Kreis Plön

Grüne sind erstmals stärkste Partei

Foto: Die Bürger im Kreis Plön stimmten bei der Europawahl zum größten Teil für pro-europäische Parteien.

Die Bürger im Kreis Plön stimmten bei der Europawahl zum größten Teil für pro-europäische Parteien.

Kreis Plön. Martin Drees, Kreissprecher der Grünen, erlebte den Wahlabend in seiner Heimatgemeinde Wahlstorf. Und der war genauso erfreulich wie auf Landesebene. Die Grünen zogen erstmals in der Gemeinde mit der CDU gleich. „Das ist schon ein großer Erfolg“. Zwei Gründe macht er für das Grünen-Ergebnis verantwortlich. Zum einen der Klimaschutz. Wer auf „Friday for future“ nur mit einer Schulschwänzer-Debatte reagiere, müsse sich über schlechtes Abschneiden nicht wundern. Zum anderen seien die Grünen konsequent gegen Populismus und Rechte in Europa aufgetreten. Seine Partei sei in diesem Punkt glaubwürdiger als andere. Mit wem wollen die Grünen zusammenarbeiten? Zukünftig müsse man in „Richtung CDU“ denken, so Drees. Mit einer SPD, die nur auf 15 Prozent komme, könne man nichts reißen. Im Kreis sieht er allerdings „Stolpersteine“ für eine Zusammenarbeit wie die Reaktivierung der Eisenbahnstrecke Kiel/Schönberg oder die Haltung des CDU-Kreisvorsitzenden Werner Kalinka gegenüber den Grünen.

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SPD-Kreisvorsitzender sieht ein "Desaster"

SPD-Kreisvorsitzender Kai Bellstedt fordert als Konsequenz eine Ablösung von Andrea Nahles als Bundesvorsitzende. Überhaupt müsse auf der Führungsebene der Partei viel ausgetauscht werden. Das Abschneiden der SPD im Kreis Plön sei ein „Desaster“. Die Kommunalpolitik habe dabei keine Rolle gespielt. Die SPD habe in den letzten Jahren die Kreispolitik positiv geprägt. Zwei Ursachen macht Bellstedt aus. Zum Teil nehme man es der SPD übel, in die Große Koalition gegangen zu sein. Das Thema Klimaschutz sieht er als Grund für den Höhenflug der Grünen. „Diese Wähler konnten wir nicht erreichen.“

CDU: Wahlergebnis Rote Karte für Groko

„Konsterniert“ saß Thomas Hansen, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, vor dem Fernseher und verfolgte die Berichterstattung. „Ein Ergebnis für die CDU unter 30 Prozent ist nicht akzeptabel“. Die Zahlen seien eine „Rote Karte“ für die Große Koalition in Berlin. In Schleswig-Holsten nutze Jamaika nur den Grünen. Als Konsequenz für die CDU fordert er, Umwelt- und Klimaschutz mehr zum Thema zu machen. Auch müsse man stärker Kontakt zu den jüngeren Menschen suchen. Dabei dürfe es nicht nur bei „Sprechblasen“ bleiben. Der Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer bescheinigte er kein gutes Verhalten am Wahlabend. Sie habe versucht, das Ergebnis der CDU schönzureden. „Das mögen die Leute nicht.“ Der relative Erfolg in seiner Heimatstadt Lütjenburg sieht Hansen dem „guten Team“ in der Stadtvertretung und der Arbeit von Bürgermeister Dirk Sohn geschuldet.

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Europa-Union im Kreis Plön: Grüner, aber nicht rechter

Der Kreisvorsitzende der Europa-Union René Hendricks freut sich über die gestiegene Wahlbeteiligung (63,8 Prozent), die deutliche pro-europäische Zustimmung in der Bevölkerung und den nur geringen Anteil von Europa-Gegnern. Der Kreis Plön sei grüner geworden, aber nicht rechter. Hendricks sieht einen weiteren Trend, den er begrüßt: Die junge Generation habe sich mit ihren Themen wie Klimawandel und Digitalisierung eingemischt. Sie würden mehr von den Parteien erwarten als bisher.

Interaktive Grafik: So hat der Kreis Plön gewählt

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