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Camp am Landestheater

Die Klimakrise kennt keine Ferien

Johannes (15, von links), Katharina (15), Fenja (18), Kathrin (18), Bjarne (13), Leon (16), Jacob (21) und Charlie (16) wollen mit ihrer Mahnwache vor dem Landestheater in Rendsburg den Protest gegen den Umgang mit der Klimakrise auch in den Ferien aufrecht erhalten.

Johannes (15, von links), Katharina (15), Fenja (18), Kathrin (18), Bjarne (13), Leon (16), Jacob (21) und Charlie (16) wollen mit ihrer Mahnwache vor dem Landestheater in Rendsburg den Protest gegen den Umgang mit der Klimakrise auch in den Ferien aufrecht erhalten.

Rendsburg.Seit Freitag haben die jungen Aktivisten ihr Lager im Zentrum von Rendsburg aufgeschlagen. Bis zum 26. August 2019 wollen sie hier bleiben und ihre Dauermahnwache fürs Klima abhalten - während der Schulferien. "Das Klima macht auch keine Ferien", sagt Johannes (15) mit Blick auf einen der zentralen Kritikpunkte an der Klimastreik-Bewegung: den Protest in der Schulzeit.

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Diese Argumentation können die 13- bis 21-Jährigen nicht nachvollziehen. "Wir sitzen ja nicht zu Hause herum und chillen", sagt Charlie (16). Statt faulenzen sei frühes Aufstehen angesagt, um mit Bahn oder Fahrrad zu den Protesten zu kommen, im Sommer genauso wie zum Beginn der Proteste im kalten Winter, ergänzt Fenja (18). "Viele Schüler gehen nachmittags nach den Protesten auch wieder zum Unterricht", sagt Katrin (18).

Der Protest ist zur Routine geworden

Dass die Gruppe Erfahrung in Sachen Selbstorganisation hat, merkt man sofort. "Wir sind es mittlerweile gewohnt, relativ spontan zu sein", sagt Fenja. Verpflegung, Ausrüstung, Anmeldung beim Ordnungsamt - die Planungen für die Dauermahnwache begannen erst vor etwa zwei Wochen. Der Protest ist zur Routine geworden.

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Ein Solarpanel und eine Autobatterie sorgen für Strom, Musikinstrumente, Spiele, Bücher und natürlich die Passanten für Abwechslung. Ein paar angetrunkene und leicht aggressive Gestalten in der Nacht auf Sonntag sind da bislang die Ausnahme.

"Das sind Einzelfälle. Zum größten Teil reagieren die Leute positiv", sagt Katharina (15). Aber natürlich wird häufig kontrovers diskutiert. "Wir haben schon jede Diskussion, die man über die Klimakrise führen kann, geführt", sagt Fenja.

Die Aktivisten haben Angst um ihre Zukunft auf der Erde

Tendenziell seien es eher ältere Menschen, die sich über ihre Aktion beschwerten. Einen pauschalen Generationenkonflikt will die Gruppe daraus aber nicht ableiten. "Viele Menschen, die sich früher schon in der Atomkraft- oder Friedensbewegung engagiert haben, bestärken uns in unserem Protest", sagt Jacob (21). Genauso gäbe es Mitschüler, die mit dem Thema Klimakrise nichts zu tun haben wollen, ergänzt Katrin.

Wer sich mit den jungen Menschen vor dem Landestheater in Rendsburg unterhält, versteht, warum die weltweiten Klimaproteste mit der Zeit nicht einfach abebben werden. "Wir machen das alles, weil wir Angst vor den Folgen der Klimakrise haben", sagt Fenja - Angst vor zunehmenden Wetter-Extremen, vor Ressourcenknappheit oder Fluchtbewegungen. "Die Konsequenzen werden immer sichtbarer. Deshalb wird der Protest nicht einfach enden", sagt Katrin.

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Ziele und Forderungen

Ziele und Forderungen von Fridays For Future

Die Klimastreik-Bewegung Fridays For Future fordert die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens und des 1,5-Grad-Ziels, sprich den Temperaturanstieg auf der Erde auf 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Explizit für Deutschland fordern die Aktivisten eine Klimaneutralität bis 2035. Das bedeutet, dass nur die Menge an Treibhausgasen ausgestoßen wird, die durch natürliche Prozesse wieder aufgenommen wird.

Zu den weiteren Zielen zählen der Kohleausstieg bis 2030 sowie eine hundertprozentige erneuerbare Energieversorgung bis zum Jahr 2035. Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, hat die Bewegung Forderungen aufgestellt, die bis Ende 2019 umgesetzt werden sollten: zum Beispiel das Ende für Subventionen fossiler Energieträger oder eine Steuer auf Treibhausgasemissionen.

Politisches Handeln ist nun kurzfristig gefragt

Auf Landes-, Bundes- und Europaebene bräuchte es seitens der Politik glaubhafte Klimagesetze. "Ein Ende des Protests ist denkbar, wenn wir keine Angst mehr haben müssen", bringt es Fenja auf den Punkt. Doch dazu müssten die Ziele der Bewegung politisch so schnell wie möglich angegangen werden.

Dass dies eine Menge Geld kosten und einen Wandel in unserem täglichen Leben bei Themen wie Mobilität, Ernährung oder Beruf bedeuten würde, wissen die Klimaaktivisten. "Letztlich darf es kein Privileg sein, klimafreundlich zu leben", sagt Fenja. "Und eines ist auch klar: Jedes Nichthandeln kommt uns teurer zu stehen", ergänzt Jacob.

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