40 Jahre an dieser Stelle

Eine Buchhandlung schreibt Geschichte

Foto: Seit 40 Jahren am gleichen Standort: Claus-Hinnerk Schneider betreibt die Buchhandlung Schneider in Plön.

Seit 40 Jahren am gleichen Standort: Claus-Hinnerk Schneider betreibt die Buchhandlung Schneider in der Lübecker Straße 18 in Plön - und das wird auch so bleiben.

Plön. Bis vor 50 Jahren stand an der Stadtschwentine in Plön die Sodafabrik, die Fabrikant Kleine 1886 auf dem Grundstück der alten Wassermühle hatte bauen lassen. 1968 wurden die Gebäude abgerissen. Das Gelände zwischen Lübecker Straße und Großem Plöner See wurde überplant. Wie so vieles in dieser Zeit. Das Schwentinehaus entstand Mitte der 70er-Jahre, das Wohnhaus kurze Zeit später.

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Aus der Plöner Bücherstube ist längst die Buchhandlung Schneider geworden. „Eine kleine Bücherstube sind wir ja schon lange nicht mehr“, sagt der 67-Jährige. Schon 1953 hatte sein Vater den Buchladen gegründet, damals im Hotel Stadt Hamburg, nicht weit entfernt vom heutigen Standort. Als dort der Supermarkt gebaut werden sollte, zog das Geschäft in ein Provisorium auf 25 Quadratmetern ins Hotel Drei Kronen. Die Plöner wollten schließlich weiterhin Bücher kaufen und lesen.

Nach dem Umzug in das „Sanierungsgebiet“ Schwentineplattform vergrößerte Schneider sein Geschäft fast alle zehn Jahre. Als das benachbarte Fotostudio Plessentin frei wurde, ließ Schneider Wände einreißen und weitere Bücherregale aufstellen. Als 2000 die Modeboutique Stoffers schloss, übernahm Schneider auch diese Räume. „Es hat richtig Spaß gemacht!“

Obwohl das Internet zur Konkurrenz wurde, einige Leseratten außerdem auf E-Books umstiegen, blieb die Buchhandlung. 2015 trennte sich Schneider von einem Laden-Teil, verkleinerte sich. Es gab Umsatzverluste, vor allem im Taschenbuchbereich. Längst konnten Leser auch auf Schneiders Homepage Bücher bestellen. „Aber es ist doch etwas ganz anderes, in einen Buchladen zu gehen, etwas in die Hand zu nehmen, Anregungen zu bekommen, verführt zu werden“, erzählt er.

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Mit vier Mitarbeitern steht Schneider im Geschäft. Langjährigen Mitarbeitern, die den Büchern die Treue halten. Die in ihrer Freizeit fast jede Minute nutzen, Neuerscheinungen zu lesen. Um dann den Kunden passgenaue Empfehlungen zu geben. Man kennt sich und die Geschmäcker. Für einen Klönschnack ist immer Zeit. Und das alles wissen die Kunden zu schätzen. „Es hat sich stabilisiert, auf einem niedrigeren Niveau. Aber es ist eine tragfähige Angelegenheit.“

„Ein paar Jahre werde ich auf jeden Fall noch weitermachen“, sagt Schneider. Gerüchte über eine bevorstehende Schließung ärgern ihn. Später dann wird er sich nach einem Nachfolger für sich umsehen. Die Buchhandlung habe auf jeden Fall eine Zukunft.

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