Marktbrunnen ohne Wasser

Wenn kein Geld fließt, plätschert nichts

Zehntausende Euro würde es kosten, damit der Brunnen auf dem Marktplatz wieder sprudelt.

Zehntausende Euro würde es kosten, damit der Brunnen auf dem Marktplatz wieder sprudelt.

Plön. In regelmäßigen Abständen stößt das jemandem schlecht auf und es wird eine Reaktivierung gefordert. Jetzt gerade von der Initiative Schönes Plön (ISP). Und warum passiert nichts? – Weil es sehr teuer ist.

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„Mit Bordmitteln ist eine Instandsetzung nicht machbar“, sagt Bürgermeister Lars Winter. Die Zuleitung zum Brunnen ist rott, die unterirdische Technik müsse erneuert werden, damit das Leitungswasser nicht im Boden versickert. Deshalb ist das Wasser abgestellt. „Eine Sanierung würde 35000 bis 50000 Euro kosten“, rechnet Winter.

Der Brunnen ist ein Kunstwerk

Im Juli 2016 war noch von bis zu 35000 Euro für Reparatur- und Instandsetzungsmaßnahmen, die Brunnentechnik, erforderliche Tiefbaumaßnahmen und Steinmetzarbeiten die Rede. Vor drei Jahren war sogar diskutiert worden, den Brunnen abzubauen. Doch: Der Brunnen ist ein Kunstwerk. Also blieb er. Es sollten Sponsoren gesucht werden, die offensichtlich nicht gefunden wurden.

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Vor einem Jahr erklärte die frisch gewählte Bürgervorsteherin Mechtilde Gräfin von Waldersee, dass sie den Brunnen gerne reaktivieren möchte. Für eine Finanzierung wünschte sie sich Benefizkonzerte und Spenden. Im Frühjahr präsentierte die Plöner SPD eine lange Liste mit Ideen, wie die Stadt attraktiver gemacht werden könnte. Der Brunnen tauchte noch einmal aus der Versenkung und auf dieser Liste auf.

Wirkung von Lieblosigkeit und Verfall

Jetzt kommt die Initiative Schönes Plön. Vorsitzender Raimund Paugstadt ärgert sich. „Der Brunnen hat eine Wirkung von Lieblosigkeit und Verfall“, sagt er. Und er erklärt, dass eine Stadt, die vom Tourismus abhängig ist, sich diesen Stillstand nicht leisten könne. Trotz der finanziellen Belastung für den städtischen Haushalt glaubt die ISP, „dass mit gutem Willen und der Suche nach einem Kompromiss auch Lösungen gefunden werden können, die den Brunnen wieder zum Leben bringen“. Die jetzige Lösung, nämlich nichts zu tun, sei aus Sicht der Initiative der schlechteste Umgang mit dem Objekt.

Die Ideen der Initiative Schönes Plön gehen sogar noch weiter. Nach der Instandsetzung könne der Brunnen in einen besonderen Rahmen gesetzt werden. Dem Vorstand schwebt eine kleine Uferlandschaft rund um den Brunnen vor. Der Marktbrunnen vom Künstler Jan-Olav Hinz soll tatsächlich mit dem steinernen Brunnenbecken einen See darstellen, die Stehlen zwei Segel. Gestiftet wurde der Brunnen 1993 von Grete Büsch und weiteren Plöner Bürgern.

Politik muss entscheiden, ob er wieder sprudelt

Bürgermeister Lars Winter reagierte während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für gesellschaftliche Angelegenheiten, Umwelt und Tourismus (GUT) auf die Frage nach einer Wiederbelebung des Brunnens: „Das muss ein politischer Beschluss sein, ob der Brunnen wieder sprudelt. Und es ist eine Frage des Geldes. Bisher ist im Haushalt nichts dafür vorgesehen.“ Jens-Uwe Seligmann (CDU) sagte, als er die Summe hörte: „Das ist ein Pfund.“ Die gewichtige Entscheidung muss von den Plöner Fraktionen kommen.

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Winter würde den Brunnen sehr gerne wieder instandsetzen, wünscht sich aber ein Gesamtkonzept für den Marktplatz – mit besseren Laufwegen über das Pflaster und vielleicht einer Boule-Bahn. Und bis das alles entschieden ist, plätschert das Wasser aus den Hähnen in den Gänseliesel-Brunnen vor dem Rathaus.

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