Gutes tun im Advent

"Eine gemeinsame Lebenszeit im Hospiz"

Michaela Mehlmann, stellvertretende Leiterin des Hauses Porsefeld, kümmert sich im Wintergarten des Hospizes um eine Bewohnerin.

Michaela Mehlmann, stellvertretende Leiterin des Hauses Porsefeld, kümmert sich im Wintergarten des Hospizes um eine Bewohnerin.

Rendsburg. Ein rotes Backsteinhaus, zwei Obergeschosse, zur viel befahrenen Denkerstraße hin zwei Giebel unterm Dach: Das Haus Porsefeld Rendsburg passt sich dem Rendsburger Stadtbild an. Hinter dem Gebäude erstreckt sich ein großer Innenhof mit Wiese, Bäumen, Büschen, Wegen. Eine der Türen führt in den Wintergarten.

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Erster Eindruck: Viel Licht flutet durch die großen Fenster mit hellblauen Vorhängen. An der Wand steht eine Glasvitrine gefüllt mit Tellern, Tassen, Kannen. Daneben ein Klavier, darauf ein gemaltes Bild mit einem bunten Paradiesvogel. "Hoffnung" steht auf dem Gemälde.

Hilfe für Hospize

Der Verein KN hilft sammelt in diesem Jahr im Advent Spenden für die Hospizvereine und Hospize in der Region.

"Das Hospiz ist kein trauriges Haus"

"Der Wintergarten zeigt, wie wir hier ticken", sagt Sybille Jeske, Leiterin des Hospizes Haus Porsefeld Rendsburg. "Wir sind ein offenes Haus. Wir mögen es gerne hell, freundlich, luftig, leicht." Es ist "kein trauriges Haus", sagt die Leiterin. "Alle Gefühle sind ausgeprägt, nicht nur Trauer."

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Ihre Stellvertreterin Michaela Mehlmann erklärt: "Wir haben hier noch eine gemeinsame Lebenzeit mit den Bewohnern. Dazu gehört auch viel Lebensfreude. Deshalb wehren wir uns gegen den Begriff Sterbehaus."

Hospiz Haus Porsefeld Rendsburg: Helles Treppenhaus, bunte Bilder

Neben einem aufgeschlagenen Buch mit letzten Worten an einen Verstorbenen geht es durch ein gelb gestrichenes Treppenhaus mit bunten Bildern an den Wänden zu den zehn Zimmern der Bewohner. Unterm Dach hat Margarethe Wohlfeil ihr Zimmer. Lange war sie ehrenamtliche Helferin im Hospiz Haus Porsefeld Rendsburg, seit mehreren Monaten ist die 70-Jährige selbst Bewohnerin.

"Fühle mich im Hospiz gut aufgehoben"

Hier zu sein, "das ist das beste, was es für mich gibt", sagt sie. "Ich fühle mich sehr gut aufgehoben. Hier wird mir jeder Wunsch von den Lippen abgelesen." So wie neulich. In der Küche wissen sie, dass die 70-Jährige abends gerne warm isst. Spontan stellte sich eine Köchin an den Herd. "Da habe ich mich so gefreut."

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Wie die Angestellten und ehrenamtliche Helfer sich im Hospiz Haus Porsefeld Rendsburg um die Bewohner kümmern, "ist so ein schönes Gefühl - die letzten Tage, die letzten Stunden, vielleicht Monate, das weiß keiner. Margarethe Wohlfeil hat "so oft nachts als Sitzwache bei Bewohnern verbracht", sagt Sybille Jeske. "Wir sind froh, dass wir ihr etwas zurückgeben können."

Spendenaktion "Gutes tun im Advent" von "KN hilft": So können Sie helfen

Der Verein „KN hilft“ sammelt Spenden für die Hospizarbeit in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde, Plön, Segeberg sowie in den Städten Kiel und Neumünster. Ein Spendenkonto bei der Förde Sparkasse ist eingerichtet. Unter dem Stichwort „Gutes tun im Advent“ können Sie spenden auf das Konto DE05 2105 0170 1400 2620 00. Möchten Sie nicht, dass Kieler Nachrichten oder Segeberger Zeitung Sie als Spender erwähnen, so schreiben Sie bitte hinter den Verwendungszweck den Hinweis „kein Name“. Spenden können Sie bis zum Ende des Jahres. Zusätzlich unterstützen die Kieler Nachrichten die Sammelaktion: Von jeder Ausgabe, die der Verlag am 21. Dezember im Einzelhandel verkauft, fließen 20 Cent direkt auf das Spendenkonto. Außerdem geht der Gewinn aus dem Verkauf der KN-Adventskalender-Lose an den Hospizverband. Der Verband wird das Geld an Einrichtungen und Vereine im Verbreitungsgebiet von Kieler Nachrichten und Segeberger Zeitung weiterleiten.

Hospiz Haus Porsefeld Rendsburg: Spenden decken die Kosten

In den Einzelzimmern wohnen die Menschen durchschnittlich 14 Tage lang. Früher eher kürzer. Inzwischen schicken die Ärzte ihre Patienten eher ins Hospiz als noch vor Jahren, vermutet Sybille Jeske. Rund 300 Euro koste ein Tag. Knapp 260 Euro zahle die Krankenkasse. Den Rest decken Spenden.

Ohne die 20 ehrenamtlichen Helfer kämen die 20 Pfleger und vier hauswirtschaftlichen Angestellten im Hospiz Haus Porsefeld Rendsburg nicht zurecht. Die Helfer leisten den Bewohnern Gesellschaft, begleiten sie nach draußen, reden mit ihnen über früher. "Die Ehrenamtlichen bringen das normale Leben hier rein", meint Sybille Jeske. "Vielleicht sind wir auch unbedarfter", denkt Heike Post, eine ehrenamtliche Helferin.

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Lesen Sie auch: Heike Post spricht im Interview über ihre Arbeit im Hospiz

Wenn junge Menschen im Hospiz sterben

Manchmal kommen die Pfleger an Grenzen. Etwa, wenn junge Menschen sterben. "Dann stehen Eltern am Bett, die sich fragen, warum muss mein Kind vor mir gehen." Was Sybille Jeske dann sagt? "Da gibt es keine richtige oder falsche Antwort." Auf jeden Fall müsse sie authentisch sein. Etwa so: "Ich sehe Ihre Not. Es ist falsch, dass Ihr Kind vor Ihnen gehen soll. Wir werden alles tun, um Ihr Kind gut zu begleiten."

Lesen Sie alle Beiträge über die Spendenaktion "Gutes tun im Advent" zugunsten der Hospizarbeit.

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