Schönberg wählt

Vor der Bürgermeisterwahl: Elke Muhs und Peter Kokocinski im Duell

Das Restaurant Felsenburg war zur ersten Vorstellungsrunde der Bürgermeisterkandidaten in Schönberg bis auf den letzten Platz belegt.

Das Restaurant Felsenburg war zur ersten Vorstellungsrunde der Bürgermeisterkandidaten in Schönberg bis auf den letzten Platz belegt.

Schönberg. Es geht in die heiße Wahlkampfphase für die Bürgermeisterkandidaten in Schönberg. Am 30. Oktober können die Menschen ihre Stimme entweder für Amtsinhaber Peter Kokocinski (SPD) oder für seine Herausforderin Elke Muhs (CDU) abgeben. Um allen Wahlberechtigten die Entscheidung zu erleichtern, stellen sich beide Kandidaten derzeit an insgesamt drei Abenden mit ihren Zielen vor und beantworten Fragen. Am Mittwochabend war der erste Termin. Das Restaurant Felsenburg als Schauplatz für das Bürgermeisterduell am Schönberger Strand war bis auf den letzten Platz belegt.

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Kokocinski: Habe Hobby zum Beruf gemacht

Betont lässig stieg Peter Kokocinski in eine zehnminütige Vorstellungsrunde ein und ließ sich zunächst von der Servicekraft ein herrenloses Bier spontan auf seinen Platz am Tisch stellen. Dass er sein Hobby zum Beruf gemacht habe, erklärte er den Leuten in der Felsenburg. Nämlich erst in der Jugendarbeit und später in der Politik. „Ich bin seit 30 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv, davon lange Zeit ehrenamtlich“, erklärte er.

Voller Stolz und Glück habe er vor fünf Jahren das Hauptamt des Bürgermeisters in Schönberg angenommen. Jetzt möchte er weitermachen. Und zwar so: Das Ortsentwicklungs- und Tourismuskonzept wolle er mit Leben füllen, so Kokocinski, die Infrastruktur verbessern, den innerörtlichen Bereich attraktiver machen. „Schönberg ist so schön. Manche Schönberger vergessen das“, sagte er.

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Amtsinhaber Peter Kokocinski (SPD) und Herausforderin Elke Muhs (CDU) stellten ihre persönlichen Ziele für das Bürgermeisteramt vor.

Amtsinhaber Peter Kokocinski (SPD) und Herausforderin Elke Muhs (CDU) stellten ihre persönlichen Ziele für das Bürgermeisteramt vor.

Elke Muhs präsentierte sich regionverbunden. „Ganz wichtig: Ich bin aus Schönberg. Ich bin hier geboren und aufgewachsen“, erklärte die vierfache Mutter, die als Lehrerin in der Probstei arbeitet. Durch ihren Job sei sie sicherlich auch sehr krisenfest, meinte die Bürgermeisterkandidatin im Hinblick auf die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf den Schulalltag.

Seit fünf Jahren ist Elke Muhs zudem in der Schönberger Kommunalpolitik aktiv. „Ich bin der Meinung, dass man hier etwas tun muss“, betonte sie. Ihre Themen: Tourismus, Wohnraum und Leben im Alter. Die Sommerferien habe sie mit Praktika verbracht, erklärte Elke Muhs. Und zwar in der Gastronomie, im Einzelhandel und im Pflegebereich. „Da habe ich beispielsweise festgestellt, dass die Pflege in Schönberg einen besonderen Bedarf hat.“

In Sachen Radwege hat Elke Muhs einen individuellen Blickwinkel auf Konflikte

Als fairer Duellführer der Veranstaltung stellte RSH-Moderator Andreas Otto verschiedene Themen zur Diskussion. Das Thema Bahnhofstraße beispielsweise, wo sich beide Kandidaten einig waren: Eine autofreie Zone sei keine gute Idee. In Sachen Radverkehr offenbarte Elke Muhs als „passionierte Radlerin“ einen individuellen Blickwinkel auf Konflikte und gefährliche Situationen. „Das ist ein kontroverses Thema, worauf gerade ich ein Auge haben werde.“

Zu dem von Andreas Otto angesprochenen Schuldenberg von 19 Millionen Euro sagte Peter Kokocinski: „Schulden an sich sind nicht schlecht. Und sparen ist kein Selbstzweck.“ Man müsse Ziele erreichen. Elke Muhs nannte konkrete Einsparziele: die Erweiterung des interkommunalen Gewerbegebiets, um mehr Einnahmen zu generieren. Beim Thema Energiesparen und Weihnachtsbeleuchtung zeigte sich die Kandidatin weniger sentimental, indem sie ihren Fokus auf Sicherheitsbeleuchtung legte. Kokocinski: „In diesen Zeiten müssen wir den Menschen etwas Freude und Wärme fürs Herz lassen.“

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Das Wohnen in Schönberg soll nach Ansicht beider Kandidaten sowohl für junge, als auch für ältere Menschen attraktiver werden. Und zwar durch bezahlbaren Wohnraum, Barrierefreiheit und Innenraumverdichtung. Den Tourismus in Schönberg wollen beide "behutsam und nachhaltig" weiterentwickeln. "Im Bereich der Hotellerie besteht ein erheblicher Mangel", so Kokocinski. Elke Muhs schlug vor, Tourismus- und Gewerbetreibende sowie Umweltvertreter an einen Tisch zu holen.

Peter Kokocinski zum Hotelprojekt in Kalifornien: „Wir entscheiden, wo unsere Schmerzgrenze ist“

Ein paar Fragen der Bürger beantworteten die Kandidaten am Ende noch. Beispielsweise zu dem geplanten Hotelgroßprojekt in Kalifornien. „Völlig überdimensioniert“ kommentierte Elke Muhs das Vorhaben. „Wir als Gemeinde entscheiden, wo unsere Schmerzgrenze ist“, betonte Kokocinski. Den Hinweis eines Zuhörers, mehr Qualität im Tourismus anzubieten, nahm Elke Muhs direkt als „interessanten Ansatz“ auf.

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Ein anderer Mann aus dem Publikum wollte wissen, wie CO2-neutral Schönberg sei. Eine Steilvorlage für Peter Kokocinski, um eine Nachricht zu verkünden: „Heute haben wir ganz frisch und neu den Förderbescheid für das Klimaschutzmanagement bekommen. In zwei Jahren sind wir wesentlich schlauer.“ Herausforderin Elke Muhs grätschte rein: „Zwei Jahre können wir nicht warten. Wir sollten schon heute versuchen, tolle Initiativen, die es bei uns gibt, an einen runden Tisch zu holen.“

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Wer das Bürgermeisterduell am Schönberger Strand verpasst hat, der hat Gelegenheit am Montag, 26. September, ab 19 Uhr im Ferienpark Holm und am Montag, 24. Oktober, ab 19 Uhr im Hotel am Rathaus die Kandidaten näher kennenzulernen.

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