Melsdorf

Chronist Rolf Dornbusch wird Ehrenbürger

Foto: Sternstunde eines Chronisten: Durch den Zeitpacht-Contract von 1796 für Johann Hinrich Reimer, Halbhufner am Karkkamp, erhielt Rolf Dornbusch tiefen Einblick in die Dorfgeschichte von Melsdorf.

Sternstunde eines Chronisten: Durch den Zeitpacht-Contract von 1796 für Johann Hinrich Reimer, Halbhufner am Karkkamp, erhielt Rolf Dornbusch tiefen Einblick in die Dorfgeschichte von Melsdorf.

Melsdorf. Der Anstoß zur Beschäftigung mit der Dorfgeschichte kam 1981 vom damaligen Bürgermeister Klaus Staschull. „Beim Feuerwehrfest im Dörpskrog sprach er mich an: Wir suchen jemanden für die Chronik.“ Eine Schnapsidee? „Ich bin froh, dass es nicht bei einer Schnapsidee geblieben ist“, sagt Dornbusch im Nachhinein über sein Lebenswerk. Dennoch dauerte es zehn Jahre, bis die Arbeit abgeschlossen war und die Gemeinde die 406 Seiten starke Chronik 1990 in Buchform vorlegen konnte. Sie zeichnet den Weg von einer Ortschaft im Gutsbezirk Quarnbek zur selbstständigen Gemeinde nach.

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„Ich fing aus dem Nichts an. Aber als Melsdorfer wusste ich, an welchen Fäden ich ziehen musste“, sagt Dornbusch. Wenn er über seine mühevolle Arbeit als Jäger und Sammler vergangener Zeiten erzählt, dann ist auch immer wieder mal das Wort von der "Sternstunde" zu hören, und dann leuchten seine Augen.

Rolf Dornbusch sparte die Zeit des Nationalsozialismus nicht aus

Die erste erlebte Dornbusch, als er von der Frau des verstorbenen Dorfschullehrers Forster einen vergilbten Umschlag in die Hand gedrückt bekam. „Es waren bis zu 200 Jahre alte Urkunden von Christian Reimer“, sagt er. Dabei ging es vor allem um Zeitpachtverträge mit dem Gut. Der älteste stammte von 1796 – „noch mit rotem Siegellack“.

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Anders als andere Ortschroniken sparte die von Rolf Dornbusch die dunkle Zeit des Nationalsozialismus nicht aus. Für dieses Kapitel kam ihm eine weitere Sternstunde zu Hilfe: Die mehr als 1000 Seiten starken Aufzeichnungen von Wilhelm Hartmann.

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