Die Kirche von Gettorf

Der Turm von St. Jürgen gibt Weitblick

Foto: Kirchturmbesteigung St. Jürgen in Gettorf: Hier fällt der Blick von der Kirchturmspitze auf die Mühle Rosa und die Amtsverwaltung.

Kirchturmbesteigung St. Jürgen in Gettorf: Hier fällt der Blick von der Kirchturmspitze auf die Mühle Rosa und die Amtsverwaltung.

Gettorf. „Ohne ist das heute nicht“, sagt Andreas Hoffmann. „Ich steige selbst nicht oft hoch.“ Der zweite Vorsitzende des Kirchbauvereins Gettorf ist mein Kirchturmführer.

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Worauf ich mich einlasse, ahne ich, als er das knarrende Türchen außen am Turm öffnet. Kopf einziehen, eintreten in die Enge. Auf der steinerne Wendeltreppe stoße ich überall an. Geländer? Fehlanzeige.

Die Wendeltreppe wurde in 2,25 Meter dicke Feldsteinwände geschlagen

„Die Treppe wurde nachträglich in die 2,25 Meter dicken Mauern aus Feldstein geschlagen“, klärt Hoffmann auf. „Der untere Teil war einst Speicher für Gaben von Pilgern der Kapelle nebenan. Massiv genug, um einen Turm zu tragen."

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Das erste Holzpodest ist erreicht. Staub, Spinnweben, Hinterlassenschaften von Vögeln, die durch schmale Öffnungen hinein flattern, bringen meine Fantasie auf Trab. Hier könnte sich ein Gruseldrama abspielen.

Am Geländer darf man sich auf den steilen Leitern nicht festhalten

Mein Begleiter knipst kurz den mitgebrachten Scheinwerfer an. Jetzt präsentiert sich der quadratische Raum als Halle, und das hölzerne Turmskelett der historischen Kirche offenbart seine Tragkraft.

Ab jetzt müssen wir uns konzentrieren – ohne Scheinwerfer. Meter um Meter führt die schmale Leiter ins Dunkel. "Nicht ans Geländer fassen", erinnere ich den Tipp des Kirchbauvereins, als es um die Gefahren ging.

Die Spitze des Kirchturms ist mit Schindel aus Eichenholz gedeckt

Jetzt leuchtet es ein: Man würde sich so nach hinten lehnen. Die gefühlte Sicherheit wäre in Wirklichkeit das Gegenteil. Also greife ist fest an die rauen Sprossen, blicke nicht nach unten. Kurz vor den vier Glocken wird es heller. Hier hat das Mauerwerk Schallöffnungen.

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In der mit Holzschindeln gedeckten Spitze werden die Stiegen kürzer – und noch steiler. Auf die letzte enge Plattform krabbele ich, denn ich muss unter Querbalken hindurch.

Vom Turm der Kirche Gettorf blickt man bis zur Kieler Förde 

Dann stehe ich vor den vier Dachluken. Ganz öffnen können wir sie nicht. Der Blick geht über den Dänischen Wohld hinaus. Mühle Rosa und Amtsverwaltung setzen Akzente im sattgrün durchsetzen Ortskern.

In der Ferne, winzig, sehen wir das Laboer Ehrenmal auf dem Ostufer der Kieler Förde. "Das hat sich gelohnt“, seufze ich. Und der Abstieg fällt zudem viel leichter.

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