35 Termine in fünf Jahren

Inga Hamann holt die Kultur ins Dorf

Foto: Inga Hamann holt seit fünf Jahren jede Menge Kultur nach Dersau.

Inga Hamann holt seit fünf Jahren jede Menge Kultur nach Dersau.

Dersau. Inga Hamann blättert in ihrem roten Notizbuch. Viele Seiten sind nicht mehr frei, es sind bereits Zeitungsausschnitte eingeklebt, viele persönliche Grüße hineingeschrieben wie in einem Gästebuch, eigene Anmerkungen notiert. Erinnerungen an die Veranstaltungen, die Inga Hamann in Dersau organisiert hat. Die Lesungen, Vorträge und Konzerte finden im Dorfgemeinschaftshaus oder in der Christuskirche statt.

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Das ist viel Arbeit, aber sie macht es gerne und mit ungebremstem Elan. „Es ist schließlich mein Hobby“, sagt die 70-Jährige. Tatort-Drehbuchautor Peter Zingler hat in Dersau gelesen, auch der israelische Autor Assaf Gavron. „Your culture project in Dersau is beautiful and impressive“ (Dein Kultur-Projekt in Dersau ist wunderschön und beeindruckend) hat er ihr ins Buch geschrieben.

"Ich lerne viele interessante Menschen kennen"

Wolfgang Burst kam zum Dokumentarfilmnachmittag über den Iran, Thomas Haloschan erinnert musikalisch an Leonard Cohen, Sängerin Viola Schnittger und Pianist Sergej Rotach präsentierten klassische Lieder, Popballaden und Musicaltitel. Die georgische Buchautorin Nino Haratischwili stattete Dersau ebenfalls einen Besuch ab. „Ich lerne so interessante Menschen kennen“, schwärmt Inga Hamann und genießt die Früchte ihrer Arbeit.

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Viele Ältere sind abends ungern unterwegs - hier gibt es Kultur vor der Haustür

Dabei hat sie vor fünf Jahren gar nicht so sehr an sich gedacht, sondern an Dersau. In den vergangenen Jahren wurde es ruhiger im Dorf. „Da wollte ich gegensteuern“, erzählt die gebürtige Dersauerin. Natürlich gibt es in Kiel, Lübeck, Plön und Neumünster interessante kulturelle Veranstaltungen. Inga Hamann mag es, ins Theater, in die Oper und zu Konzerten zu gehen. „Viele ältere Menschen sind abends aber ungern unterwegs, ich wollte die Kultur nach Dersau holen – vor die Haustür, zu Fuß erreichbar.“

Und so hat sie begonnen, Verlage anzuschreiben, Musiker anzurufen. Wenn sie über jemand Interessantes liest, im Fernsehen sieht oder im Radio hört, ist ihr Ehrgeiz geweckt und sie sucht im Internet nach Kontaktdaten. „Ich habe da keine Berührungsängste“, sagt sie. Manchmal jedoch scheitert es an den Finanzen. Die Gagen zahlt sie aus eigener Tasche, nicht immer kommt das Geld durch die Eintrittsgelder wieder zusammen. Gema-Gebühren kommen noch dazu. „Manchmal sagen Künstler, dass sie auf Spendenbasis auftreten“, erzählt Inga Hamann. Dann trägt sie kein finanzielles Risiko.

Jedes Mal bangt und zittert sie, wie viele Besucher wohl kommen. Wie viele schauen mit ihr über den Tellerrand, lassen sich unterhalten, in den Bann ziehen, begeistern? „Ich mache nur das, was ich selber gut finde“, sagt sie. Und sie macht weiter.

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