Giekau

Im Wald Pülser Vieh hüpft und quakt es

Julian Bock setzt junge Rotbauchunken bei Giekau aus.

Julian Bock setzt junge Rotbauchunken bei Giekau aus.

Giekau. Abends ist hier schon richtig Lärm, aber damit es noch lauter wird, hat das Stiftungsland Pülser Vieh bei Giekau rund 1400 neue Bewohner bekommen. Frosch-Papa Julian Bock hat die letzte "Ladung" Rotbauchunken-Quappen ausgesetzt. Stolz sieht er im Teich die Jungfrösche aus dem vergangenen Sommer: "Die hier sind aus dem Gröbsten raus." Seit 2016 wurden die winzigen Frösche jährlich ausgesetzt. Sie bringen es gerade mal auf zwei Zentimeter, wenn sie ihren Schwanz als Kaulquappe zurückgebildet haben.

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Unken sammeln, um Natur zu erhalten

Gesammelt wurde der Unkenlaich in der Nähe von Dannau, die Aufzucht hat Julian Bock von der Stiftung Naturschutz übernommen. Die Rotbauchunken sind europaweit vom Aussterben bedroht. Im Rahmen des von der EU mitfinanzierten Projekts "Frosch und Freunde" hat die Stiftung Naturschutz in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass sich die Unken im Pülser Vieh wieder ansiedeln können. Auch für den diesjährigen Rotbauchunken-Nachwuchs sehen die Chancen gut aus, denn  finden sie dank der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein optimale Lebensbedingungen vor.

Die Unken sind dabei nicht unwichtig für das gesamte Ökosystem. Libellen und Kraniche haben sich deswegen wieder angesiedelt. Die Rinder vom Behrenshof dürfen auf dem Stiftungsland weiden. Sie halten das Gras kurz genug. Was im Sommer nicht gefressen wird, kommt dann im Winter zwischen die Kauwerkzeuge: "Das ist so ähnlich wie für uns Grünkohl. Wenn der erste Frost kommt, schmeckt es erst richtig gut", erklärt Hauke Drews, der ebenfalls bei der Stiftung Naturschutz tätig ist.

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Jetzt müssen die Unken selbst ran

Das "Projekt Rotbauchunke" ist in diesem Jahr abgeschlossen. Drei Jahre lang wurden die Unken aus dem Laich gezogen und ausgesetzt - jetzt sind sie auf sich selbst gestellt. Die Weibchen sind nach vier Jahren geschlechtsreif, die Männchen mit drei Jahren. Den Laich brütet die Sonne aus, aus ihm schlüpfen dann die Kaulquappen. "Die Natur hat sich hier gut erholt", sagt Drews mit Blick auf das hüfthohe Gras. Schmetterlinge aus dem Mittelmeerraum haben sich angesiedelt, überall hüpfen Grillen herum - und passend dazu haben sich Vögel angesiedelt, die gern Insekten fressen.

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