Nach dem Durchbruch

Stadt will Schuldach prüfen lassen

Foto: Bürgermeister Björn Demmin (rechts) und Schulleiter Daniel Kux besichtigen das Loch in der Decke des Klassenzimmers.

Bürgermeister Björn Demmin (rechts) und Schulleiter Daniel Kux besichtigen das Loch in der Decke des Klassenzimmers.

Preetz. Die beiden Jugendlichen sollen in der Nacht zum Freitag, 24. Mai, auf das Dach der Schule geklettert sein. Wie die Polizei erst jetzt mitteilte, waren am frühen Morgen Beamte der Polizeistation Preetz zur THG gerufen worden, da dort ein Klassenraum erheblich beschädigt war.

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In den Klassenraum gestürzt

Die Beamten konnten vor Ort schnell ermitteln, dass sich die nächtlichen Besucher auf dem Schuldach aufgehalten haben mussten. Das marode Dach war eingebrochen, sodass mindestens ein Täter rund fünf Meter tief in einen darunterliegenden Klassenraum stürzte, berichtete die Polizei.

Noch am gleichen Vormittag ermittelten die Beamten zwei 16-jährige Tatverdächtige. Einer von ihnen hatte eine Verletzung an der Hand, die kurz nach der Tat in einer Klinik operiert worden war. Der Sachschaden wird auf mehrere tausend Euro geschätzt.

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Von einem Einbruchsversuch im klassischen Sinne geht die Polizei nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht aus. Dennoch müssen sich die Jugendlichen, die keine Schüler der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule sind, in einem Strafverfahren wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs und der Sachbeschädigung verantworten.

Lehrkraft entdeckte den Schaden

Der Raum der fünften Klasse sei am Freitag gegen 7.30 Uhr von einer Lehrkraft aufgeschlossen worden, erzählte Schulleiter Daniel Kux am Dienstagnachmittag. Dabei habe man das Klassenzimmer so zerstört vorgefunden: „Ein Loch in der Decke, Schränke offen, ein Fenster geöffnet – da hat man gleich gemerkt, dass hier jemand gewühlt hat.“ Man habe sofort die Polizei alarmiert, später sei auch die Kripo mit der Spurensicherung angerückt.

Immer wieder kletterten junge Täter über das Dach der einstöckigen Gebäude in den geschützten Innenhof. „Wir finden ihn oft anders vor, als wir ihn verlassen haben“, klagt Kux über Vandalismus, zurückgelassene Flaschen und Scherben.

Bürgermeister reagiert besorgt

Bürgermeister Björn Demmin zeigte sich auf Nachfrage besorgt, dass ein Jugendlicher überhaupt durchbrechen konnte. Denn der zweistöckige Anbau an die THG war erst 2009 errichtet worden. „Und an der Stelle des Durchbruchs war das Dach tatsächlich zu weich, weicher jedenfalls, als es nach zehn Jahren sein dürfte“, berichtete er.

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Das Dach sei leicht angeschrägt und bestehe aus Holzbohlen mit einer Kunststoffeindeckung – wie die Dachkonstruktion auf dem einstöckigen Gebäude, über das der Jugendliche wohl geflüchtet sei, wie der Schulleiter vermutet.

„Ob es nun ein Material-, Konstruktions- oder Anfertigungsfehler war, muss der Statiker prüfen“, betonte Demmin. Die Stadt als Schulträger hat die Untersuchung bereits in Auftrag gegeben. Der Fachmann soll die Dachkonstruktion am heutigen Mittwoch unter die Lupe nehmen. Man müsse schauen, ob nur diese eine Stelle oder ein größerer Bereich betroffen sei, so der Bürgermeister. Weitere Dächer dieser Art gebe es nicht bei städtischen Gebäuden.

Erst im März gab es Vandalismus in der Schule. Der Unterricht musste damals mehrere Tage ausfallen.

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