U 36 ist zurück

5000 Seemeilen unter Wasser

Foto: Nach fast fünf Monaten Abwesenheit kehrt U 36 in seinen Heimathafen Eckernförde zurück.

Nach fast fünf Monaten Abwesenheit kehrt U 36 in seinen Heimathafen Eckernförde zurück.

Eckernförde. Großer Bahnhof nach langer Abwesenheit. Leuchtraketen steigen in die Höhe, als sich das Unterseeboot langsam in den Eckernförder Marinehafen schiebt. Das Marinemusikkorps Kiel lässt Marschmusik erklingen. Auf der Pier warten ungeduldig die Angehörigen. 136 Tage war U 36 unterwegs. Anspruchsvolle Manöver liegen hinter der Besatzung, darunter die britische Großübung Joint Warrior, bei der das U-Boot drei Wochen ohne Pause in See war. Es absolvierte außerdem ein Torpedoschießen mit der norwegischen Marine sowie U-Jagd-Übungen mit den Franzosen in der Biskaya.

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Kooperation mit den Norwegern weiter vertieft

Ein besonderer Fokus lag auf der Zusammenarbeit mit den Norwegern. "Sie haben hier wichtige Pflöcke eingeschlagen", lobt der Stabs-Chef der Einsatzflottille I, Kapitän zur See Richard Kesten, die Besatzung. Künftig soll die Kooperation mit den Skandinaviern weiter vertieft werden. Dazu habe U 36 einen erheblichen und professionellen Beitrag geleistet, so Kesten. Während des gesamten Zeitraums war das Eckernförder U-Boot in Norwegen abgestützt. "Bergen wurde für uns zum zweiten Heimathafen", sagt Kommandant Michael Rudat.

U36

Im Video: Das U 36 ist zurück in seinem Heimathafen Eckernförde.

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Von 8800 Seemeilen legte U 36 ganze 5000 getaucht zurück

Auch er durfte gestern seine Frau und seine beiden Kinder Charlotte (6) und Henrike (3) in die Arme schließen. „Die Kleine ist ein Stück größer geworden“, schiebt er mit einem Lächeln die Mütze zurück. Und wie kam die Besatzung mit der langen Zeit auf See klar? Von den 8800 Seemeilen legte U 36 immerhin 5000 getaucht zurück. „Während der Fahrt sind wir in einem Arbeits-Rhythmus und bei den Manövern hat jeder viel zu tun“, sagt Rudat. Wichtig sei eine gute Gemeinschaft an Bord.

Thore Pelsis, Navigations-Offizier auf U 36, ist froh, wieder Heimatluft zu schnuppern. „Die Tour war super“, sagt er, „aber jetzt freu’ ich mich auf zuhause.“ Lange Tauchfahrten sind für U-Boot-Fahrer normal. Getaucht liegt das Boot zudem ruhiger. Doch eines wird er nicht vermissen: „das Anstehen vor der Toilette“, sagt er mit einem Grinsen. Für Freundin Annabelle Engel endet eine lange Zeit der unfreiwilligen Trennung. „Die Sehnsucht war groß“, gesteht sie. Zwischendurch konnte sie ihren Freund einmal in Norwegen besuchen.

Der Schaden nach einer Grundberührung wurde vor Ort behoben

Der Kommandeur des 1. U-Boot-Geschwaders, Fregattenkapitän Timo Cordes, wertet den Einsatz von U 36 in Norwegen als "vollen Erfolg". Pech hatte das Boot nur mit einer Grundberührung in einem norwegische Hafen. Der Schaden konnte vor Ort behoben werden, so dass U 36 seinen Auftrag fortsetzte. Kommandant Rudat vergleicht den Vorfall mit einem "leichten Parkrempler". Nur ein bis zwei Prozent der gesamten Ruderfläche seien betroffen gewesen. Vor der routinemäßigen Instandsetzung des Bootes im Sommer ist kein zusätzlicher Werftaufenthalt erforderlich.

Mit zwei weiteren U-Booten rechnet die Marine Ende der 2020-er Jahre

Nach Angaben von Cordes sind derzeit drei der sechs deutschen U-Boote einsatzbereit. "Das ist für uns der Normalfall", sagt er. "Drei zeitgleich in See – mehr geht nicht". Die anderen würden parallel gewartet. Gemeinsam mit den Norwegern sind weitere Boote geplant. Mit zwei Neuzugängen rechnet die Marine Ende der 2020er-Jahre. Cordes hofft zudem, dass sich mehr junge Menschen für die U-Boot-Waffe interessieren. Derzeit verfügt das in Eckernförde stationierte Geschwader über sieben Besatzungen für sechs Boote. Aufgrund der Einsätze sei mehr Personal wünschenswert, sagt der Kommandeur. "Daran müssen wir arbeiten."

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