schärferes Vorgehen der Strafbehörden gegen solche Beschädigungen der denkmalgeschützten Kulturgüter, zu denen die Steinzeitgräber zählen.

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