Umstrittenes Denkmal

Büste von de Haan bleibt vorerst stehen

Foto: Eine Büste von Heinrich de Haan steht seit zehn Jahren auf dem Altstädter Markt vor dem Historischen Rathaus.

Eine Büste von Heinrich de Haan steht seit zehn Jahren auf dem Altstädter Markt vor dem Historischen Rathaus.

Rendsburg. In seinem Buch über Opfer und Täter in Rendsburgs NS-Zeit stellte der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Günter Neugebauer den ehemaligen Bürgermeister Heinrich de Haan als angepassten Nazi und überzeugten Antisemiten dar. Er forderte den Abbau der Büste de Haans, die seit zehn Jahren als Geschenk seiner Nachkommen vor dem Historischen Rathaus steht.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Dem folgte der städtische Kulturausschuss in seiner Sitzung am Mittwochabend nicht. Er forderte ein unabhängiges Gutachten zur Person des 1957 verstorbenen Politikers. Dieses solle sein öffentliches und gesellschaftliches Wirken beleuchten und zwar als Bürgermeister und in seinem Beruf. So war de Haan nach dem Zweiten Weltkrieg Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer in Kiel.

"Es kann auch eine andere Sicht geben"

Das geforderte Gutachten solle sich nicht nur auf das politische Wirken von de Haan beschränken, legte der Ausschuss fest. Günter Neugebauer bewertet in seinem Buch dagegen in erster Linie den Politiker de Haan. "Es gibt möglicherweise auch eine andere Sicht", sagte die CDU-Politikerin Dorothee Reibisch im Ausschuss. Sie brachte den gemeinsamen Antrag von CDU, FDP, Grünen und SSW für ein Gutachten ein.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

"De Haan war Mitglied einer anisemitischen Partei"

Linken-Politiker Maximilian Reimers widersprach: "Für uns ist der Fall sehr eindeutig. De Haan war Mitglied einer nationalistischen und antisemitischen Partei. Ich weiß nicht, was hier noch eindeutiger werden soll". Der ehemalige Bürgermeister habe "das Nazi-Regime mitgetragen".

"Am Aufbau mitgewirkt"

Fritjof Wilken (FDP) warnte: "Säuberungen sind nicht nötig." De Haan habe nach dem Zweiten Weltkrieg beim Aufbau Rendsburgs, der Integration von Flüchtlingen und europäischen Städtepartnerschaften mitgewirkt.

Heinrich de Haan war von 1929 bis 1934 und von 1950 bis 1957 Bürgermeister in Rendsburg. Er war Mitglied der NSDAP. In der SPD gab es zuletzt Streit um de Haan. Bis sich in der Fraktion die Mehrheit mit ihrer Forderung nach Abbau der Büste ohne vorheriges Gutachten durchsetzte.

Mehr aus Rendsburg-Eckernförde

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen