Windkraft-Pläne

Bangen um die künftige Ortsentwicklung

Foto: Mit neuen Vorranggebieten will das Land den Ausbau der Windkraft voranbringen und Wildwuchs verhindern. Aber ein befürchteter Mastenwald könnte die künftige Ortsentwicklung in der nördlichen Kiel-Region und dem Dänischen Wohld einschränken.

Mit neuen Vorranggebieten will das Land den Ausbau der Windkraft voranbringen und Wildwuchs verhindern. Aber ein befürchteter Mastenwald könnte die künftige Ortsentwicklung in der nördlichen Kiel-Region und dem Dänischen Wohld einschränken. Die Gemeinden müssen jetzt Stellung zum Regionalplan beziehen.

Osdorf. „Das Thema macht Bauchschmerzen“, sagt Osdorfs Bürgermeister Helge Kohrt (SPD). Der Befürworter der Energiewende sieht im Regionalplan der Landesplanung „für unsere Gemeinde einen Vertrauensbruch“.

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Ein Vorranggebiet liegt zwischen Osdorf und Gettorf

Grund ist das 16 Hektar große Windkraftvorranggebiet zwischen Gut Augustenhof und Gettorf nördlich der L44. Größtenteils gehört es zu Osdorf. Dort sollen bis zu drei Windkraftanlagen möglich sein.

Die zunächst ausgewiesene Potenzialfläche war zwar viel größer als die im zweiten Entwurf definierte Vorrangfläche. Die Festlegung auf das kleine Areal ist für viele aber kein Grund zum Aufatmen.

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Grundstückseigentümer fühlen sich betrogen

Als das Baugebiet am Ortsrand ausgewiesen wurde und Neubürger die 66 Parzellen erwarben, gab es dort kein Vorranggebiet. „Die heutigen Grundstückseigentümer fühlen sich in der Sache betrogen“, heißt es im Entwurf der Stellungnahme für Osdorf.

Aus Kohrts Sicht haben neue Windräder ohnehin in Akzeptanzproblem: "Ans Verständnis zu appellieren, wenn Anlagen stillstehen, weil der Strom nicht transportiert werden kann, ist aussichtslos." Ob die Stellungnahme, die mehr Kritik auflistet, unverändert die Gemeindevertretung passiert, wird sich zeigen.

Ein interkommunales Gewerbegebiet ist in der Diskussion

Der ebenfalls betroffene Nachbar Gettorf zieht mit Osdorf an einem Strang. Zwar berührt die Vorrangfläche nur einen kleinen Teil der Gemeinde. Doch unweit liegt das Gewerbegebiet Ravensberg, „das auf Dauer nicht ausreichen wird für die Ortsentwicklung“, bekräftigt Bürgermeister Hans-Ulrich Frank (CDU).

Die Ortspolitik stößt gerade einen Prozess an, in dem die künftige Entwicklung Gettorfs abgesteckt werden soll. Frank: „Ein interkommunales Gewerbegebiet Gettorf/Osdorf ist eine der Ideen. Das passt nicht mit der Vorrangfläche zusammen.“

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Die vorläufige Gettorfer Stellungnahme führt auch die Siedlungsachse Kiel-Gettorf ins Feld. „Die Gemeinde hält es nicht für vorausschauend, diesen Entwicklungsspielraum einzuschränken“, heißt es.

Tüttendorfer in Sorge wegen größerer und mehr Anlagen 

Sorge treibt auch Tüttendorf um. In Sichtweite des Dorfs stehen an der B76 sieben Windkrafträder, die auch dem Ortsteil Blickstedt nah sind. Um fünf dieser Mühlen herum ist die 26 Hektar große Vorrangfläche definiert. Hier könnten weitere Anlagen gebaut oder bestehende durch größere ersetzt werden.

„Dann wären wir von einem Mastenwald umzingelt, der noch mehr Lärm als heute erzeugt“, befürchtet Bürgermeister Wolfgang Kerber (WdGT). Denn der Regionalplanentwurf weist noch ein zweites Vorranggebiet zwischen Tüttendorf und Neuwittenbek aus.

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