Wildpark Schwentinental

Mangelnder Schutz vor Schweinepest

Foto: Ein einfacher Zaun reicht nicht als Schutzmaßnahme vor der Afrikanischen Schweinepest. Der Wildpark Schwentinental muss nachrüsten, um hier weiter Wildscheine halten zu können. Kein angenehme Aufgabe für Stefan Kühl, den Teamleiter des Wildparks, denn vorher muss die Rotte weg, die jetzt noch hier wühlt und schmatzt.

Ein einfacher Zaun reicht nicht als Schutzmaßnahme vor der Afrikanischen Schweinepest. Der Wildpark Schwentinental muss nachrüsten, um hier weiter Wildscheine halten zu können. Kein angenehme Aufgabe für Stefan Kühl, den Teamleiter des Wildparks, denn vorher muss die Rotte weg, die jetzt noch hier wühlt und schmatzt.

Schwentinental. „Das Virus fährt im Reisekoffer in Speiseabfällen über hunderte Kilometer“, erklärt Kreisveterinärin Dr. Kristin Schwartau. Problematisch sind infizierte Wurst- und Fleischwaren aus Ländern, in denen die Tierseuche bereits ausgebrochen ist. Mittlerweile sind auch in Belgien erste Fälle des für den Menschen ungefährlichen Virus aufgetaucht. Für den Wildpark Schwentinental ein Alarmsignal. Wo Mensch und Wildschwein sich so nahe kommen wie hier, besteht ein hohes Risiko: „Die Bevölkerung sucht die Nähe zum Tier, und das erlaubt auch das unmittelbare Füttern. Tierseuchenrechtlich ist das eine Katastrophe, da dürfte überhaupt kein Kontakt zustandekommen“, betont Schwartau. „Das ist jammerschade, es geht aber nicht anders.“

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Prophylaktische Maßnahmen: Mehr Distanz zwischen Mensch und Wildschwein

Ein doppelt gestalteter Zaun mit drei bis vier Metern Abstand und einer Höhe von mindestens 1,40 Meter muss her: der wichtigste Punkt auf der Checkliste des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit (FLI), den es zu erfüllen gilt, um eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest zu vermeiden, so die Kreisveterinärin. Dazu eine Elektrolitze am inneren Zaun, damit die Wildschweine nicht unterwühlen können. Für die Kreisveterinärin ein Spagat, denn man wolle die Idee des Wildparks, der das Naturerlebnis mit den Tieren fördern soll, nicht völlig plattmachen.

Wildschweinrotte kann nicht bleiben

Die Empfehlungen des Veterinäramtes wolle man innerhalb der nächsten Monate, möglichst noch in der Herbstzeit umsetzen, so Sabine Conrad, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung, Bauwesen und Umweltangelegenheiten. Ob das funktioniert, hängt unter anderem von der Haushaltslage der Stadt ab. Die größte Schwierigkeit: Bevor Veränderungen am Gehege in Angriff genommen werden können, muss die Wildschweinrotte entfernt werden. „Sie werden ganz regulär vermarktet – und dann wahrscheinlich geschlachtet.“ Arbeiten auf dem Gelände in ihrer Anwesenheit zu erledigen wäre lebensgefährlich, so Stefan Kühl, Teamleiter des Wildparks Schwentinental. Trotzdem alles andere als ein schöner Gedanke für ihn und seine Mitarbeiter, denen die Wildschweine ebenso wie den Besuchern ans Herz gewachsen sind. Doch Alternativen gibt es nicht.

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